Das Aachen-Blog

Autor: buettgens (Seite 67 von 77)

Öcher Advent – heute: Kenger

Ich hab’s probiert – es klappt: Unsere Kinder lernen Öcher Platt und stellen sich wirklich gut dabei an.

Wer es nicht glauben will, soll hören. Und einen Spaß haben de Kenger, sagenhaft. Kaum hatte ich den Vorschlag gemacht, schon waren sie mit Feuereifer dabei. Einfach jenial.

Ich fröi mich, dat et bascht övver de Kenger!

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18. Kenger

Aber hören Sie selbst:

Hier die mp3-Version für den PC.

Hier die Version für den Mac.

Also, ich finde, da darf man als Erziehungsberechtigter nicht klagen, oder?!

***Und hier die Übersicht über das, was bisher in diesen Adventstagen auf 7uhr15.ac geschah:

Hoddel Et Kreppche E Wöttche Let Adventskranzkeäze

Fornöis Hür Merssi Hajelevoll Manks

Öcher Platt
Hellijemann

Plätzje Rüse Möngchensmoeß Hantiir Oes

Öcher Advent – heute: Hoddel

Ich liebe die friedliche Grundstimmung in diesen Tagen. Ja, es sind Tage der Besinnung, Tage der Freude und Gelassenheit.

So wie gestern Morgen auf der Theaterstraße. Als ein Mercedesmann mit Hut (ich schwöre!) sein Auto quer auf der Fahrbahn stoppte und zunächst hupend stehenblieb.

Der Grund: Ene luese Holländer (auch das schwöre ich!) hatte den Sternekapitän bei dem Versuch, das vielzylindrige Schiff in eine Parktasche zu bugsieren, noch flink mit seinem Öpelchen umkurvt, ja ausgetrickst. Der zugereiste Holländer stiebitzte dem Öcher Platzhirsch den Platz, dä!

Ich stand – fußgängerisch – an der Ampel und konnte nun Ohrenzeuge einer adventlichen Friedensbotschaft örtlicher Herkunft werden. Es fing an mit „bekick dich deä Verbrecher, deä zuumelije Hoddel!“

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17. Hoddel!
Ich liebe dieses Wort. Hoddel! Da klingt die Anarchie mit, das Unordentliche, das Unkonventionelle, das ich im Anderen erkenne. Du Hoddel! Wie oft hat meine Mutter mich gefragt, warum ich immer so hoddelig sein müsste?

Zurück zur Theaterstraße, wo ein beachtliches Theaterstück seinem Höhepunkt entgegenschritt. Der Holländer, ein junger, schmaler, unrasierter Typ, also ein Hoddel, störte sich an der Schreierei überhaupt nicht, ging noch zum Parkticketautomaten, während der rosetije Pit auf der Straße neben seinem querstehenden Karren unverdrossen tobte.

Wegen des nun in Intensität und Wupdizität zunehmenden Hupkonzerts konnte ich leider nur noch Fetzen verstehen. Aber die herrlichen Begriffe Tuppes, Troensjrüll, Latzepansch, stenke Holländer, Knauchejeräms, Sejjelbäcker waren dabei.

An zwei weitere erinnere ich mich noch, werde sie aber garantiert nicht in diesen Adventskalender schreiben.

Aber ein Wort war noch dabei, was mich daran erinnerte, dass ich das Rätsel von gestern auflösen muss: Kreppeeäsel! Du Kreppeeäsel! Der Krippenesel, nach dem ich gestern gefragt habe, war auch dabei!

Danach verschwand der Hut wieder im Auto und zockelte ab. Der Frieden kehrte in die Theaterstraße zurück.

***Übrigens: Auf das Rätsel habe ich eine sehr schöne Resonanz erhalten. Das Geschenk wird den Gewinner schon bald erreichen.

Öcher Advent – Et Krepche! Oes noch, heute mit Quiz!

Wir nähern uns nun mit großen Schritten den Tagen, an denen im Keller wieder die Stunde der Wahrheit schlägt: Hant vür alles för et Krepche än dr Boum?

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16. Et Krepche
Krippe und Baum – es gibt leichtere Themen im Advent.

Chreßboumständer, et Lametta, de Bolle (sönd die zweij Alemannia-Bolle doe?), et Kreppche, dr Juesef än et Mari, et Kengche, de Könnegge, dr Oehß, de Schöffjere än de Schoefsdriver, de Engele met hön Harfe, Vijjelinge än Trööte än dr janze Klabberdatsch. Feählt jet? Oes!

Klar, da fehlt doch was, Freunde der gedrechselten Krippenkunst!
Jetz mär net de Nerve verliere. Heusch!

Krippe, Maria, Josef, Kind, Engel, Ochse, Schafe, Hirten, die Könige… – was fehlt?

Und hier geht es jetzt zum ersten ❓7uhr15.ac-Gewinnspiel, genauer zur Gewinnspielfrage:

Welche Figur fehlt hier noch zum Krippenglück?

Die hochdeutsche Bezeichnung reicht, auch wenn es einen wunderbaren Öcher Ausdruck dafür gibt.

Der Preis: Wir verlosen unter allen richtigen Antworten ein kleines, aber feines Präsent aus dem Heimatort.

Schickt eure Antwort heute an buettgens@gmx.de. Klar: Rechtsweg ausgeschlossen.

Heusch! Erst gut überlegen, dann mailen. Die Auflösung folgt morgen hier.

Öcher Advent – heute: e Wöttche

Ganz ehrlich, ich bin baff, welche Resonanz dieser kleine, aber feine – also „der meine“ – Öcher Adventskalender erfährt.

Es ist nicht übertrieben, überall aus Deutschland, zuletzt sogar aus den USA und der Slowakei, kommen Reaktionen, per Mail oder auch direkt im Kommentarfeld unter den Beiträgen.

Das Echo ist klasse, das scheint mir doch der Beweis dafür zu sein, dass unsere herrliche Muttersprache, os Modderesproech, leävt und eine nicht zu verkennende Faszination auslöst.

Hat ühr noch e Wöttche, dat noch feählt?

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15. E Wöttche
Ich nutze heute die Möglichkeiten des Internetzes, wie einer meiner liebsten Freunde immer sagt, und richte das Wort, das nach den Wörtchen sucht, die noch fehlen, direkt an alle Interessierten.

So – und hier geht’s zum ersten 7uhr15.ac-Podcast – Achtung: zwei Versionen!

:DD7uhr15.ac-PODCAST/für MAC.

:DD Und das ist die mp3-Version.

http://www.blog.de/srv/media/dewplayer.swf?son=http://data6.blog.de/media/460/4198460_20a7d91555_a.mp3

Ich freue mich über Vorschläge!!! Ihr könnt sie auch per Mail schicken an: buettgens@gmx.de

*** Info: In der Tag-Cloud in der rechten Spalte findet ihr unter dem Begriff „Öcher Advent“ die bisherigen Beiträge aufgelistet.

Übrigens: Im Wintersportort Grindelwald in der schönen Schweiz hat man die Skifahrer auch mal darum gebeten, ihre Lieblingswörter zu nennen.
Unter anderem wurde das folgende eingereicht. Der örtliche Tourismusverband machte ein Plakat daraus:

wirbel

Erik Meijer im Interview

Da machen wir doch mal ein bisschen Werbung für das journalistische Aachen.

Erik Meijer, neuer Geschäftsführer Sport bei Alemannia Aachen, sorgt heute nicht nur für die meisten Klicks auf den Homepages von AZ und AN.

Heute Abend werden wir auch bei der Alemannia Talk Show der Aachener Nachrichten, Time to talk, 19 Uhr, Saalbau Rothe Erde, Hüttenstraße, ein Telefoninterview mit dem neuen Sportchef einblenden.

Achim Kaiser und ich freuen uns auf weitere Gäste auf der Bühne: die Kicker Thorsten Stuckmann, Nico Herzig und Benjamin Auer sowie Trainer Michael Krüger und Geschäftsführer Frithjof Kraemer. Da wird es einiges zu besprechen geben.

Die Kollegen von Center TV haben ein TV-Exklusiv-Interview mit Erik Meijer im Angebot. Heute, Dienstag, zu sehen ab 17.05 Uhr im Sportmagazin RegioSPORT. Wiederholungen heute um 19.05 und 22.05 Uhr.

Das Center TV-Interview ist bei AZweb und ANonline ab 18 Uhr zu sehen.

Rein inhaltlich möchte ich mich meinem Kollegen Christoph Pauli anschließen. Der Sportchef der Tageszeitungen kommentiert Meijers Verpflichtung am gestrigen Montag so: „Seit langem war das mal wieder ein richtig guter Tag für den Verein.“ (Siehe Druckausgabe vom Tage)

Öcher Advent – heute: Let

Das Licht weist den Weg. Das ist gerade jetzt bedeutsam. Der Advent ist die Zeit des kommenden Lichts, der Hoffnung. Da kündigt sich was an. Und wir können uns drauf freuen.

Ich bin in diesem Zusammenhang bei Flickr.com auf eine strahlende Dia-Show gestoßen, die des Kaisers alten Dom im besten Licht zeigt.
Der Öcher sätt: Wat e Let!

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14. Let
Wer’s nicht glaubt, dass das wirklich großartige Augen-Blicke sind, wenn die Sonne durch die Domfenster fällt, der sollte sich die Zeit nehmen, sich auf den Weg machen und mal reinschauen.

Eine Oase der Ruhe, mitten in Aachen. Frei zugänglich.

Ach so, und hier geht es zu den zwar deutlich bearbeiteten, aber dennoch sehr stimmungsvollen Fotos von Joep Roosen.

Wobei mir nicht ganz klar ist, wo der Fotograf das letzte Bild der Serie in Aachen geschossen hat. Aber das ist ja letztlich auch ejal. Dennoch: Interessieren täte es den neugierigen Öcher Journalisten dann doch…

Öcher Advent – heute: Fornöis

Immer wenn mein Opa mit dem frisch gehackten Holz – alles möngchensmoeß – de Trapp eropjeschravelt koem, dann wussten wir Kinder, dass es gleich gemütlich wird.

„Oes, wat e schönn Füür“, zollte meine Oma ihrem Mann, den sie kurz Vadder nannte, wenig später ein Kompliment für das prasselnde Feuer. Ja, mein Opa beherrschte viele Disziplinen, de Fornöis ze stouche war eine seiner vornehmsten.

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12. Fornöis
Heute wird’s also warm, vor allem warm ums Herz, heute reden wir über diesen stattlichen Herd, der sicherlich seinen Anteil daran hatte, dass die Küche meiner Großeltern die zentrale Versammlungs- und Kundgebungsstätte unserer Familie war.

Ein stolzes, gußeisernes Teil, gefühlte hundert Jahre alt, mit einem doppelgeringten Feuerloch, mit einem eisernen, stets fein gewienerten Handlauf, einem Backofen und einem Kohlekasten auf Rädern, den wir Kinder stets elegant in die dafür vorgesehene „Ofen-Garage“ einparkten.

De Fornöis. Wenn unser Opa et jot drophau, dann befeuerte er das Teil, dass die Herdplatte rotglühend schien und das „leckere Temperatürschen“ aus der Küche das ganze Haus heizte. Eine Attacke gegen den Frost, der die großen Eisblumen ans Fenster gemalt hatte, ein feiner Konter gegen den Schnee, der den großen – heute würde man sagen: naturbelassenen – Garten weiß zuckerte.

Oma än Opa aan de Fornöis, en Keäz op dr Dösch, dr Ruesekranz ejjen Häng.

Meine Großeltern beteten jeden Tag im späten Nachmittag – vor dem Abendbrot, vor einer Runde Sechsundsechzig und vor den Fernsehnachrichten – den Rosenkranz.

Oma thronte dabei in ihrem gewaltigen Ohrensessel direkt neben dem Herd, Opa saß auf dem Holzstuhl rechts neben dem Fenster. Und so ging das Gebet, gemeinsam, im Wechselgesang, hin und her, unaufgeregt die ganze Litanei rauf und runter, das dauerte lange, sehr lange. Wunderbar lange.

Wir Kinder liebten es, saßen versunken auf dem dickgepolsterten Sofa, beteten mit oder hörten einfach nur zu.

Hätte ich einen Wunsch frei, dann würde ich einen solchen Nachmittag im Advent in der Küche von Oma und Opa, einen solchen Nachmittag aan de Fornöis, gerne noch einmal erleben.

Öcher Advent – heute: Hür!

Nun geht es in der Adventszeit auch darum zu hören. Also wachsam zu sein. Zu hören, was sich ankündigt. Zu hören, wer da kommt. Zu hören, was gesprochen wird. Nur wer (zu)hört, kriegt mit, was läuft.

„Me hürt ävvel ouch nüüß Jots mieh”, sagte mein Oma dann immer, wenn sie von einer Neuigkeit erfahren hatte, die sie traurig stimmte. Wir Kinder waren dann immer besorgt.

Viel besser, viel fröhlicher ist da das kommunikative, das dialoganbahnende „Hür!“ aus dem Wortstamm hüre = hören. Hür! Mit Ausrufezeichen und Aufforderungscharakter.

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11. Hür!
„Hür! Wat ich dich noch sage wou…“ Und dann kommt’s.

Hür! – das gibt es konspirativ, also geheimnisvoll-verschwörerisch, meist als „Hür! Weäß de eijentlich dat…“ und dann kommt ein mehr, oft auch minder hammerhartes Ding.

Oder gesellig: „Hür! Dat moss ich dich noch verzälle, doe krijje vür jet ze laache…“
Oder der Dauerbrenner: „Hür! Wat säss de van de Alemannia? Vür stije av, wa?!“ Das Modell Hür-Alemannia gibt es je nach Tabellenlage auch in der Version „Vür stije op, wa!“ Aufstieg, Abstieg, wie nah liegt das in Aachen beisammen! Wer’s nicht glaubt, sollte heute Abend zum Tivoli kommen…

Die netteste Version des in Aachen weitverbreiteten Hür-Imperativs erlebte ich aber jüngst in einem alteingesessenen italienischen Restaurant im Herzen des Heimatortes, wo die Öcher Belegschaft am Nebentisch wohl den Begriff Stammkunden für sich verbuchen durfte. Jovial im Ton rief der Lauteste von allen nach der Bestellung des abschließenden Espressos dem davoneilenden Kellner nach:
„Hür! Hür!“ Der Kellner stoppte, drehte sich um. „Hür, Luwitschi, tus‘ de mich wohl noch wat Matschijato obendrauf, hörste!?“

Schön, die Kostbarkeiten dieser Sprache hören und festhalten zu dürfen.