Das Aachen-Blog

Autor: buettgens (Seite 20 von 77)

Im Leid taucht auf: ein neuer Freund

Der ältere Herr, der schon lange bei jedem Heimspiel auf dem Tivoli neben mir sitzt, hat heute in einer Gefühlswallung tatsächlich zum ersten Mal mit mir gesprochen. Was heißt gesprochen? Angeschrien hat er mich, mitten im Spiel, als auf dem Grün gerade ein Fünfmeterpass ungeschickt versprang. Es sprudelte aus ihm heraus: „Sagmichwarumwir…“ Luft holen, „…nichinbarcelonawohnen?!“

Jenau, warum eijentlich nich‘? Vielleicht weil immer jewinnen auch doof is‘?! Da hat er gelacht. Bei all dem Leid!

Auf alle Fälle sind wir nett ins Gespräch gekommen. Wofür Krisen gut sind! Die schmerzlich Leidenden finden zueinander, finden Trost im Wort. Ich weiß jetzt, dass die schwarz-gelbe Rarität zur Linken schon „seit Michel Pfeiffer auf dr Tivoli jeht“. Ob seit Spieler oder Trainer Pfeiffer ergründen wir beim nächsten Mal.

Im Gehen noch eine Weisheit meines neuen Tribünenfreundes. „Hör, nur dat noch: Ich hab se alle kommen und jehen sehen, zwei Sachen sind immer jeblieben,“ bedeutungsschwere Pause: „de Alemannia und ich.“

In diesem Sinne: #niemalsdritteliga!

Magisches Zweieck: Es darf nicht sein, was nicht sein darf! #niemalsdritteliga

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Man könnte meinen, im Fußball ginge es um Leben und Tod. In Wirklichkeit ist es deutlich schlimmer.

Und als die Recken vom Magischen Zweieck sich auf den Weg in den 7uhr15-Medienkonzern in Schleckheim machten, um das aktuelle Podcast vor dem Alemannia-Spiel gegen Dynamo Dresden ohne Rücksicht auf Herzblut und Kosten einzuspielen, riefen ihre Frauen im Chor: „Gibt es für Euch auch noch etwas anderes als Alemannia Aachen?“ Worauf die Herren ebenso chorisch mit „Nein“ antworteten und sportlich um die Ecke bogen.

zweieck_Jetzt also die ganze Dramatik des Abstiegskampfs, die volle Packung. Und weil jeder schwarzmalen kann, jeder Schuld zuzuweisen versteht, weil viel zu viele offensichtlich willens sind, das Schreckensszenario einfach so hinzunehmen, sagen die Fußballphilosophen vom Magischen Zweieck: „Es darf nicht sein, was nicht sein darf!“

Deshalb also jetzt – HIER KLICKEN! – diese wohl emotionalste Ausgabe in der Geschichte des Magischen Zweiecks. Mit vielen Stadion-O-Tönen aus besseren Tagen, mit großen Momenten, die nachklingen – und von denen wir alle doch hoffen, dass sie schon bald wiederkehren.

Die Mutmacher-Kampagne

30a2fd88dd1901e00b40a1e9d2b648c6-1397Was heißt hier hoffen? Die magischen zwei Ecken sind davon überzeugt: #niemalsdritteliga!
Deshalb auch der Aufruf zur Mutmacher-Kampagne auf Twitter.
Bildschirmfoto 2012-03-28 um 20.31.25Macht mit! Wie gesagt: Es geht um die Zuversicht! Die Schwarzseher posten ja überall. Und wenn Ihr es mögt, dann macht unter diesem Hashtag auch auf Facebook, Xing und unter jeder privaten und dienstlichen Mail, die Ihr verschickt, der Alemannia und Aachen Mut!
Alle zusammen, Öcher Mäddchere än Jonge, för ose Verein!

oecherJongeneu

Frühling. Aachen erwacht.

Aus gegebenem Anlass heute mal Lyrik.

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Frühlingslied

Die Luft ist blau, das Tal ist grün,
die kleinen Maienglocken blühn
und Schlüsselblumen drunter;
der Wiesengrund ist schon so bunt
und malt sich täglich bunter.

Drum komme, wem der Mai gefällt,
und freue sich der schönen Welt
und Gottes Vatergüte,
die diese Pracht hervorgebracht,
den Baum und seine Blüte.

Ludwig Hölty (1748 – 1776, Dichter, möglicherweise ein Vorfahr von Lewis Holtby, Fußballer, der unsere Alemannia – hätten wir ihn denn noch! – vielleicht wieder im Frühling zum Erwachen führen könnte.)

Marmor, Stein und Eisen: Sascha Theisen und sein neues Alemannia-Buch

Klar, wie könnte es auch anders sein? Sascha Theisen steht im richtigen Moment vor der Kiste und versenkt das Ding. Und er gibt seinem Projekt auch noch den passenden Namen: „Marmor, Stein und Eisen“ heißt sein Fan-Buch über Alemannia Aachen, das in diesen unruhigen Tagen für den Klub und seine Anhänger auf den Markt kommt. Man würde denken: In glorreichen Zeiten verkauft sich derlei Lektüre besser.

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Halt! Denn Alemannia wäre nicht Alemannia und Sascha wäre nicht 24 Stunden am Tag Alemanne, wenn diese Kombination von Krise und Bucherscheinungstermin nicht doch irgendwie zusammenginge.

Von dieser Stelle nur so viel: Kauft das Buch, lest es und ihr werdet erkennen: So ist der Klömpchensklub, so wird er immer sein – und deshalb bleiben man und frau ihm treu! Zumindest wir.

Theisen will es ja nicht anders. Wie Alemannia Aachen seinen Alltag beherrscht, erzählt er regelmäßig im „Tivoli-Echo“. Die besten seiner Kolumnen sowie einige längere, bisher unveröffentlichte Alemannia-Geschichten erscheinen nun in diesem längst überfälligen Buch.

„Marmor, Stein und Eisen“ ist eine Verbeugung vor dem Aachener Tivoli und vor all denen, die ihn immer wieder besuchen. Trotz allem.

Großartig der kleine Erziehungsratgeber, in dem die Kinder auf den richtigen Weg eines zwar entbehrungsreichen und doch glücklichen Lebens gebracht werden. Kleine Anmerkung am Rande, Sascha: Bei uns daheim steht die Alemannia in der Kicker-Stecktabelle auch immer auf Platz 1 der Zweiten Liga; Dauerticket! Zumindest in unserer kleinen Familienfanwelt.

Sascha Theisen macht uns Mut mit seinem Buch, stärkt uns im Glauben an Mannschaft und Verein, und hat es einfach verdient, dass Ihr alle dieses Buch jetzt kauft. Sollte es noch eines weiteren Motivationsschubs bedürfen: Die Jungs vom „Magischen Zweieck“ – hier vom Heimatblog 7uhr15 – kommen auch drin vor…

Cover_Marmor_Stein_EisenMarmor, Stein und Eisen
Geschichten rund um den Aachener Tivoli

160 Seiten Preis: 9,90 Euro;
im Fachhandel erhältlich
ISBN: 978-3-89533-864-9
März 2012

Noch mehr unter: www.torwort.de

7:0 – und der Glaube an den Fußball kehrt wieder zurück

DSC_0043Meine schwarz-gelbe Mannschaft hat eben 7:0 gewonnen. Ohne Gegentor, weil kompakt hinten, beweglich im Mittelfeld, pfeilschnell und eiskalt vorne. Das kann man sich wirklich gut angucken. Da geht man zufrieden nach Hause. Da kehrt der Glaube an den Fußball zurück.

Veranstaltungstipp: Wer die F1 von Hertha Walheim sehen möchte, kommt nächsten Samstag nach Konzen, in den dortigen Sportpark, am Windrad. Da geht’s ab 10 Uhr rund.

Magisches Zweieck, heute mal ernst: Es wird knapp, aber es geht. Noch!

Der Blick auf die Tabelle der Zweiten Liga bereitet nicht nur den Herren vom „Magischen Zweieck“ große Sorgen. Alemannia Aachen rutscht immer weiter ab. Die Sehnsucht nach den gar nicht mal so seligen Zeiten unter Michael Krüger wird sogar wieder wach, das ewige „Rumdümpeln im Mittelfeld“ wäre jetzt nicht die schlechteste Lösung. Und das heißt doch was!

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:DD Die aktuelle Ausgabe des Magischen Zweiecks ist eine Art Weckruf – bitte hier klicken.

Nun wollen wir nicht komplett schwarz malen, weil ja noch alles geht. Auch nach oben. Aber ernst ist die Lage schon, Freunde.

Und so kommen Oli und Bernd mit Blick auf den Kalender der Restsaison dann doch noch zu einem versöhnlichen Schluss – es wird knapp, aber es geht!

*** Alle bisherigen Folgen des Magischen Zweiecks gibt es hier.

Wenn nicht jetzt, wann dann?!

Öcher Jonge! Jetzt müssen wir alle ganz dicht zusammenstehen und aus den verbleibenden neun Spielen noch ein paar Pünktchen holen!

oecherJongeneu

Seid so gut und schreibt eine kleine Adresse der Zuversicht hier in die Kommentare, Freunde!

*** Donnerstagmorgen auf dieser Welle: das Magische Zweieck vor dem Spiel gegen „Eisern“ Union Berlin am Freitag um 18 Uhr auf dem Tivoli.

Blomme – das Lösungswort, passend zum Start in den Frühling!

War doch gar nicht so schwer, unser kleines Kreuzworträtsel zum Start in den Frühling. Die Resonanz in der Mailbox zeigt es, richtig, das Lösungswort heißt BLOMME. Und dem Vertreter eines großen örtlichen Vereins, der mitmachte, obwohl er sich unter dem Begriff nun gar nichts vorstellen kann, sei das Wörtchen übersetzt: Blomme sind Blumen, so nennt sie der Öcher!

Blomm, Singular, de Blomme, Plural. Blömmche, das Blümchen, Blomme blöjjhe im übrigen. Blöjjhe – wie wunderbar das geschrieben wird, zwei jj, dann ein h – das ist einzigartig und macht die Öcher Orthografie so besonders!

Auf dass es denn bald blühe!

Übrigens: je ein Sträußchen holländischer Tulpen geht in den kommenden Tagen an Maria, Hans-Jürgen und Karen raus, ihr habt bei der Verlosung der Preisrätsel-Preise gewonnen, viel Spaß met de Blomme!

Ein Rätsel für echte Öcher

Da wir hier auf dem Heimatblog ganz gerne schon mal rätseln – über manche Tücke des Alltags, über das Leben an sich und das des Öchers im Speziellen – heute noch mal ein richtiges Rätsel.

Zugegeben, so ein bisschen muss man/frau schon drin sein im Öcher Leben, um das wortgewaltige Werk zu lösen, gerade jetzt, wo sich die Knospen aufs Sprießen und die Blümchen aufs Blühen vorbereiten.

Raetsel

Also, ihr tragt die Antworten auf die sechs Fragen (siehe unten) in der horizontalen Achse ein. Im vertikalen blauen Feld ergibt sich dann ein schönes Öcher Lösungswort. Wer’s mag, kann dieses Wort gerne einschicken – buettgens@gmx.de – und kann, sollte die Glücksfee ihr oder ihm hold sein, eins von drei Sträußlein frischer Tulpen (aus Holland!) gewinnen. Kein Quatsch, schöne Blümchen!

Jetzt aber ran ans Rätsel, am besten klickt ihr doppelt aufs Bild, dann lässt es sich gut ausdrucken und klassisch mit dem Stift bearbeiten. Die digitale Variante zumambildschirmausfüllen folgt auch irgendwann mal. Viel Spaß!

Hier die Fragen:

1. Allgemeines Durchatmen bei der Alemannia am Tivoli nach dem Ratsbeschluss zur Umfinanzierung der Schuldenlast. Eins darf jetzt aber am Ende dieser Saison nicht passieren – wird aber auch nicht passieren!
2. Karl der Große, so kennen wir ihn, so nennen wir ihn. Franzosen mögen ihn auch. Sie haben auch einen großartigen Namen für ihn.
3. Der höchste Kirchturm der Stadt gehört der Aachener Pfarrgemeinde St. …
4. Ein Krimi des Öcher Nachwuchsschriftstellers Theo-Dures Dreidraht bewegt und fesselt die Aachener in diesen Tagen. Wer stirbt am Ende?
5. Womöglich fährt sogar demnächst eine neue Stadtbahn dorthin. Und tausende Arbeitsplätze soll es dort geben. Hochschule und Industrie arbeiten auf diesem Feld Hand in Hand. Wie heißt das Projekt auf Melaten nochmal?
6. Ein Öcher Holzkopf könnte man sagen. Dabei ist er aber in erster Linie raffiniert, charmant, schlau oder wie man hier sagt: lues!

Die Kinder lernen ja doch was! Im Französischbuch geht’s um Aachen.

À Aix-la-chapelle. In Aachen. En Oche.

Da soll noch mal einer sagen, die Kinder von heute würden in der Schule von heute nix lernen! Unsere Tochter geht in die siebte Klasse, lernt dort die französische Sprache, hat folglich ein Französisch-Buch – und das lag gestern Abend auf dem Wohnzimmertisch.

Der Freund des geschriebenen Wortes nimmt es sich, fängt an zu stöbern und stockt: Oppla, c’est Oche! Huch, das ist Aix-la-Chapelle!

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Charlemagne – ein Deutscher oder ein Franzose, fragt der Junge aus Frankreich. Bleib gelassen, Freund, will man da rufen: Karl der Jroße war in erster Linie ein Öcher!

Tatsächlich macht also Madame Lecoq, souveräne Hauptdarstellerin des Lehrbuches mit phantasischem Namen, Urlaub – das ist der Wahnsinn – in des Kaisers Städtchen. Weil es hier eben nicht nur viel über Charlemagne, also Karl den Großen, zu entdecken gibt, nein, weil es hier – wie dort steht – vor allem auch Subjonctife gibt.

Subjongwat? Ein Anruf beim Verkehrsverein bringt keine Erhellung, weil eine Attraktion solchen Namens dort nicht bekannt ist. Dass es einige suboptimale Subjekte in dieser Stadt gebe, stehe außer Frage, heißt es, aber Subjonctife?!

Gut, unsere Tochter hat uns später erläutert, dass sich in besagtem Aachen-Kapitel eher alles um ein grammatikalisches Phänomen diesen Namens drehe! Du bist so peinlich, Papa!

Nun sehe ich das erstens ein, finde es zweitens sogar einleuchtend und gehe drittens bis auf weiteres davon aus, dass es bei diesem grammatikalischen Thema, das in Aachen spielt, nur um den sauberen Umgang mit dem Wortpaar mir und mich gehen kann.

Auf alle Fälle ein gutes Buch. Beruhigend zu wissen, dass heute in der Schule so richtig gelernt wird.

In diesem Zusammenhang möchte ich an einen frühen Öcher Lehrsatz erinnern, den mir meine Oma jelernt hat:

„Mir und mich verwechsel‘ ich nicht,
Das kommt bei mich nicht vor.
Denn hinter mich steht meine Bruder,
Der sagt mich alles vor.“