Wie nah sind Sie noch am Fußball dran? Dr. Kapellmann – da weiß man in Rosenheim seit vielen Jahren, dass damit nur der Orthopäde gemeint sein kann.
Kapellmann:
Das stimmt. Als Orthopäde hat man von Berufs wegen Kontakt zum Sport. Als fleißiger Operateur hat man schon den einen oder anderen Fußballer auf dem Tisch liegen. Privat sehe ich auch schon mal den Maier Sepp oder Bulle Roth, aber viel zu selten. Wobei ich sagen muss, dass ich auch wenig Zeit habe. Mit sieben Kindern…

…ist man beschäftigt, das verstehe ich. Wie sehen denn die Kontakte in die Heimat aus? Keine Sehnsucht nach Aachen?
Kapellmann:
Ab und an zieht es mich in die alte Kaiserstadt, das ist dann jedes Mal sehr schön. Das ist schon die Heimat. Unter uns, ein richtiger Bayer bin ich nie geworden. Als ich damals von Köln nach München ging, lief das ja auch eher im Rahmen der Entwicklungshilfe.

*** Zur Serie: Aachen – von altersher Stadt der Kultur. Ort voller Traditionen und Geschichten, Stadt des Wissens und der Forschung, mitten im Herzen Europas, Stadt der Alten, der Jungen, der Alemannen und der Jecken, der Printen und großen Preise.
Ein Zukunftsstandort, auf den es zu blicken lohnt. Interessante Gesprächspartner gibt es in dieser Serie, die „Auf ein Wort…“ heißt.

Und die Alemannia haben Sie noch auf dem Sender?
Kapellmann:
Ja. Ich verfolge die Spiele, habe ab und an nochmal Kontakt gehabt mit dem Ehrenpräsidenten Leo Führen. Ich war allerdings noch nicht im neuen Stadion, was ich aber schnellstmöglich nachholen muss. Ich muss meinen Vetter mal aktivieren, der wohnt in der Nähe von Eschweiler.

Abschließend, Herr Kapellmann, ein Wort zum bevorstehenden Finale: Sie wissen, wie es sich anfühlt, Weltmeister zu werden. Wer wird dieses Gefühl am Sonntag kennenlernen?
Kapellmann:
Ich lege mich da fest: die Holländer! Sie haben die besseren Individualisten, und das wird Sonntag entscheidend sein. Darüber hinaus gönne ich unserem Endspielgegner von ’74 jetzt endlich den Sieg.

*** Zur Person:

KapellmannHans-Josef „Jupp“ Kapellmann, geboren am 19. Dezember 1949, kam über den SC Bardenberg 1968 zur Aachener Alemannia, wurde am Tivoli Vizemeister, wechselte dann über den FC Köln (1970-73) zum FC Bayern München (1973-79), mit dem er zweimal Deutscher Meister, dreimal Europapokalsieger der Landesmeister und Weltpokalsieger wurde. Seine Karriere beendete er bei München 1860 (79-81).
Kapellmann lebt heute in Rosenheim, wo er eine orthopädische Klinik betreibt.

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*** Die bisherigen Gäste bei „Auf ein Wort…“:

Der Unternehmer Günter Carpus
Der Agit-Geschäftsführer Ulrich Schirowski
Der Gründer von torwort.de, Sascha Theisen
Die Generälin der Tropi-Garde, Sarah Siemons
Einer von zwei Moderatoren der Strunx-Sitzung, Rudi Zins
Der Kommandant der Stadtgarde Oecher Penn, Jürgen Brammertz
Die Mitgründerin der Bürgerstiftung „Lebensraum Aachen“, Brigitte Erm
Der Geschäftsführer der Cinetower Gastronomie Alsdorf, Stefan Hanrath
Der stellvertretende Hauptgeschäftsführer der IHK Aachen, Michael F. Bayer
Der Gastronom Peter Schillings aus Kornelimünster
Der Fotograf Carl Brunn
Der WDR2-Reporter und Südafrika-Experte, Stephan Kaußen
Die Projektleiterin „FahrRad in Aachen“ in Aachen, Stephanie Küpper