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Tag: Kornelimünster (page 2 of 2)

Auto kaputt, es gibt Alternativen!

Auto springt nicht an, Ehefrau mit anderem Auto schon unterwegs: Was macht der Mann aus den tiefen Wäldern der Voreifel?

Genau, er holt den Träcker aus der Scheune, um die Jungs zum Kindergarten zu bringen…

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Schnappschuss am frühen Morgen in Kornelimünster: Bahnhofsvision-Gastronom Peter Schillings und seine Söhne Paul und Leo.

Auf ein Wort, Herr Schillings!

Aachen – von altersher Stadt der Kultur. Ort voller Traditionen und Geschichten, Stadt des Wissens und der Forschung, mitten im Herzen Europas, Stadt der Alten, der Jungen, der Alemannen und der Jecken, der Printen und großen Preise. Ein Zukunftsstandort mit wunderbaren Vororten: Kornelimünster zum Beispiel.

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Heute: Peter Schillings, Hüter des Münsterländchens und Gastronom in Kornelimünster (Bahnhofsvision Kornelimünster und Café Münsterländchen). Und auch wenn sein iPhone zertrümmert auf dem Tisch liegt: Der Mann blickt gelassen in die Zukunft.

(Vor dem Café Münsterländchen, Peter Schillings präsentiert die Blaustein-Wandertreter – siehe Foto)
Das sind aber gewaltige Wanderschuhe, Peter. Braucht man dieses Kaliber, um das Münsterländchen zu durchschreiten?
Schillings:
Naja, ganz so groß müssen sie wohl nicht ausfallen. Aber man muss schon gut zu Fuß sein.

Wer hat Dir diese Schuhe angepasst?
Schillings:
Der Bildhauer Thomas Kahlen hier aus Kornelimünster hat Maß genommen, jetzt stehen sie hier, fest montiert, vor dem Café. Ich finde, das passt super zum Ort, geradezu ideal für den Einstieg in den Eifelsteig.

Und ein schönes Entree für das Münsterländchen.
Schillings:
Du meinst das Münsterländchen an sich oder unser „Café Münsterländchen“?

Beides. Ja, wir sind schon mitten im Thema. Du hast mit Deiner Frau Petra (sie kommt gerade an den Tisch, setzt sich zu uns, hallo Petra!) vorige Woche am Eingang zum Markt in Kornelimünster das besagte urgemütliche Café, das sich allem Anschein nach schon großer Beliebtheit erfreut, eröffnet. Warum trägt es den schönen Namen?
Schillings:
Weil das Münsterländchen, das ja in seinen historischen Ausmaßen von hier bis Mausbach und weit hinüber bis Sief reichte, unser Zuhause ist. Wir haben mal mit dem Künstler Win Braun die freie und autonome Republik Münsterländchen ausrufen wollen. Mit der Reichsabtei als Regierungssitz oder noch besser als Spielcasino – denn irgendwo muss ja auch das Geld herkommen.

Die Pläne sind aber zu den Akten gelegt?
Schillings
: Jaja, wir alle werden älter…

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Schneien

Es gibt diese Eindrücke, die Emotionen freisetzen. Wie jetzt der Schnee. Winterspaziergang über die Felder von Kornelimünster rüber nach Schleckheim. So leise fällt der Schnee, macht alles gleich weiß.

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Abends dann der Blick in den Garten. Ein Foto. Wengen? St. Moritz? Nein, Aachen!

Und es kommt mir eine Mini-Prosa in den Sinn. Ein kleines Meisterstück von Robert Walser. Einfühlsam beschreibt er mit wenigen Worten die weiße Verwandlung. Ich habe es nachgeblättert (jaja, in einem Buch!). Es geht so:

„Schneien“

„Es schneit, schneit, was vom Himmel herunter mag, und es mag Erkleckliches herunter. Das hört nicht auf, hat nicht Anfang und nicht Ende. Einen Himmel gibt es nicht mehr, alles ist ein graues, weißes Schneien. Eine Luft gibt es auch nicht mehr, sie ist voll Schnee. Eine Erde gibt es auch nicht mehr.
(…)
Und rund ist es, alles ist rundherum wie abgerundet, abgeglättet. Schärfen, Ecken und Spitzen sind zugeschneit.
(…)
Alles Harte, Grobe, Holperige ist mit Gefälligkeit, freundlicher Verbindlichkeit, mit Schnee zugedeckt.“

Die Krippe in der Klause

Und wenn auch der Schnee, dem man gemeinhin nachsagt, dass er den Winter erst schön macht, noch auf sich warten lässt, so sei doch auf eine kleine, aber feine weihnachtlich-winterliche Attraktion hingewiesen.

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In der Klause, also im Klauser Wäldchen, das Kornelimünster noch schöner macht, als der Ort ohnehin schon ist, liegt die kleine Kapelle „Maria im Schnee“, die ehemalige Einsiedelei mit fein restauriertem Kreuzweg. Und dortselbst befindet sich – eine alte Tradition im übrigen – eine wirklich sehenswerte, mit viel Liebe gestaltete Krippe.

Der Weg lohnt sich auf alle Fälle, egal ob man ihn nun etwas länger von der Grundschule aus, also aus dem Ort kommend, antritt, oder ob man die verkürzte Version über die Klauser Straße wählt oder die mittellange von der Bilstermühler Straße aus.

Ich schreib’s nur auf, weil man ja froh ist, wenn man in diesen sofaschweren Tagen mal die müden Knochen bewegen kann…