Das Aachen-Blog

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„Wat? Schonwidderenewurs‘!“

Jut. 2:3, Cottbus siegt, wir haben wieder mal verloren. Da braucht man Ausdauer, gute Nerven, den langen Atem, da muss man zuversichtlich sein. Vertrauen in de Jonge.

Und da darf man nicht gleich die Contenance verlieren oder wie der Öcher sagt, „der Jeduldsfaden“. Von wegen: „Tausendprozentisch Abstie’skampf, Aue!“, wie es eine Reihe über uns gemutmaßt wurde.

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Eins noch: Sie erinnern sich noch an den kleinen Jungen, der beim ersten Heimspiel eine Reihe vor uns saß und von dem ich zu berichten wusste, wie er während des Spiels – jetzt Zitat – „ständig unterwegs war, um sich in einer bewundernswerten Ausdauer Lebensmittel in flüssiger, fester, frittierter und bepuderzuckerter Form zu besorgen“.

Als der ihn begleitende Opa damals gefragt wurde, wo der Marvin denn wäre, kam das: „Deäissichenewursamholen!“

Diesmal war der Ton schon ein anderer. Als der Marvin die zweite Wurst holen wollte, schnauzte ihn der Alte – merke, gerade war das 2:3 gefallen! – barsch an: „Wat? Schonwidderenewurs‘! Ichjlaubdatsdunurhierkommsfürzefressen!“

Es hat mir die bittere Niederlage ein wenig versüßt!

Das Magische Zweieck – und dem FC Energie geht in Aachen kein Licht auf!

Sie kommen aus der Lausitz, was übersetzt soviel wie „feuchte, sumpfige Wiese“ heißt. Die Tage der feuchten Wiesen, also die Zeiten in der Pratsch, sind aber auf dem Tivoli Geschichte. Hier wird ein flottes, trocken gepasstes Bällchen gespielt – und darauf kann sich der FC Energie Cottbus freuen!

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Das Magische Zweieck, das knallharte Analyse-Duo von www.7uhr15.ac, ist heiß auf die Partie gegen den Tabellen-Fünften. Und die zwei Spezialisten sind sich sicher, dass den Männern, die aus dem Osten kommen (aufgehende Sonne und so), an der Krefelder Straße kein Licht aufgehen wird (und deshalb stehen sie im Düster).

:DD HIER GEHT’S ZUM AKTUELLEN PODCAST

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*** Noch ein paar Hörtipps für Alemannia-Fans auf 7uhr15.ac:

:DD Öcher Ureinwohner verfolgen ein Alemannia-Spiel im Block O6

:DD Schiri, deä is mich ständig am Profitieren – die besten Sprüche vom grünen Rasen. Regional natürlich.

*** Und das Magische Zweieck total:

Hier geht’s zur Stammseite des Magischen Zweiecks – mit allen bisherigen Folgen

Das ist ein Beitrag für euch!

Das ist ein kleiner Beitrag für alle die,…

…die vor dem Eintritt zur Klassenpflegschaftssitzung in der Grundschule die Schuhe ausziehen mussten, weil die Kinder das ja auch müssen.

…die schon wieder am Aachener Kreuz im Stau ohne Gewinn am Rad drehen und fragen, ob das jetzt immer so weiter geht (respektive steht).

…die immer öfter das durchaus quälende Gefühl beschleicht, dass ein Leben ohne Arbeit auch schön sein könnte.

…die „de Schnauz‘ van die Eäsele en Berlin voll hant“.

…die sich auf das nächste Spiel der Alemannia freuen und doch das mulmige Gefühl beim Blick auf dessen Ausgang nicht loswerden.

…in denen immer, wenn sie durch den neuen Elisengarten gehen, das Gefühl aufkeimt, dass hier nicht wächst, was wachsen soll.

…die jetzt Klassenpflegschaftsvorsitzender sind – und sich fragen, ob die tollkühne Kandidatur wirklich eine gute Idee war.

…die voller Neid in die sich langsam leerende Wunderschultüte ihrer erstklassigen Kinder schielen und sich – auch 40 Jahre später – noch darüber ärgern, dass ihre Tüte damals mit fünf Klaräpfeln ausm Jarten, einem karierten DinA5-Heft und drei Büllchen Ahoi-Brausepulver Waldmeister gefüllt war.

…die einfach nicht damit klarkommen, dass sie ihr Auto jetzt schon drei Wochen nicht mehr geputzt haben.

…denen das letzte Fockatschino mit Motzerella beim Bäcker vor der Nase weggeschnappt wurde.

Kurzum, das ist ein Beitrag für ein paar Menschen da draußen, die mir gestern aus ihrem schwer beladenen Leben erzählt haben.

Lotta zieht um – Theatertipp!

DAS DA Kindertheater – absolut empfehlenswert.

Lotta zieht um. Kinderstück für Menschen ab 3 Jahren, für die Bühne eingerichtet von Anja Mathar, nach dem gleichnamigen Kinderbuch der schwedischen Autorin Astrid Lindgren, mit Musik von Christoph Eisenburger!

Wissenswertes zu diesem Stück, das am 11. September mobil und am 20. November im Theater an der Liebigstraße Premiere feiert, auf www.dasda.de

Der Hubschrauberlandeplatz (2) oder: Wie der Brötchenjunge in den Beton fiel

Die aufmunternde, hinreißende Anteilnahme am schwierigen Heimwerker-Projekt, das mich in diesen Tagen voll und ganz in Anspruch nimmt, hat mich nun doch dazu animiert, noch ein paar Zeilen über den Bau unseres neuen Hubschrauberlandeplatzes vor dem Haus zu schreiben.

Es ist in der Tat ein Kreuz mit derlei handwerklichen Herausforderungen, vor allem dann, wenn der Beton für das frisch gegossene Fundament über Nacht trocknen muss, und der Brötchenjunge, den es bei uns noch gibt und der in Wirklichkeit ein ausgewachsener Mann ist, des Morjens im Düster das rot-weiße Flatterband durchbricht und hüfthoch im Pratsch steckenbleibt.

Von seinem Rufen wurde ich wach. Was heißt ich?! Die ganze Straße! Und es entwickelte sich ein Spontantreff mit interessant gewandeten Nachbarn, eigentlich wie sonst nur zu Karneval. Auf alle Fälle aber rund um den versunkenen Brötchenboten, der ein Bild des Jammers abgab.

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Frühes Foto von der Baustelle für einen neuen Hubschrauberlandeplatz vor unserem Haus (im Hintergrund).

Man bot dem Mann, freundlich wie wir in der Voreifel sind, Kaffee und eins der von ihm gebrachten Brötchen mit Nutella an. Ein fröhlicher Geselle von gegenüber, den ich in den zurückliegenden zehn Jahren noch nie gesehen habe, der aber vom Baufach zu sein scheint, prophezeite, nachdem er seinen Zeigefinger scharf in den Beton gestoßen hatte, ein Abbinden des Mörtels „in Bälde“.

Worauf ein anderer Nebenan-Wohner, dem ein gut ausgestatteter Hobbykeller nachgesagt wird, von Beziehungen zu einem Bauunternehmer meinte prahlen zu müssen: „Der hat ene Pressluf’hammer, Jung, mach Dich keine Sorje, wir kriejen dich da wieder eraus!“

Der Bote fragte nach einem Klaren, der prompt in Form eines gut gehüteten und nur zu besonderen Anlässen ausgegebenen doppelt jebrannten Wilhelmi gereicht wurde.

Dass ein neuer Hubschrauberlandeplatz vor dem Haus deutlich auszuweisen sei, sagte unser Nachbar von schräg links gegenüber, der beim Amt einen prima Job macht (wie er sagt) – und bot sich an, mir ein entsprechendes Formular im Laufe des Tages zu mailen. Ich dankte.

Mein Bruder, der direkt nebenan wohnt, ergriff nun als Mann der Tat die Initiative – und holte das Parkschild für den Hubschrauberlandeplatz, das ich bereits gestern an dieser Stelle zeigte, aus seiner Garage. Ich hau Troene en de Oue!
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Mit den Worten „hier für Dich, Brüderchen“ reichte er mir das blaue Juwel an. „Eigentlich wollte ich es Dir erst zum Geburtstag schenken“, sagte er noch, „aber wir sollten die Gunst des Augenblicks, die ein kniffliges Problem so einfach lösen kann, nutzen.“ Ich wusste sofort, was er meinte, schließlich sind wir ja schon länger als Brüder aktiv und hatten besagtes Problem ohne Lösungsidee schon mehrfach gewälzt.

Mit Tränen der Rührung stellte ich mich neben den Boten im Beton, sagte „keine Angs‘, mach de Auren zu oder kuck weg!“ und rammte mit einer kraftvoll weitausholenden Bewegung von ganz oben die Stange samt Hubschrauberlandeparkplatzschild in den Mörtel nach ganz unten. Es kam pieljerade neben dem Mann, der während der Aktion zu keinem Zeitpunkt ernsthaft gefährdet war, zum Stehen.

„Tuste da mal e paar Stündchen en Händchen dran, dat dat jrade stehenbleibt!“, sagte mein Bruder. Und die gesamte Nachbarschaft spendete Applaus. „Mach Dein Ding!“, rief Heinz, der Älteste im Viertel, e Schennoes van ene Keäl, noch im Weggehen.

Ich habe eben mal vom Schlafzimmerfenster rausgeguckt. Das Schild steht wie ne Eins, der Bote auch. Heute Nachmittag kommt der Presslufthammer.

In diesem Sinne „Jajajajuppijuppijäi!“

Handyfotos vom Hochsprung-Fest

Ich weiß nicht, ob ich schon mal erzählt habe, dass ich Handyfotos liebe. Also, jetzt nicht Fotos von Handys, sondern mit Handys gemachte Fotos.

Oft genug habe ich mich darüber lustig gemacht, wenn wieder die Telefone in die Luft gingen, um – sagen wir mal – aus der 112. Reihe hoch unterm Dach des neuen Tivoli das 1:0 der Alemannia festzuhalten.

Okay, ich geb’s zu, ich habe mich auch schon das eine oder andere Mal hinreißen lassen, selbst auf den Auslöser zu drücken. Gestern Abend zum Beispiel – da ging’s nicht anders. Beim Domspringen in Aachen, stopp, beim NetAachen-Domspringen (ich habe dem Chef von NetAachen, dem freundlichen Herrn Schneider, die vollständige Nennung des Namens versprochen) musste ich mitknipsen.

Das was großartig, über 5000 von Spitzensport (Malte Mohr sprang über 5,90 Meter!), Spaß und Spannung gefesselte Zuschauer im Schatten des Doms – da kann ein Uröcher vor lauter Stolz und Rührung fast nichts mehr sehen – Troene en de Oue! Tränen in den Augen vor Glück…

Wie gesagt: Schön sind die Fotos nicht, aber einen gewissen künstlerischen Touch haben sie dann doch. Weil sie nämlich, was mir aber erst später aufging, eine Geschichte erzählen:

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Die Geschichte nämlich von diesem markanten Mann ohne Matte im Vordergrund, diesem völlig untypischen Vertreter der Spezies „Sekuritti“, der mir den ganzen Abend im Bild stand und einen Schatten warf, den auch eine richtige Kamera kaum hätte aufhellen können.

Habe mich sicherheitshalber aber nicht getraut, ihn anzusprechen.

*** Mehr lesen:

In AZ und AN gibt es heute passende Texte und sehr gute, richtig gute Fotos vom Hochsprung-Spektakel

In Online: Mohrs perfekter Sprung über 5,90 Meter

Bildergalerie – auch die tadellos und ohne Sekuritti – auf www.az-web.de

Auf ein Wort, Herr Jeschke!

Der Friedrich hat eine große Leidenschaft, die er mit vielen Öchern teilt. Aber der Friedrich ist womöglich noch ein bisschen Alemannia-jecker als die meisten von uns.

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Friedrich Jeschke (26) – www.derfriedri.ch – selbstständiger Jungunternehmer, der in intelligenten Lösungen für den Papierbereich im Büro (also Kopieren, Drucken, Dokumentenmanagement, Softwarelösungen etc.) macht, ist schwarz-gelb infiziert. Leidenschaft eben. Und dass die manchmal Leiden schafft gehört dazu.

In Karlsruhe war er übrigens auch, im Wildpark – und hat die jungen Wilden von der Krefelder Straße verlieren sehen. Ejal, sagt der Friedrich, „dieses Jahr geht was!“

*** Zur Serie: Aachen – von altersher Stadt der Kultur. Ort voller Traditionen und Geschichten, Stadt des Wissens und der Forschung, mitten im Herzen Europas, Stadt der Alten, der Jungen, der Alemannen und der Jecken, der Printen und großen Preise.
Ein Zukunftsstandort, auf den es zu blicken lohnt. Interessante Gesprächspartner gibt es in dieser Serie, die „Auf ein Wort…“ heißt.

Du bist jung, wild und entschlossen. Du bist Mitglied der Fan-IG, machst Dir Gedanken über die Alemannia, bist kreativ – wo kommt das Fieber her, ist das genetisch bedingt?
Jeschke:
Jein. Ich bin 1992 zum ersten Mal auf dem Tivoli gewesen, gegen Rot-Weiß Essen, das hat mich direkt gepackt. Seit der Aufstiegssaison 98/99 bin ich regelmäßig dabei. Erst gab’s in der Schule Freikarten für die überdachte Stehtribüne, die habe ich dann umgewandelt in eine Dauerkarte.

Machen wir den ultimativen Alemannia-Fragebogen: Aktueller Lieblingsspieler:
Jeschke:
Juvhel Tsoumou, den wir wegen seiner strammen Waden und des beachtlichen Kreuzes „Günter“ nennen – von Günter Delzepich.

Lieblingsspieler aller Zeiten?
Jeschke:
Erwin Vanderbroek.

Gibt es Vereine neben der Alemannia?
Jeschke
: Ich habe Sympathien für Werder Bremen, 1860 und stehe auf Underdogs.

Dein Lieblingsort in Aachen?
Jeschke:
Neben dem Tivoli das Café Liebreiz im Kapuzinerkarree.

Gibt es einen Lieblingssong im Stadion?
Jeschke:
You’ll never walk alone, Kaiserstadt AC und die Öcher Jonge.

MEHR AUF SEITE 2

30 bis 40 Liter „Heiterbiswolkig“ im Zelt

Tschuldigung, aber ich muss mich gerade noch mal schütteln. (SCHÜÜÜÜTTTTTELBAHPFUISCHÜÜÜÜTTTTEL!)

So, jetzt geht’s weiter. Ob alles okay ist mit mir? Ja, jetzt wieder. Okay, ich erzähl’s kurz. Tatort: der Parkplatz eines Supermarktes im lauschigen Voreifelort Walheim. Wann: gestern Abend! Protagonisten: ein Mann, ach was sag ich, ein Bär von einem Mann, und sein Hund, der locker in die Pranke seines Herrchens passte und auch so bellte: wüffwüff, ganz hoch, furchtbar.

Auf alle Fälle: Herrchen holt aus dem Einkaufskorb ein soeben frisch erstandendes Glas Bockwürstchen, schraubt den Deckel auf und verfüttert eine Wurst an Wüffwüff und setzt – just in dem Moment, in dem ich die Szene passiere – das Glas an und trinkt das Wurstwasser. Ich schwöre!

Jrausam! Wurstwasser, ex und hopp! Ich dachte nur, wie nah der Mensch doch am Tier ist – und stelle gerade fest, dass ich eigentlich etwas völlig anderes erzählen wollte.

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„Und jetzt die Wetteraussichten: Heiter bis wolkig!“

Das alles spielte sich nämlich – und deshalb komme ich überhaupt drauf – vor einem dramatischen Himmel ab. Die Sonne stand tief, was die mächtige Kulisse aus Haufenwolken (Cumulus congestus aus Südwest!), wie wir Hobbymeteorologen kundig feststellen, noch gewaltiger machen. „Doe könt at wier Reän!“, sagte meine Oma, die eine weise Frau war, angesichts solcher Bilder. („Da naht erneut ein Schüllchen Regen!“; für die Zugereisten!)

Einmal – und das ist jetzt schon ein paar Jahrzehnte her, aber ich erinnere mich noch daran, weil es nämlich in den Sommerferien war – haben wir eine solche Wetterprognose unserer ebenso orts- wie wolkenkundigen Oma ignoriert und im Garten gezeltet. Und am nächsten Morgen hatten wir 30 bis 40 Liter „Heiterbiswolkig“, die der Vertrauen erweckende Mann im Radio versprochen hatte, im Zelt stehen.

Genau. Das wollte ich nur erzählen, weil unsere Kinder auch noch zelten wollen in den Sommerferien, die jetzt (hüstelhüstel) ja leider, leider zu Ende gehen – und mich gefragt haben, ob ich Proviant besorgen kann. Chipsletten, Schokolade, Zitronenlimo, eben die gesunden Sachen – und ein Glas Würstchen…

Mein Lieber, jetzt hab‘ ich die Geschichte, womit zwischenzeitlich nicht zu rechnen war, doch noch rund bekommen.