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Das Aachen-Blog

Archiv (Seite 14 von 77)

Er atmet schwer, er schnaubt: „So ne Kacke!“ Er sitzt mir genau gegenüber.

An meinem Tisch sitzt ein Kerl, den meine Oma „ene Bär“, alternativ einen „Keäl wie ene Boum“ oder auch „Wagges“ genannt hätte.

Er ist groß, er ist dick, er hat keine Haare auf dem Kopf, dafür aber umso mehr im Gesicht. Er hat bunt bemalte und wirklich gewaltige Unterarme, die andernmenschs auch als Oberschenkel durchgingen, so wuchtig sind sie. Man kann die gepiekste Kunst in aller Herrlichkeit sehen, weil er die Ärmel seines Kapuzenshirts hochgekrempelt hat. Am linken Arm wird ein Lederarmband von einem Schlangenkopfschloss gehalten, rechts trägt er eine Uhr, so groß, dass sie auch an jeder Bürowand auffallen würde.

ddorfEr sitzt an meinem Tisch, mir also genau gegenüber und wir zwei und all die anderen Leute fahren gerade im ICE von der verbotenen Stadt (Düsseldorf) in Richtung Hannover. Mein Nachbar hört Heavymetalkram, ich kann das sagen, weil ich es ja höre, es schallt aus seinem Kopfhörerset, das sich über ein dünnes weißes Kabel irgendwo oberhalb des Halses einen Weg in den Kopf sucht. Und keiner sagt ihm, dass die Musik zu laut ist. Keiner hier ist lebensmüde.

Dazu schnaubt er, atmet immer wieder tief durch, stöhnt, sagt Sachen wie „eijeieijei“ oder „verdammte Kacke“, sowas eben, denn das Spiel auf dem Smartphone, das er jetzt schon seit einer guten Stunde mit seinen beiden wuchtigen Daumen behämmert, scheint nicht sein Freund zu sein.

Da schon wieder, er seufzt und hackt weiter auf das arme Gerätlein ein, das in seinen Pranken versinkt. So wie dieses Telefon hat sich die weiße Frau in den Pranken von Kingkong gefühlt, jede Wette. Und immer wenn der linke Daumen aufs Glas trommelt, hüpft ein Muskel am Unterarm auf und ab. Und oberhalb des Muskels ist ein Grabstein in die Haut geritzt, der dadurch ordentlich wackelt.

Und das alles – und ein kleines bisschen mehr – inspiriert mich nun zu diesen Zeilen, die ich gerade so schreibe, während er so hämmert und schnaubt. Was ist das? Mit einem Mal hört er auf und guckt mich an. Lang und tief. Ups. Das also ist der Kloß, von dem sie gerne erzählen, der da mit einem Mal im Halse steckt!

Er legt das Handy beiseite, setzt die Kopfhörer ab. Ich höre auf, diese Geschichte zu schreiben, höre auf zu atmen und denke kurz an meine Kinder, an meine Frau und an das, was wohl aus ihnen werden wird. Er tippt auf die Zeitung, die links neben meiner Tastatur liegt.
Und dann spricht der Berg: „Aachen?“ – „Mhm.“ – „Alemannia Aachen. Cooler Klub.“ – „Och jo, die einen sagen so, die anderen so.“ – „Wird schon wieder!“ Wir lächeln uns an. Darauf können wir uns einigen.

Er setzt die Kopfhörer auf, nimmt das Handy und hackt und trommelt, er atmet tief durch. 
Der freundliche Mann, der an meinem Tisch sitzt.

Ein unsittliches Angebot

Ich schätze ihn sehr, den Kollegen, ein wirklich netter Mensch. Und jetzt will er helfen. Auf seine Art. Er hat meinem Sohn einen unfassbaren Vorschlag gemacht. Genau, das Ganze steht in direktem Zusammenhang mit den Auszugsplänen unseres Neunjährigen, Ihr erinnert Euch.

Auf alle Fälle ist der Kollege an dem Passus über die Habseligkeiten hängengeblieben, die der junge Mann bei seinem gerade noch vereitelten Auszug mitnehmen wollte. Darunter muss wohl der Kapitän der Teddybärmannschaft, der unserem Filius ein wichtiger Wegbegleiter ist, besonders aufgefallen sein.

Besagter „Helfer“ schickt uns also nun das auf Seite 2 zu besichtigende Objekt, das den Fluchtbereiten in die Lage versetzen soll, die gesamte Teddymannschaft mitnehmen zu können…

Weiter also auf Seite 2

Herman van Veen: „Aachen gehört eigentlich zu Holland.“

Er findet oft die leisen Töne, kann es aber auch sehr laut. Was er auf der Bühne tut, ist geistreich, skurril, wirft Fragen auf, ist rätselhaft, lustig und verrückt. Was auch immer und wie auch immer: Herman van Veen verzückt sein Publikum seit fast fünf Jahrzehnten – auch in Deutschland. Auch in Aachen.

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Am 25. Oktober spielt er mit seinen Gefährten wieder im Eurogress. Und was er über Aachen zu sagen hat, das gibt es hier im Video, das ich für az-web.de und an-online.de mitgebracht habe. Schon van Veens Einstieg ist cool: „Aachen gehört eigentlich zu Holland…“

Bildschirmfoto 2013-02-23 um 09.00.58 In AZ und AN haben wir heute im Wochenend-Magazin eine Doppelseite zu Herman van Veen. Ein Besuch auf dem Landgut De Paltz bei Soest – das ist in der Nähe von Utrecht. Eine schöne Begegnung mit diesem Ausnahmekünstler, der auf dem Gut eine Villa umbaut, um sie vor allem zum Begegnungsort von jungen Künstlern mit einem aufgeschlossenen Publikum zu nutzen.

Herman van Veen. Der 67-jährige Niederländer schafft Nähe, er berührt sein Publikum tief. Er singt Liebeslieder, ohne triefend kitschig zu sein. Er ist ironisch, auch erfrischend selbstironisch, er erzählt tragikomische Geschichten, die heitere Nachdenklichkeit erzeugen.
Er ist ein scharfer Beobachter, ein Augenzeuge des Alltäglichen. Er ist einzigartig.

***Viel mehr noch über Herman van Veen gibt es hier: www.hermanvanveen.com

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Champions League!

Wollte nur kurz melden, Kader topfit! Könnten jeden Gegner jederzeit aus dem Stadion fegen!

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Wir haben also daheim das spielfreie Wochenende des schwarz-gelben Vereins genutzt, um ein ausgiebiges Bundesliga-Tippkick-Turnier zu spielen. In glänzender Verfassung: das Alemannia-Team mit Stephan Straub im Kasten (obere Reihe, Mitte), mit der aue Bübbes Kehr, Zweiter von links, vordere Reihe, und auch der klenge Hol’by, mittendrin, gelbes Trikot mit Streifen.

Wenn es dann später im richtigen Fußballerleben nach dem Verlauf unseres Turniers geht – und danach wird es ja vermutlich gehen – erreicht die Alemannia in dieser Saison noch einen Champions League-Platz. Erster beim Turnier – und damit Deutscher Meister – wurde das Team aus Ghana, Dritter wurde der FC Robot Aachen (Man in Blue in der Mitte mit dem Eisenbein).

Äjscherjoueschdaag

Genug gefeiert, genug geschunkelt, Schluss!

Heute ist Aschermittwoch, Freunde der langen Nächte, jetzt kehrt der humorlose Geselle namens Ernst wieder zurück. Ab heute wird geknapst, geknausert, gespart. Auch bei opulenten Wortgebilden und bunten Bildergalerien.

Für alle Öcher gelten eigentlich nur ein paar wenige Regeln für die kommenden 40 Tage:

Die Fundis unter uns blicken heute auf den Äjscherjoueschdaag – was sich schon bitter anhört. Und für sie beginnt de Faaste!

Die Gemäßigten – zu denen ich mich gerne zähle – sprechen vom Äjschermeddwoch. Sie blicken auf de Faastezitt.

Beiden Gruppen gleich ist allerdings, was nun ansteht: Jenge Sprit mieh, jeng fies Jedanke, jeng fleddije Mull än hür! – und das ist für mich ganz hart – jenge Koch, nüüs för et Schnützemüllche. Grausam!

Ich sag so: Was nützt die Jammerei?! Fangen wir also an. Der Weg ist das Ziel! (frei nach Reinhold Messner, Bergsteiger)

Kleines Bilderrätsel – mitmachen und ein feines Aachen-Präsent abstauben!

Nicht nur ich finde: Es ist noch mal Zeit für ein kleines Aachen-Quiz, wa?!

Also, auf den nächsten neun Seiten gibt es jeweils ein Foto aus der 7uhr15-Bildergalerie bei Instagram. Alles handgeschossene Bilder, die mit den Programmen von Instagram bearbeitet und dann ins Netz gestellt worden sind. Und sich dort wachsenden Zuspruchs erfreuen.

Die Spielregeln: Unter jedem Foto gibt es eine Frage und drei Antwortmöglichkeiten. Sucht die richtige Antwort, notiert den Lösungsbuchstaben und bastelt das Lösungswort zusammen. Das schickt Ihr einfach formlos, allerdings mit Namen und Adresse versehen, an buettgens@gmx.de – und schon könnt Ihr ein formschönes Aachen-Frühstücksbrettchen gewinnen. Aus der reichhaltigen Kollektion von www.aachen-geschenke.de
Einsendeschluss ist Dienstag, 12. Februar, 23.59 Uhr, der Rechtsweg ist ausgeschlossen, was ja klar ist.

*** Und schon geht es los.

Bild 1

teufel
Wo finden wir denn den Krippekratz und das Marktweib, das die Stadt vor der Rache des Teufels rettete?

1. Lousberg (A)
2. Elleterberg (D)
3. Laurensberg (F)

Weiter Seite 2

Auf vielfachen Wunsch wieder aufgelegt: Paul Pooetz – sein einziges Interview

In diesen Tagen, in denen der Karneval wieder seine hohe Zeit erlebt, schaue ich ebenso froh wie stolz in das kleine Archiv, das das Heimatblog nun auch schon besitzt – und ziehe dieses Podcast, diese Schmeichelattacke auf die Ohren, heraus, quasi als Öcher Zeitzeichen:

rene

:DD Paul Pooetz im Exklusivinterview – die schönste Stimme der Stadt im 7uhr15-Gespräch!

Vor zwei Jahren entstand diese Rarität, dieses Podcast-Unikat – unseren Recherchen nach das einzige vertonte Interview, das der scheue Künstler, der im Programm der Vier Amigos unter anderem mit seiner neuen Interpretation des Gassenhauers „O sole mio“ Triumphe feiert, jemals gab.

Immer wieder werde ich darauf angesprochen, dem Druck der Straße, dieser Bewegung von unten gebe ich erneut gerne nach: Deshalb habe ich es einfach noch mal aus dem Archiv herausgeholt. Viel Spaß dabei!

Meisterchen meines Herzens

FotoDass es in unserem Haushalt oft um Fußball geht, ist falsch. Richtig ist vielmehr: Es geht eigentlich immer um Fußball. Und das schon ewig. Und dass mein Klub stets die Aachener Alemannia war, ist kein Geheimnis. Genau so bekannt ist die im Haus hochgehaltene Leidenschaft für den FC Bayern – welch glücklicher Gendefekt, für den ich mich auch heute noch täglich bei meinem Opa mit einem Blick gen Himmel bedanke.

Aber um es einmal in aller Offenheit zu sagen. Die Meisterchen meines Herzens sind diese jungen Herren (und auch die, die hier nicht auf dem Foto sind), auf alle Fälle also die E2/E3 von Hertha Walheim. Nie und nirgends ist Fußball schöner, nie grausamer, nie leidenschaftlicher. Mit den Jungs erleben wir schöne Wochenenden in Turnhallen (zur Zeit) und auf Sportplätzen. Wir lernen die Gegend bis Loverich/Floverich und Strauch/Kesternich kennen. Die Jungs haben coole junge Trainer, Malte und Marvin heißen die beiden – und da wächst eine ganz schön stolze Truppe.

Sagen vielleicht alle Väter von Fußballkids. Aber nicht alle haben die Möglichkeit, diesen Stolz in ein Aachen-Blog zu schreiben.

Der Hauch der großen weiten Welt weht durch die närrische Stadt

Sehe gerade mit einigem Erstaunen, dass der erste Monat des neuen Jahres schon wieder vorbei ist. Oes noch!

Die Zeit verfliegt. Das zeugt von reichlich Abwechslung im Leben, von Tempo, von vielen kleinen Momenten und Szenen, die aneinandergereiht einen bunten Film ergeben.

Foto
Eine Szene will ich erzählen. Der freundliche Kollege von „Hürriyet“, dem türkischen Massenblatt, hat bei der AKV-Sitzung ein Schlaglicht geworfen. Während die Vier Amigos mit Cem Özdemir auf der Bühne stehen und den Saal rocken, sitzt er mit verschränkten Armen da und lächelt. Er kommt näher, stößt mich an und fragt: „Bekannte Leute in Aachen?“ Ich sage: „Och. Kann man so sagen.“ Und er: „Gute Jungs!“ Er notiert „dört kanka“ – was Vier Amigos heißen soll, wie er sagt.

Ich denke, hat man auch nicht alle Tage: Lob für eine Aachener Nummer direkt aus Istanbul! Wir trinken das eine oder andere Gläschen Wasser zusammen, puhlen Schokomarzipanpralinen aus Silber- und Goldpapier, ein netter Kollege aus Istanbul. Falsch, Hürriyet, Kölner Büro, stelle ich nach einiger Zeit fest. Er bestätigt diese Information.

Er fragt jetzt nach Name und Funktion von Werner Pfeil („Mann mit Federhut“). Ich sage: „AKV-Präsident!“ Er: „Ah, Chef!“ Ich: „So isses!“

Und wieder vergehen ein paar Minuten. Er hat Spaß an Profitlichs Kaiser Karl, amüsiert sich über Lennet Kann. Kann er auch nicht kennen, denke ich, weil ich ja inzwischen weiß ich, dass er noch nie bei einer Karnevalssitzung war. Und dann gehe ich aufs Ganze und frage den türkischen Kollegen vom weltweit erscheinenden Blatt: „Wo wohnen Sie?“

Und er sagt: „In Eilendorf.“

Für solche Momente bin ich dankbar. Istanbul – Köln – Aachen – Eilendorf! So einfach ist das. Und er kennt die Amigos nicht! Falsch, er kannte sie nicht. Jetzt kennt er sie ja. Dört kanka, eben.

Eine kleine Bildergeschichte und am Ende: Traditionsretter!

1
Pause. In Aachen kein Mangel an nahrhafter Wegzehrung. Sagen wir es so: Du wirs‘ in dieser Stadt nich‘ verhungern! Brötchen auf die Faust und ab durch die Mitte.

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Und die Mitte ist hier: Sportpark Soers, wo die beiden starken Marken unserer Stadt Flagge zeigen: der CHIO und der Verein. Verein meines Herzens, wird er immer sein, ist er im Moment ganz besonders viel.

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Auf der anderen Seite der Krefelder Straße wehen seit Tagen andersfarbige Öcher Fahnen. Auch ein Verein mit Renommee. Hängen die Fahnen auf Halbmast? Ist was passiert? Oder war einfach nur die Leiter zu kurz?

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Und dann rein ins Stadion, Richtung Fan-Shop. Abrupteherzschlagerhöhung beim Blick nach links: Wie in der Silbermine im Phantasialand eine Kulisse, und was für eine! Block S, aue Tivoli. Träneneinschuss Auge links, weiter nach oben.

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Okay, Dauerkartenverlängerungsfrist seit Mittwoch abgelaufen. Auch ejal. Zwei normale Tagestickets stattdessen. Und dann die Überlebenskollektion: T-Shirt, Sticker, Mütze. Der schönste Öcher Adelstitel dieser Tage heißt so: Traditionsretter!