Das Aachen-Blog

Autor: buettgens (Seite 74 von 77)

Warum 7uhr15.ac?

Das ist doch wirklich eine gute und gerne gestellte Frage. Und die Antwort ist eigentlich ganz banal.

Also, es fing an, lass mal nachdenken: im September 2008. Ich war auf Dienstreise, früh unterwegs im Zug. Wir stoppten in Düsseldorf zwischen, es regnete, ich schaute noch etwas verschlafen und vor allem tief in Gedanken aus dem Fenster auf den Bahnsteig.

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Boh! Düsseldorf!

Links das Schild: Düsseldorf; rechts die Bahnhofsuhr: 7uhr15! Unfassbar ungemütlich. Und da habe ich gedacht: Eigentlich egal, wieviel Uhr es ist, in Düsseldorf möchteste nich‘ abgemalt sein…

Um wie vieles schöner und anders ist es da in Aachen!

Ich habe dann in der Tat ein paar Tage später einen sehr fies frühen Frühstückstermin in der Stadt gehabt, kreuzte den Markt, und er machte an diesem Tag seinem Namen alle Ehre: es war nämlich Markttag. Anders als in Düsseldorf – welch Wunder! – schien die Sonne, ich guckte auf die Rathausuhr, Sie ahnen es: 7uhr15.

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Jawoll, Aachen! (Foto: Andreas Herrmann)

Und als ich dann wiederum ein paar Wochen später endlich den Entschluss fasste, mein Aachener Heimatblog zu starten und über einen Namen nachdachte, fielen mir diese beiden 7uhr15-Geschichten ein. Und dass dann noch die Domainkennung ac hinzukam, machte die Sache richtig rund.

Das Leben kann so einfach sein!

In der Tat schreibe ich nun heute viele Blogstorys in der Frühe. Ich mag das sehr, in meinem Büro zu sitzen, über die Felder zu schauen, rüber zur Benediktinerabtei Kornelimünster (siehe auch Eintrag Heimatdichter) – und den Tag mit ein paar ermunternden, klaren Gedanken über meine Stadt und ihre Menschen zu beginnen.

Aachen ist eine unfassbare Fundgrube für schreibende, redende, fotografierende, filmende Leute – naja, wenn Sie das Blog kennen oder kennenlernen oder wenn Sie meine Zeitungsarbeit schon etwas länger verfolgen, werden Sie wissen, was ich meine.

Blog-Weisheiten

In der Rubrik „Weisheiten“ auf 7uhr15.ac stelle ich Sprüche ein, die mir besonders gut gefallen.

Bisher fand ich es dann immer schade, dass sie im Nirgendwo verschwinden, wenn ich sie austausche. Jetzt aber gibt es die Weisheiten-Seite. Und hier erscheinen auch wirklich nur die, die schon mal auf der Seite waren.

„Ihr fünf spielt jetzt mal vier gegen drei!“
(Fritz Langner, Trainer von Werder Bremen, 1967 bis 1969)

»Wege entstehen dadurch, dass man sie geht.«
(Franz Kafka)

„Wenn du so gerne das Fähnchen schwenkst, dann such dir doch ’nen Job am Flughafen.“
(Erik Meijer in aktiven Zeiten zu einem Linienrichter.)

„Kampf, Begeisterung, Identität.“
(Die Forderung des neuen Sportchefs am Tivoli, Erik Meijer, für die Rückrunde.)

„Ich sag et dich, wenn ich en Arsenal wohnet, dann häu ich wahl en Dauerkaat.“
(Ich weiß, wer es gesagt hat)

„Jonge, do speälet et Trio, die Zweij, die macheten en Musik, dat wor einmalisch.“
(Weiß ich auch)

„Ich habe viel von meinem Geld für Alkohol, Weiber und schnelle Autos ausgegeben… Den Rest habe ich einfach verprasst.“
(George Best)

„Mein Problem ist, daß ich immer sehr selbstkritisch bin, auch mir selbst gegenüber.“
(Andreas Möller)

„Wenn wir hier schon nicht gewinnen können, dann treten wir ihnen wenigstens den Rasen kaputt.“
(Rolf Rüssmann)

„Schiri, siehste dat nich‘!? Deä is mich ständig am Trikot am Ziehen und am Profitieren!“
(„Deä“ war ich – und es ist schon lange her)

„Wenn du in der ersten Minute das 1:0 machst und in der letzten Minute das 2:0, dann kann dir nix mehr passieren.“
(Rudi Assauer)

„Ich muss das nochmal alles paroli laufen lassen.“
(Horst Hrubesch)

„Entscheidend is‘ auf’m Platz.“
(Sag ich auch immer.)

Über mich

Hallo, ich bin Bernd Büttgens. Und ich freue mich, dass Sie sich für mein Aachener Heimatblog interessieren!

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Das hat mich doch jetzt seit Jahren gereizt. Ein eigenes Blog wollte ich schon lange haben. Weil ich ohnehin spannend finde, wie sich unser Kommunikationsverhalten und folglich die Vermittlung von Inhalten verändern.

Und dann liegt natürlich im Journalisten dieser Hang, sich öffentlich mitteilen zu wollen. Sonst hätte man ja auch, na, sagen wir, Förster werden können.

Das Thema war der entscheidende Punkt. Ich habe da nicht lange suchen müssen: Aachen, meine Stadt. (siehe auch „Warum 7uhr15?“)

Ich habe schon früher, als ich noch Leiter der Stadtredaktion der Aachener Zeitung war, immer auf die Frage, was ich denn so mache, gerne geantwortet: Ich bin Berufsaachener. Ein großartiger Beruf, wie ich finde. Die Stadt und ihre Menschen im Blick, dieser Blick ist kritisch, doch in erster Linie liebevoll, oft auch verliebt. Und hier auf diesem Heimatblog ganz oft sehr verliebt.

Ich bin seit November 2014 Sprecher der Stadt Aachen und habe die Leitung des Fachbereichs Presse und Marketing übernommen – das schafft dann reichlich Perspektiven, das Thema Aachen zu erzählen und zu platzieren.

Ich lebe mit meiner Familie, meiner Frau Uschi und unseren Kindern Leonie und Ben, för ze frecke jeär en Oche, genauer ja in Schleckheim, was ein wunderschöner Flecken ist. Wenn ich aus dem Fenster schaue, kann ich am anderen Ende der Felder die Benediktinerabtei Kornelimünster sehen – und das gefällt mir sehr.

Der gelernte Beruf ist klar: Redakteur! 25 Jahre bei der Zeitung, erst Aachener Volkszeitung, dann Aachener Zeitung, ab 2003 in der gemeinsamen Redaktion von Aachener Zeitung und Aachener Nachrichten, ab 2004 bis Oktober 2014, in der Chefredaktion als stellvertretender Chefredakteur.

Ich bin 49 Jahre alt, gebürtiger Öcher, stolzer Träger des Thouet-Mundartpreises der Stadt Aachen, und ich tummele mich – privat wie beruflich – gerne dort, wo das Leben pulsiert.

Entweder oder…

Das sind Fragen, auf die der Öcher klare Antworten findet:

Eiffelturm oder Weißes Haus?
Der Dom!

Gladbach oder Bayern?
Os Alemannia!

Stollen oder Lebkuchen?
Printen!

San Siro oder Nou Camp?
Der Tivoli!

Alpen oder Nordsee?
Lasst mich auf den Lousberg!
Und zwar schnell…

Lasst uns zwitschern!

Man kann sich der Magie dieses blitzschnellen Mediums kaum entziehen. „Was machst Du gerade?“ Das war vor drei Jahren die Frage, mit der der Internet-Infokanal twitter.com startete.
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Ein öffentlich einsehbares Tagebuch war entstanden, ein sogenanntes Mikro-Blog. Denn in maximal 140 Zeichen
erzählten die Pioniere dieses sozialen Netzwerkes wie bei einer SMS davon, dass die Wurst auf dem Grill liegt, das Wochenende sonnig werden soll oder ein Schalke-Aufkleber am Autoheck eine herbe Belastung sein kann.

Derartig gestaltete Tweets (so heißen die „gezwitscherten“ Nachrichten) gibt es auch heute noch. Grundsätzlich hat sich die Qualität der gezwitscherten Nachricht jedoch deutlich geändert. Heute kommt man bei Twitter – wenn man das Angebot entsprechend auf die eigenen Bedürfnisse fokussiert – einerseits verblüffend schnell an aktuelle Neuigkeiten,
andererseits im extrem meinungsfreudigen Dialog in Kontakt mit interessanten Leuten vor Ort, bundes- oder weltweit.

In 140 Zeichen kann man erstaunlich präzise Gedanken, Urteile oder Infos formulieren und auf manch Lesens- und Staunenswertes über den entsprechenden Link hinweisen.

So wagen wir die These: Twitter ist eine Erfolgsgeschichte, die sich durchsetzen wird. Es ist eine neue Spielart der modernen Kommunikation, ein Paradebeispiel für die Wirksamkeit des Web 2.0.

Und gleichzeitig ist Twitter aber auch ein Synonym für den Zustand der Medien, die sich im Zeitalter der Digitalisierung neu positionieren und neu erfinden – und doch noch keine Antwort auf die Frage haben: Wie kommunizieren wir in der Zukunft? Welche Idee setzt sich durch? Welches Konzept ist auch wirtschaftlich interessant?

Auch wir Zeitungsleute diskutieren diese Themen mit Vehemenz. Für uns ist Twitter eine gute Möglichkeit, die Wege der modernen Informationsbeschaffung – und ihrer Kommentierung – zu erforschen. Und zu staunen, was da abgeht. Lassen Sie uns zwitschern: www.twitter.com/buettgens – ganz einfach.

***Mehr lesen: Informatives und Wertendes über Twitter von René Martens im Rheinischen Merkur und von Holger Schmidt im Faz.net

***Twitter-Empfehlungen: Aachen journalistisch: Mullefluppet – eher literarisch: Jo Silberstein – nah an der Alemannia: news5_alemannia – medienpolitisch analytisch: holgerschmidt – der Kulttwitterer: saschalobo

Die Rabentalwiese lädt zum Träumen ein

Wer es an Abenden wie diesem oder Morgen wie dem morgigen einsam und idyllisch liebt, dem sei die Rabentalwiese von Herzen empfohlen. Im Schatten des Klinikums gelegen, hat der Botanische Garten e.V. Aachen dieses Stück Landschaftsschutzgebiet wunderbar aufbereitet. Trampelpfade sind mit dem Rasenmäher in die wilde Wiese geschnitten worden, an den Wegesrändern gedeihen die Apfelbäumchen, die die Bürgerstiftung Lebensraum Aachen Öcher Kids spendiert hat – auf dass es ihnen in dieser Stadt gutgehen möge.
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Ein idyllisches Fleckchen Aachen im Schatten des Klinikums: die Rabentalwiese.

Eine kleine Attraktion ist der Weiher am Ende der Wiese. Wer auf den Grassofas dort Platz nimmt und ein wenig still verweilt, dem führen die Schwalben vor, was ein richtiger Bauchplatscher ist. Mit tollkühnem Schwung und gespannten Flügeln stürzen sie aus luftigen Höhen ins Wasser, touchieren die Oberfläche und jagen dann wieder nach oben. Ob sie juchzen oder jauchzen war nicht genau zu hören.
In der Tat ein schönes Fleckchen Erde diese Rabentalwiese, in der Tat ein bisschen versteckt hinter Gut Melaten und Kaiser Karls Gärtchen.
Nicht dass jetzt alle gleich losrennen, dann ist es mit der Idylle vorbei. Fällt mir am Ende dieses Beitrags gerade ein…

DAS DA Theater mit Rekordjahr

Aus gegebenem Anlass ein Interview mit dem Leiter des DAS DA Theaters, Tom Hirtz, zum Ende der Spielzeit 08/09. Er blickt auf ein Rekordjahr für das freie Ensemble zurück.

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Hat Grund zur Freude: DAS DA-Chef Tom Hirtz

Bis zum 26. Juli läuft noch “Der tollste Tag” auf der Burg Frankenberg, dann geht die DAS DA-Saison zu Ende. Wie fällt dein Fazit für 08/09 aus?
Hirtz: Wir sind sehr zufrieden. Gestern haben wir mal bilanziert und sind auf Rekordzahlen gekommen, die uns selbst erstaunt haben: Über 300 Vorstellungen haben wir in dieser Spielzeit angeboten. Mike Kühne hat allein sein Solostück “Escape” 90 Mal gespielt, davon 50 Mal mobil in Schulen.

Die Mobilität entwickelt sich immer stärker zu einer Stärke des DAS DA Theaters.
Hirtz:
Ja, absolut. Das trifft vor allem den Kinder- und Jugendtheaterbereich. Wir wollen diesen Sektor künftig gesondert ausweisen. Denn feststeht natürlich: Die Nachfrage ist groß, der Umsatz in diesem Bereich aber natürlich entsprechend gering, weil wir schließlich nicht den Kindern und Eltern das Geld aus der Tasche ziehen wollen und können. Dieses Thema ist folglich ein kulturpolitisches, da pochen wir auf eine Entscheidung.

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Mike Kühne: Geheimnisumwittert auf der Burg im „Tollsten Tag“, viel beschäftigt in seinem Solostück „escape“, das er 90 Mal spielte.

Noch zwei Wochen “Der tollste Tag” – wie fällt deine Bilanz aus?
Hirtz:
Das Stück kommt sehr gut an, wir selbst sind aber auch sehr glücklich damit. Es ist schön, wenn man das Gefühl hat, ein künstlerisches Highlight gesetzt zu haben. Die Mannschaft ist hochmotiviert, die Resonanz der Zuschauer entsprechend. Großartig ist aber vor allem, dass wir uns schon jetzt auf die neue Spielzeit vorbereiten und freuen.

Gutes Stichwort, was reizt dich im Programm der neuen Spielzeit?
Hirtz:
Eigentlich alles. Ich freue mich sehr auf all die Ur- oder Erstaufführungen. Das sind schon besondere Herausforderungen, weil es keine Inszenierungsmodelle für solche Stücke gibt. Die entstehen im Austausch mit den Autoren, mit den Darstellern, mit Bühnen- und Kostümbildner, man tastet sich heran.

Du hast eine Reihe neuer Leute im Ensemble.
Hirtz:
Ja, das ist auch ein sehr positiver Effekt. Die Mischung zwischen alt und neu stimmt, wir bieten den Zuschauern neue Gesichter und wir selbst profitieren auch von der Erfahrung und der Spielweise der Neuen. Bei allem soll DAS DA Theater seinen Stil bewahren und doch nicht voraussehbar sein.

***Mehr lesen und Karten – etwa die Resttickets für die Burg – buchen: www.dasda.de

Holtby erklimmt den Mount Magath

Okay, Lewis Holtby verlässt die Alemannia, und ich muss meinem Großvetter Bruno eine Flasche Rotwein spendieren. Hatte doch tapfer gewettet, dass das Großtalent auf dem Hof bleibt und uns noch ein Jahr großen Spaß macht. Schluss mit groß, der Kleine geht. Und bei all meinen Hoffnungen war wohl der Wunsch Vater des Gedanken.

Guck mal, Lewis!

Jetzt ist er weg und muss jetzt bei Schalke auf den Mount Magath rennen – aber ein bisschen wehtun soll dem jungen Mann der Wechsel zu Schalke doch.
Es bleiben ein paar schöne Erinnerungen an einen überdurchschnittlich talentierten Fußballer, der zudem ein netter Kerl ist und der Wunsch, dass wir ihn einst im Nationaltrikot wieder sehen.
Weil: Erstens macht uns Öcher das stolz, wenn einer von uns – siehe Rolfes – ganz nach oben kommt. Und zweitens bringt das im Falle Holtby unserem Verein zusätzliche Kohle. Und Kohle aus dem Revier nahmen wir schon immer gerne.

***Mehr lesen: www.az-web.de und www.an-online.de – zusätzlich eine gute Bildergalerie aus der kurzen Aachener Karriere.

Alemannen an die Hand genommen

Kommt, Jungs, nur Mut, das klappt schon! Die Alemannen, Operation 09/10, waren bei ihrem ersten Auftritt in besten Händen. Denn die Bambini-Kicker von Hertha Walheim begleiteten Fiel, Auer & Co. aufs Spielfeld. Der Auftrag: Erstes Testspiel der neuen Saison bei Hertha Walheim, 1200 Fans standen an Gittern und auf Wällen, und am Ende hat es dann auch funktioniert: 4:0 für die Profis gegen die Landesligisten.

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Die Bambinis von Hertha Walheim spielten erst mit Alemannias Maskottchen Alaix, dann führten sie die Profis aufs Spielfeld. Fotos: Bernd Büttgens, Andreas Steindl (www.photo-steindl.com)

Das Spiel selbst war wie Testspiel halt so sind, der erste Anzug der Alemannia in Halbzeit 1 passte schon recht gut, später experimentierte Trainer Seeberger doch sehr, was dem Niveau ein wenig Abbruch tat.
Derweil hockten die Bambini-Kicker, stolz wie Oskar, am Spielfeldrand und schauten sich den Kick der Großen von unten an.
„Super“ war der meistgehörte Kommentar auf der Heimfahrt, „voll krass“ die Begegnung, „voll nett“ die Spieler. Und voll Freude blicken (nicht nur) die Kinder auf die erste Partie der Alemannen, bei der es dann im neuen Tivoli um was geht.
Sollten die Profis auch dann eine starke Hand brauchen: Anruf genügt!