Das Aachen-Blog

Autor: buettgens (Seite 64 von 77)

Elisengarten – da freu ich mich drauf!

Wenn man so eine Zeitlang im neuen Elisenbrunnen-Restaurant gesessen und sich oft genug gesagt hat – was stimmt -, nämlich, dass das eine absolute Bereicherung fürs Städtchen ist, dann fällt der Blick auch in den Garten.

Und dann geht dem geneigten Betrachter auf, dass sich draußen fortsetzt, was innen mit so viel Lob versehen wurde: ein neues starkes Stück Aachen.

e-garten

Ich freu mich drauf, im Frühjahr, wenn die Sonne es wieder gut mit uns meint, dort im Elisengarten zu sitzen, wahlweise eine Mittagspause lang den Elisenbrunnen im Fokus, die nächste unser Münster. Und immer werde ich dann einen Blick ins archäologische Fenster werfen und mich darüber freuen, dass auch schon Gaius Noppeneius in römischen Tagen seine müden Knochen in Öcher Wasser tunkte.

Das ist wirklich eine gelungene städteplanerische Arbeit, die vom Berliner Planungsbüro Lützow 7 entworfen und nun umgesetzt worden ist.

Ein offener, einladender Park, mitten in der Stadt, eine würdige Fortschreibung und Neuinterpretation der Idee, die mit der Gründung von E-Brunnen und -Garten Anfang des 19. Jahrhunderts angestoßen wurde: Aachen, eine moderne Badestadt. Dazu gehörte übrigens auch damals schon der vorgelagerte Friedrich-Wilhelm-Platz, das Theater und die als Boulevard angelegte Theaterstraße.

Der Öcher sieht und staunt, es gefällt ihm, und er lobt: „Stemmt, dat es net schleäht!“ Das ist ein hohes Lob.

*** Merken: Auch wenn der Winter noch auf dem Park liegt, da deutet sich doch Schönes an. Man sieht sich im Park.

Lieber Hubert, 3:1!

Lieber Hubert,

es ist jetzt 21.16 Uhr am Freitagabend, und ich hab es Dir ja versprochen, mich nach dem Spiel mit dem Ergebnis zu melden. Damit Du erfährst, wie es denn ausgegangen ist. 3:1, das Tor von Adlung hast Du ja noch mitgekriegt, dann in Halbzeit zwei (da warst Du schon futt), direkt das 2:0 von Benni Auer, schließlich zwei Karlsruher Tore (zum 2:1 und 3:1).

Ich hoffe, Du langweilst Dich nicht im Kabarett, kannst ja zwischendurch mal heimlich ins Netz gehen und nachlesen, was ich Dir so schreibe.

„Wo ist der Hubert?“

„Wo ist der Hubert?“, hieß es im Kreis der Kameraden, als Du nach der Pause weg warst. Ich sagte, „der muss noch ins Kabarett, seine Frau hat Karten besorgt.“ Eine Mischung aus Respekt, Fassungslosigkeit und Mitleid sprach aus den darauf folgenden Kommentaren der Kollegen in Block O6.

Ich sag mal so, die Forderung, die unser Sitznachbar vor dem Spiel äußerte („heute mindestens drei Punkte“) ist aufgegangen. Wir haben schön laut und manche auch schön schön gesungen, die Hütte klingt schon klasse, wenn die Mannschaft mit Leistung und Leidenschaft (s. Meijer in der Rubrik ‚Weisheit der Woche‘) die Richtung vorgibt.

Lieber Hubert, viel Spaß noch im Kabarett! Es wird Dich nicht berühren, aber ich gucke jetzt gerade Bayern – Hoffenheim. 1:0 kurz vor der Pause, flotte Partie, doch der eigentliche Knaller: Arjen Robben spielt in einer unfassbaren langen grauen Unterhose. Und Demichelis ist wohl Vater geworden, er nuckelte am Daumen nach seinem Tor. Sprachen wir schon darüber, wie doof diese Jubelarien sind?

Die Gelegenheit wird sich bieten. Spätestens beim Heimspiel gegen Kaiserslautern. Da muss ich übrigens in der Pause weg, wir haben Karten fürs klassische Konzert. Wäre nett, wenn Du mich auf dem Laufenden halten könntest…

Und jetzt lacht keiner, klar!

***Mehr lesen:
Der Bericht zum Spiel auf az-web und an-online von Roman Sobierajski. Ausführlich in der Samstagausgabe von AZ und AN.

Magisches Zweieck – Alemannia-Podcast

SAISON 2012/13

Das „Magische Zweieck“ gibt es als Audio-Podcast (also quasi als Radiobeitrag, also Alemannia auf die Ohren) vor den wichtigen Spielen der Alemannia, auch in Liga 3.

Das Magische Zweieck sind Olaf „Oli“ Lindenau und Bernd Büttgens, die auf www.7uhr15.ac im Vorgriff auf das jeweilige Spiel einen messerscharfen, ausgesprochen analytischen Doppelpass, mitunter auch den gefürchteten tödlichen Ball in die Tiefe spielen. Von Alemannia-Fans geliebt und heiß begehrt…

Hier gibt es die Folgen des „Magischen Zweiecks“, das Aufwärmprogramm für Fans vor jedem Alemannia-Spiel.

1. Spieltag: Bielefeld – Alemannia – endete x:x

SAISON 2011/12

33. Spieltag: Alemannia – Karlsruher SC – endete 1:0

32. Spieltag: Alemannia – Eintracht Frankfurt – endete 0:3

30. Spieltag: Alemannia – VfL Bochum – endete 2:0

28. Spieltag: Alemannia – Dynamo Dresden – endete 0:1

26. Spieltag: Alemannia – Eisern Union Berlin – endete 1:3

24. Spieltag: Alemannia – SC Paderborn – endete 0:3

22. Spieltag: Alemannia – Hansa Rostock – endete 0:0

20. Spieltag: Alemannia – St. Pauli – endete 2:1

18. Spieltag: Alemannia – Erzgebirge Aue – endete 1:1

17. Spieltag: Alemannia – München 60 – endete 2:2

14. Spieltag: Alemannia – MSV Duisburg als VIDEO-PODCAST zum 1000. Zweitliga-Spiel – endete 2:2

12. Spieltag: Alemannia – FC Ingolstadt – endete 3:1

10. Spieltag: Alemannia – FSV Frankfurt endete 1:3

6. Spieltag: Alemannia – Fortuna Düsseldorf – endete 0:0

4. Spieltag: Alemannia – Cottbus – endete 0:2

2. Spieltag: Alemannia – Braunschweig – endete 0:2

Gespräch mit Peter Hyballa im Trainingslager bei Schweiß und Kühen

ARCHIV SAISON 2010/11

34. Spieltag: Alemannia – Arminia Bielefeld – endete 1:1 (mit Saisonfazit von Peter Hyballa)

30. Spieltag: Alemannia – Erzgebirge Aue – endete – hoppla – 1:5

28. Spieltag: Alemannia – 1860 München – endete 2:1

26. Spieltag: Alemannia – Bochum – endete 1:3

24. Spieltag: Alemannia – Hertha BSC – endete – hüstel – 0:5

22. Spieltag: Alemannia – FSV Frankfurt – endete

20. Spieltag: Alemannia – Greuther Fürth – endete 2:2

DFB-Pokal, Viertelfinale: Alemannia – Bayern München – endete 0:4

19. Spieltag: Alemannia – Karlsruher SC – endete 4:2

DFB-Pokal, Achtelfinale: Alemannia – Eintracht Frankfurt – endete 6:4 n.E.

16. Spieltag: Alemannia – Fortuna Düsseldorf – endete 0:0

14. Spieltag: Alemannia – FC Augsburg – endete 1:3

12. Spieltag: Alemannia – MSV Duisburg – endete 2:2

10. Spieltag: Alemannia – VfL Osnabrück – endete 2:1

DFB-Pokal, 2. Runde: Alemannia – FSV Mainz 05 – endete 2:1

8. Spieltag: Alemannia – FC Ingolstadt – endete 2:1

6. Spieltag: Alemannia – SC Paderborn -endete 2:0

4. Spieltag: Alemannia Aachen – Energie Cottbus – endete 2:3

1. Spieltag: Alemannia – Union Berlin – endet 2:2

zweieck_

ARCHIV SAISON 2009/2010

Und wie gesagt: Auch wenn die Schlachten bereits geschlagen sind, so lohnt sich immer noch der Blick zurück – ob im oder ohne Zorn…

34. und letzter Spieltag: Alemannia – MSV Duisburg – endete 1:1

33. Spieltag: SC Paderborn – Alemannia Aachen – endete 2:1

32. Spieltag: Alemannia – Greuther Fürth – endete 2:2

31. Spieltag: Rot-Weiß Ahlen – Alemannia – endete 0:1

30. Spieltag: Alemannia – TuS Koblenz – endete 1:1

29. Spieltag: Hansa Rostock – Alemannia Aachen – endete 2:0

28. Spieltag: Alemannia – FC Augsburg – ein wunderbares 4:0 am Ende!

27. Spieltag: Union Berlin – Alemannia Aachen – endete 0:0

26. Spieltag: Alemannia Aachen – Arminia Bielefeld – endete 2:1

25. Spieltag: Energie Cottbus – Alemannia – endete 3:1

24. Spieltag Alemannia – Fortuna Düsseldorf – endete 0:1

23. Spieltag: 60 München – Alemannia – endete 3:2

22. Spieltag: Alemannia – RW Oberhausen – endete 2:1

21. Spieltag: FSV Frankfurt – Alemannia Aachen – endete 1:1

20. Spieltag: Alemannia – Kaiserslautern – endete 0:3

19. Spieltag: St. Pauli – Alemannia – endete 1:0

18. Spieltag: Alemannia – Karlsruher SC – endete 3:1.
Das war die erste Folge, die Geburtsstunde des Magischen Zweiecks!

Ein wirklich handliches Allzweckgerät

Manchmal muss ich etwas länger im Hobbykeller feilen, bis die Geschichte ihren Aachen-Bezug – und nur solche kommen ins Blog – endgültig hat.

Im vorliegenden Fall bin ich Bernd Steinbrecher dankbar, der ja mit seinem Agentur-Team den Öcher Drehturm (da ist der Aachen-Bezug!) auf Schwung hält. Also, der Chef von Power + Radach hat mich auf eine wirklich bizarre Geschichte gestoßen, die ich nun weitererzählen möchte.

Kurzum es handelt es sich hierum:

Und jetzt bitte klicken, gucken – und danach wieder zurückkommen.

Das Besondere an diesem scharfen Teil (prima Firmenidee mit bester Herstellungsqualität und leicht verspielter Vielfalt) ist sicherlich das Produkt an sich. Aber nicht weniger beachtlich sind die Kundenrezensionen.

Die Kommentare (inzwischen über 130) gehen zum Beispiel wie folgt.

„Wirklich ein fantastisches und handliches Allzweckgerät.
Was mich nur ein bisschen stört, ist die Tatsache, daß grundlegende Alltagsfunktionen doch teilweise etwas schwer zu erreichen, bzw. zu bedienen sind. So ist z.B. der integrierte Teilchenbeschleuniger nur dann korrekt in Betrieb zu nehmen, wenn die Nagelfeile und der Korkenzieher in einem Winkel von exakt 107,2 Grad ausgeklappt sind.“

Oder:
„…wir sind letzte Woche in das Messer eingezogen und haben es nicht bereut!“

Da das Netz im durchaus berechtigten Rufe einer großen Kopieranstalt guter (oder auch weniger guter) Inhalte steht, stieß ich in den zurückliegenden Tagen mehrfach auf dieses Thema. Zuletzt auf ein sehr lesenswertes Stück bei netzpolitik.org.

Ob auch Aachener unter den Rezensenten sind? Keine Ahnung.

Wenn ich es mir recht überlege, habe ich auch so ein Teil irgendwo herumliegen. Das Modell „Eiger Nordwand“ – mit Rettungsseil und Schneekanone.

***Apropos Kundenrezension: Freue mich auch über Feedback auf 7uhr15.ac!

Die Geburt des „Magischen Zweiecks“ Podcast: Alemannia für die Ohren

„Das magische Zweieck“ schlägt die verbalen tödlichen Bälle aus dem Halbfeld. Messerscharfe Doppelpässe – möngchensmoeß, butterweich aufgelegt.

Wir starten heute eine Podcast-Reihe, in der Hoffnung, nein, mit der festen Absicht, dass es genau das wird: eine Reihe, eine Serie. Im Mittelpunkt: der schwarz-gelbe Verein.

zweieck_

Zwei Männer geben alles für ihren Verein oder: Alemannia für die Ohren.

Mein kongenialer Partner im magischen Zweieck ist mein Freund Olaf „Oli“ Lindenau, der bei uns zuhause einst als Vetter angefangen hat. Ein Mann des Wortes, der feinen Dialoge und des ortsüblichen Humors, der auch Mutterwitz genannt wird. Also ein Mann, den man steil schicken kann.

Heute reden wir natürlich über den Auftakt der Rückrunde, erfahren, wer Olis größte Hoffnung im schwarz-gelben Kader ist, warum Karlsruhe an sich eigentlich in die Pampers-Liga gehört, und weshalb wir uns nicht verstecken müssen – wir haben ja Delze…

***Viel Spaß beim Zuhören, wir bieten heute an:

:DD Das magische Zweieck – 18. Spieltag, Teil 1 – Im Anfang war der Schneeschieber. (mp3-Version)

:DD Das magische Zweieck – 18. Spieltag, Teil 2 – Karlsruhe, ha: von wegen Kaiser, nur Kurfürst! (mp3-Version)

***Nur das noch: Zweiecke gibt es wirklich, denn merke:

Es gibt zwei Arten von Zweiecken, echte und falsche Zweiecke. Bei letzteren fallen beide Eckpunkte zusammen, wodurch es einem Eineck gleicht.

Und das wollen wir auf alle Fälle mit aller Macht, nein, mit aller Magie verhindern!!!

Jupp empfiehlt: Holt Sand vom Meer!

Nun habe ich also diese digitale Brieffreundschaft mit Jupp Touet an der amerikanischen Ostküste. Jupp schreibt jeden Tag, und ich bin froh, dass das Blog, der Thouet-Preis und az-web.de solch nette Kontakte möglich machen.

Jupp ist 85, ist ’58 ausgewandert nach Amerika, aber tief in seinem Herzen ist er ein Öcher Jong geblieben. Und ich meine aus seinen Mails auch so etwas wie Heimweh lesen zu können.

Was ich hier und heute nur erzählen wollte: Jupp scheint mir ene luese Duemjroef zu sein, der sich seinen Öcher Mutterwitz bewahrt hat. Als ich ihm schrieb, dass wir hier in Aachen e fleddig Wenkterweär hant met Schnie än rechtig fieskoet und dass uns vor allem allmählich das Streusalz ausgehe, schlug er kurzum vor: Fahrt zur Nordsee, die liegt doch vor der Tür, da gibt es genug salzigen Sand!

Ich war da, Jupp, an der Öcher Riviera, schau hin, und zwar schon Anfang des Jahres. Und es war wunderschön, Domburg, Zoutelande, Zeeland im Winter. Aber mir hätte es zu leid getan, diesem Idyll auch nur ein Eimerchen Sand zu klauen.

meer

Zu unserem Nordsee-Trip gibt es auch eine kleine Bildergalerie – ich weiß ja nicht, wie es den geneigten Leserinnen und Lesern geht, aber mich fasziniert das Meer bei jeder Jahreszeit.

***Mehr lesen:
Jupp Touet wird in den kommenden Tagen Thema hier im Blog sein. Er versorgt mich mit bewegenden Geschichten und einigen schönen alten Bildern.

Schnee schippen für drei Punkte

Ich war da, ich habe sie gesehen, am Morgen waren es exakt 32 Fans der Alemannia, die mit Schneeschiebern ausgestattet dem großen Weißen, das das große Grüne zentimeterdick bedeckte, an den Kragen gingen.

Schnee schippen für drei Punkte oder: Die Fans tun alles, damit die Rückrunde der Alemannia am Freitag gegen den Karlsruher SC gut beginnt. Und gehen damit in Vorleistung.

mohren.jpg

Manuela Mohren ist für die Alemannia gerne im Einsatz: Auch beim Schneeschippen auf dem neuen Tivoli.

Hausmeister Horst Krause war voll des Lobes: Topleute, schwärmte er mit Blick auf die fleißige Fanschar. Und Trainer Michael Krüger schaute auch vorbei. Ob die Spieler denn auch ein bisschen Konditionstraining an der Schüppe einlegen? Der Trainer lächelte. Das war die Antwort.

Übrigens: Als Dank will die Alemannia die Schneeschipper vom Dienst zu einem Essen mit der Mannschaft im „Klömpchensclub“ einladen. Den meisten Fans wäre wohl der größte Lohn, wenn sich das Team am Freitag mit Leidenschaft und gutem Spiel bedanken würde.

***Viele schöne Bilder: Es gibt eine ausführliche Fotogalerie auf az-web.de

Der alte Joethe wusste es schon

Ich weiß nicht, ob ich das schon erzählt habe, aber ich liebe ja Dichterworte. Des alten Heines Rotzereien über Aachen – Beispiel nur: wunderbar.

Nun wurde mir ein Goethe zugespielt, ein mir wohl bekannter Lehrer tat’s, ein freundlicher Herr, der sein Herz der Literatur verschrieben hat. Auf alle Fälle schickte er mir, was der alte Joethe einst über den Dialekt geschrieben hat. Und was soll ich sagen: Auch da hatte der Meister Recht.

„Jede Provinz liebt ihren Dialekt: Denn er ist doch eigentlich das Element, in welchem die Seele ihren Atem schöpft.“

(Für alle, die ohne Quelle an der Wahrheit der Dichtung zweifeln: Goethe, Dichtung und Wahrheit, 6. Buch)

Nichts anderes sage ich auch immer.

Und als hätte es noch eines Beweises bedurft, passierte mir gestern Mittag das: Kaum dass ich an der Ampel stoppe, froh und glücklich, nach der Schlidderpartie über die kläglich geräumten Straßen hier nun endlich für eine kurze Weile Halt zu finden, kreuzt ein Fußgänger bei Grün. Und legt sich direkt vor meinem Auto aber sowas von auf den Hosenboden.

Ich raus, will helfen, da brüllt der Kerl mich an: „Leggesamoka, wat e Weär!“ Ich zurück: „Kann ich jet doför?“ Er: „Han ich dat jesaaht?“
Ich habe ihm aufgeholfen, er hat merssi gesagt, wir gaben uns zum Abschied die Hand.

Ja, dann weiß ich doch, wo ich bin!

Da bin ich in meinem Element, da schöpft meine Seele wieder für einen Tag Atem! Öcher Atem.

***Damit es keine Beschwerden gibt: Heines Worte über Aachen seien nicht verschwiegen: Sie gehören in sein Wintermärchen, Caput III. Und mal abgesehen davon, dass die Jahreszeit stimmt – der Rest ist längst verjährt:

Zu Aachen, im alten Dome, liegt
Carolus Magnus begraben.
(Man muß ihn nicht verwechseln mit Karl
Mayer, der lebt in Schwaben.)

Ich möchte nicht tot und begraben sein
Als Kaiser zu Aachen im Dome;
Weit lieber lebt ich als kleinster Poet
Zu Stukkert am Neckarstrome.

Zu Aachen langweilen sich auf der Straß
Die Hunde, sie flehn untertänig:
Gib uns einen Fußtritt, o Fremdling, das wird
Vielleicht uns zerstreuen ein wenig.

(Heinrich Heine, Deutschland, ein Wintermärchen, Caput III)

Aachen, die Region – Mobil-City 2020?

Das Schöne am Internet ist ja, dass die hier veröffentlichten Beiträge ein Stück weit für die Ewigkeit gemacht sind. Und so lässt sich dann – sagen wir, am Ende dieses Jahres – leicht nachprüfen, ob eine Vision, die Städteregionsrat Helmut Etschenberg gestern Morgen als das Projekt „Mobil-City 2020“ bei seinem Neujahrsempfang formuliert hat, tatsächlich Chancen auf Verwirklichung hat.

flach-3

Kurz sei hier erzählt, was meine Kollegen Jutta Geese und Udo Kals für die Aachener Zeitung und die Aachener Nachrichten in Druck und online präzise und ausführlicher beschreiben: Ein zentraler Parkplatz am Flughafen Merzbrück ist der Treffpunkt. Von hier fährt der Pendler, der ein Ziel in Städteregion oder Stadt hat, entweder mit der Euregiobahn weiter. Oder er springt in eins der vielen Elektroautos, parkt es an einem der Zielparkplätze vor Ort und kehrt abends mit einem anderen Mobil wieder nach Merzbrück zurück.

schild-1

Effiziente ökologische Verkehrsplanung, Antriebe der Zukunft, Technologieregion mit Nutzwert – da klingen so viele schöne Schlagworte mit. Und Etschenberg sagte im Bühnengespräch, dass er durchaus schon in ernsten Gesprächen mit Partner aus Forschung, Wirtschaft und in den Kommunen sei.

minister

Wenn man schon dabei war und das Gefühl hatte, dass da gerade eine Vision formuliert wird, die unserer Region alle Ehre machen würde, dann sollte man das auch aufschreiben. Was hiermit getan wäre.

Von „au Bülle“ und roten Köpfen

So, Thouet-Preis, letzter Beitrag, dann widmen wir uns wieder den ernsten Dingen des Öcher Lebens (Alemannia, Wetter, Tivoli, der Schnee, Rückrundenstart, fieskalt etc.).

Ich wollte mich an dieser Stelle aber einfach nur noch mal bedanken für 1. diesen wunderbaren Abend, 2. die Begegnungen und Gespräche danach und 3. für die Reaktionen aus allen Richtungen. Ich werde jetzt nicht fein säuberlich und vollständig zitieren, was so an Lob und lieben Worten auf mich niedergeprasselt ist. Bewegt hat mich das alles sehr. Aber einige Reaktionen sind schon notierenswert.

Ein Sonderthema (siehe vorangegangenen Blogeintrag) ist Jupp Touets – was für ein Name! – Reaktion von der amerikanischen Ostküste. Er ist der am weitesten von der Heimat stationierte Gratulant. Nicht schlecht ist auch Zeitungskollege Michael aus Passau, der mit der freundlichen Einleitung („aue Büll Büttgens!“) nach Bewegtbildmitschnitten im Netz fragt: Jet et net, Michael!

„Hür, danke für den Öcher Abend mit Häzz, rote Ramme!“

Auf alle Fälle will mein Kumpel Kurt nach dem Abenteuerbericht meines wahnsinnigen Vetters Oli und meines genauso verrückten Bruders Kalle (hört sich an wie einer von Robin Hood oder?) auf der Rathausbühne jetzt sofort mit mir auf den Eifelsteig: „Ich muss diese Seite von Dir unter hoher körperlicher Belastung kennenlernen…“

Die Herren hatten mich – was jeder Grundlage entbehrt – als hartherzig grimmigen, von einigen fläddigen Wutausbrüchen abgesehen, eher schweigsamen Wanderer bezeichnet. Das in diesem, oder mit meinen Fußballkünsten gefallene Wort von der „roten Ramme“ (weniger politisch als vielmehr belastungsroter Bölles und so) begleitet mich jetzt übrigens in der Redaktion. Ich danke von Herzen. Der geschätzte Sportchef schickt mir die SMS: „Hür, danke für den Öcher Abend mit Häzz, rote Ramme!“