Das Aachen-Blog

Autor: buettgens (Seite 55 von 77)

An diesem Sonntag im April…

An diesem Sonntag im April, der seinem Namen im wahrsten Wortsinne alle Ehre macht,…

…atmet die Öcher Menschheit auf. Sonne, endlich Sonne. Das Leben verlagert sich wieder vor die Tür. Was bisweilen interessante Folgen hat.

…ist noch immer das Flugverbot gültig, das die Aschewolke des unaussprechlichen isländischen Vulkans nötig macht. Ein Flugverbot als Reinheitsgebot für einen azurblauen, kondensstreifenfreien Himmel. Ein wunderbarer Anblick.

himmel

…ruft die Nachbarstochter schon kurz nach 10, dass sie „jetzt sofort ein Eis haben will“.

…fragen die Kinder andernorts, ob sie eine Wasserschlacht machen dürfen. Und wann endlich der Swimmingpool aufgeblasen und befüllt wird.

An diesem Sonntag im April…

…der ein Kinderkommunionssonntag ist, wird sich bei Müttern und wohlmeinenden Tanten in der Festplatte einbrennen, dass es ein sonniger Tag ist. Und wann immer die Sprache auf die Kinderkommunion kommen wird – auch in Jahren noch – wird diese Erinnerung aufgewärmt.

ANS-ahlen-alem-191
…siegt unsere Alemannia in Ahlen, kann nicht mehr absteigen, wird gefeiert – und das ist doch auch mal was. (Foto: Andreas Steindl, Spielinfo und Bildergalerie az-web)

An diesem Sonntag im April…

…beginnt für viele Familien wieder die schreckliche, oft halbjährige Saison, in denen sie Papas Grillkunststücke mit Worten des Lobs und der Anerkennung essen müssen. Außen verbrannt und innen roh.

…beginnt für die Nachbarn der Grillkünstler die Zeit der verräucherten Wohnzimmer, die manchen Metzger auf die Idee brächten, gerade hier die Schinken aufzuhängen.

An diesem Sonntag im April…

…hat ein Meister der Kaffeekunst auf den Tisch im Freien ein Frühlingsblumenbouquet drapiert.

garten
Es steht in einem Übertopf, den das schöne englische Wort „garden“ für Garten ziert. Damit alle kapieren, dass die trübe Zeit im Keller und in muffigen Stuben vorbei ist und wir jetzt wieder wat nach draußen jehen, da sitzen, essen und auch stöhnen können.

Denn auch das gibt es an diesem Sonntag im April: „Saukäs, is‘ dat wärm!“

 

Das „Magische Zweieck“ vor dem Aus?

Hoppla, Auflösungserscheinungen beim „Magischen Zweieck“!

Die bislang stets kongeniale „Abteilung Attacke“ von 7uhr15.ac vor allen Alemannia-Spielen hat eine herbe Schwächung erfahren, über deren tatsächliche Folgen bislang nur spekuliert werden kann.

Ausgerechnet vor dem Schlagerspiel der Schwarz-Gelben bei Tabellenschlusslicht Rot-Weiß Ahlen und ausgerechnet in den Stunden, in denen klar wird, dass Benny Auer die Alemannia verlassen wird, ist Olaf „Oli“ Lindenau nicht mehr aufzufinden.

zweieck_frage
Gesucht wird dieser Mann! Olaf „Oli“ Lindenau – ohne den das „Magische Zweieck“ nicht nur eine Ecke, sondern auch seine Magie verlieren würde… Wer hat ihn zuletzt gesehen? Sachdienliche Hinweise bitte ins Kommentarfeld!

Im Studio gibt es als letzte Spur einen Zettel – und darauf steht: „Bin Dauerkarte für nächste Saison holen. Tschö.“ Eigentlich eine Solidaritätsbekundung in schweren Tagen für den Verein. Aber: Lindenau ist bislang nicht zurückgekehrt…

Was hat das zu bedeuten?

:DD Dazu das Podcast (womöglich das letzte?) des „Magischen Zweiecks“ – aus gegebenem Anlass ohne das spitzzüngige, bislang stets scharf analysierende Eineck.

*** Mehr lesen zum Spiel:

Alemannia kann Ahlen endgültig in Liga 3 schießen (an-online)

Die Verletztenseuche geht weiter (Alemannia-Homepage)

Zehn Fakten zum Spiel Alemannia in Ahlen (Alemannia-Homepage)

Auto kaputt, es gibt Alternativen!

Auto springt nicht an, Ehefrau mit anderem Auto schon unterwegs: Was macht der Mann aus den tiefen Wäldern der Voreifel?

Genau, er holt den Träcker aus der Scheune, um die Jungs zum Kindergarten zu bringen…

pit
Schnappschuss am frühen Morgen in Kornelimünster: Bahnhofsvision-Gastronom Peter Schillings und seine Söhne Paul und Leo.

Axel Deubner – der Andersdenker

Es ist ein Geburtstagsgruß, der nur nachträglich gesendet werden kann. Aber er kommt von Herzen.

Axel Deubner, Unternehmer in unserer Stadt und kein gewöhnlicher – das sei verraten – ist in diesen Tagen 65 Jahre alt geworden.

7:15:deub

Ich hatte das Vergnügen, mit ihm zu sprechen. Treffpunkt war seine Firma, in der sich alles um Werkzeug, Baubedarf und Baumaschinen dreht, in der aber nicht alles zu kaufen, sondern vieles auch nur zu bewundern ist, weil es hohen musealen Wert hat.

Deubner sammelt Erinnerungen, er hält Geschichte fest, zuletzt auch – sehr beeindruckend – in einer Dokumentation der Aachener Nachkriegssituation, ein kleines Bildbändchen mit dem Titel „Trümmerbahnen und Trümmerverwertung“, das nicht nur die Anfänge des väterlichen Betriebs erläutert.

Sie merken schon, Deubner ist ein Andersdenker. Er wird auch nicht aufhören zu arbeiten mit seinen 65, er macht weiter, weil er der Ansicht ist, dass seine Generation weitermachen sollte. Weil die Demographie ist, wie sie ist. Weil es viel zu tun gibt. Und weil es schlichtweg sinnvoller ist, sich zu engagieren und mit anzupacken „als sich dem geistigen Verfall hinzugeben“. Ja, so etwas sagt Deubner auch.

*** Am Samstag wird er das in einem langen Interview in der Aachener Zeitung (Druckausgabe) alles erklären.

Bemerkenswert ist aber auch die Art, wie Deubner an diesem Wochenende seinen Geburtstag feiert. Seine Leute haben die Halle zu größeren Teilen leergeräumt und eine Bühnenfläche eingerichtet. Die Halle wird zum Theater, und Künstler aus der Region werden auftreten. Das Stadttheater ist am Start, das DAS DA Theater, das Willem-Breuker-Kollektief, auch die eigenen Mitarbeiter gehen auf die Bühne.

Um Deubner zu ehren, dem Publikum zu gefallen und für den guten Zweck. Denn Axel Deubner verzichtet auf Geschenke und bittet vielmehr um eine Spende für zwei ausgewählte Projekte des Sozialwerks Aachener Christen.

Worum es bei den Projekten geht: SEITE 2

„Alte Freunde“ – emotional hilflos

Wenn ich die Stückbeschreibung lese, wächst die Vorfreude auf die Premiere am morgigen Freitag im Grenzlandtheater. Weil das Thema so naheliegt, weil’s mich betrifft, betreffen könnte. Weil es am Ende ein Spieglein in der Kulisse gibt, in dem ich mich selbst entdecke?! Naja, abwarten.

Männer, Mitte 40, alte Freunde. Wunderbar.

freunde
Drei von vier Männern Mitte 40: Frank Watzke, Tim Riedel, Heinz Simon Keller. Sieht irgendwie vertraut aus, was die „Alten Freunde“ im Grenzlandtheater angeht. Foto: Kerstin Heinrichs-Brandt

*** Und darum geht es in der Komödie der niederländischen Autorin Maria Goos: Vier Männer Mitte 40, seit langem Freunde, müssen feststellen, dass ihre Lebensentwürfe ins Wanken geraten. Sie erneuern ihren Treueschwur aus Studienzeiten und versprechen einander, sich immer zu helfen.

Doch als es ernst wird, ist sich jeder selbst der Nächste: Joep, ein ehrgeiziger Abgeordneter mit Aussichten auf einen Ministerposten, Pieter, der als Kulturbeamter ein paar Bilder illegal verkauft hat. Wer helfen könnte ist Top-Anwalt Tom, doch der hat ein Kokain-Problem. Und Vierter im Bunde ist der Theaterregisseur Maarten, der gerade an einem Stück probt, in dem die 18-jährige Tochter von Joep eine Hauptrolle spielt…

Turbulent, schnell, dem Leben entnommen. Die Moral von der Geschicht‘ klingt auf alle Fälle für uns Kerle Mitte 40 bitter: männlicher Selbstbetrug, Ehrgeiz und emotionale Hilflosigkeit! Und das erklärt uns ausgerechnet eine Holländerin…

Die Leute vom Grenzlandtheater versprechen, dass es witzig, ehrlich, tiefgründig wird. Ich freue mich drauf. Und hoffentlich übermannt mich am Ende nicht besagte emotionale Hilflosigkeit.

Schöner Begriff, sollte man sich merken: emotional hilflos. Also, da fallen mir ein paar alte Freunde ein…

*** Termine und Infos: www.grenzlandtheater.de
In der Regie von Ulrich Wiggers spielen Heinz Simon Keller, Tim Riedel, Michael Schwager, Frank Watzke und Juliane Maria Wolff; Bühnenbild: Walter Schwab; Kostüme: Heike M. Schmidt

Blutpflaume. Standort: Schleckheim.

Also, Blutpflaume, die rotlaubige Sorte, lateinisch prunus cerasifera, Ziergehölz, vermutlich aus einer 1880 aus Persien nach Frankreich gebrachten Pflanze der Kirschpflaume abstammend.

Heutiger Standort: Schleckheim, dort im Garten.

Freu‘ mich jedes Jahr über diese Blütenpracht:

pflaume1

Muss diese Schönheit immer wieder fotografieren. Und weiß dann nie, welches Bild ich am schönsten finde.

Helft mir bitte mal! SIEHE SEITE 2

Teil 2: Hans von Aachen – Maxis Papa hat gute Laune und malt klasse Bilder

Alice, erzähl‘ doch mal: Wie macht man eigentlich so eine riesige Ausstellung? Wo kriegt man die Bilder her? Was habt ihr für Kinder im Angebot? Und warum grinst der Hans auf seinen Bildern, wo er doch so schlechte Zähne hat? Fragen über Fragen!

hansbild
(um 1574, Doppelselbstbildnis, hängt normalerweise im Olomouc Museum of Art ©Zdenek Sodoma)

Wow, das ist ja gut losgegangen vorige Woche. Teil 1 der Podcast-Reihe über die Hans-von-Aachen-Ausstellung im Suermondt-Ludwig-Museum ist über Tage topgeklickt worden auf 7uhr15. Und die ersten Audiobeiträge (nicht nur) für Kinder laufen bestens (siehe Kopfleiste).

Leonie (11) unterhält sich in diesen Interviews im Museum mit Alice Taatgen, einer jungen niederländischen Kuratorin aus dem Team der Ausstellungsmacher, über den Maler Hans von Aachen, den Hofkünstler in Europa, den Meister der späten Renaissance (wird später erklärt!).

Und hier sind die Beiden:

aliceporträtleonie
Museumskuratorin Alice Taatgen und Kinderreporterin Leonie haben Wissenswertes über die Hans-von-Aachen-Ausstellung im Suermondt-Ludwig-Museum zusammengetragen.

Hans von Aachen. In Aachen zu sehen! Und das knapp 400 Jahre nach seinem Tod. Wunderschöne Bilder, eine spannende Lebensgeschichte. Leonie stellt Alice viele Fragen.

*** Hier geht es zu Podcast 3 und 4. Und um diese beiden Bilder und noch vieles mehr geht es heute:

wirtshausmaxi
Um ein junges Paar mit Börse (ca. 1595 gemalt), diese Wirtshausszene hängt normalerweise im Kunsthistorischen Museum Wien, © KHM Wien. Und um Maria Maximiliana, die Tochter des Malers (ca. 1612). Das Bild hängt sonst in der Prager Burggalerie, © Photoarchiv der Prager

Podcast 3 :DD Hans von Aachen hat sich selbst oft porträtiert. Zum Beispiel im Wirtshaus. Wirtshaus? Woran erkennt man das? Und warum ist der Maler immer so fröhlich? Und, hallo, wie sehen denn seine Zähne aus!? Leonie erfährt von Alice viel über die Entstehung einer Ausstellung, jahrelange Vorbereitungen, viele Reisen – ein Traumberuf eigentlich…

Podcast 4 :DD Die Hans-von-Aachen-Ausstellung ist natürlich keine reine Kinderausstellung. Auch wenn sie für Kinder richtig viel zu bieten hat. So gibt es zum Beispiel nicht nur ein tolles Bild von „Maxi“, der Tochter des Malers. Sie ist auch die Heldin einer besonderen Kinderführung.

*** Was bisher geschah: Den ersten Teil der insgesamt dreiteiligen Serie findet ihr, wenn ihr hier klickt!

*** SEITE 2 – mehr zur Ausstellung: Auf der zweiten Seite gibt es pro Serienteil fünf interessante Infos zu Hans und der Ausstellung in Aachen, die noch bis zum 13. Juni zu sehen ist. Cooler Tipp inklusive!

Kant

Eines Tages geschah es Kant,
daß er keine Worte fand.

Stundenlang hielt er den Mund,
und er schwieg nicht ohne Grund.

Ihm fiel absolut nichts ein,
drum ließ er das Sprechen sein.

Erst als man ihn zum Essen rief, wurd‘ er wieder kreativ
und sprach die schönen Worte: „Gibt es hinterher auch Torte?“

(Zum Sonntag, zum Keine-Worte-finden, zur Torte: heute mal eins von Robert Gernhardt. Mag ich sehr.)