Das Aachen-Blog

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Et Chresskenk wel komme – auch die Vier Amigos freuen sich aufs Fest

Schon ihr Nikela-Song war hier im Adventskalender auf 7uhr15.ac ein Hit. Jetzt legen die Vier Amigos nach und bescheren uns ganz kurz vor Heiligabend das schöne Lied „Et Chresskenk wel komme“. Wir hören einen feinen Text von Jupp Steinhauer, der auf die vertraute Melodie von „Ihr Kinderlein kommet“ perfekt passt – und dieses Jahr in jedem Öcher Wohnzimmer erklingen sollte!

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:DD Also, wir freuen uns jetzt baschtisch aufs Christkind und auf die fröhlichen Öcher Sängerknaben – und klicken einfach hier!

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Und, ist die Weihnachtsstimmung jetzt da?

Den Text zum Mitsingen gibt es auf Seite 2

Et Chresskenk wel komme…

1.
Et Chreßkenk wel komme! Ich han et jehuuet.
Et steäht ejjen Zidongk, et litt ejjen Luuet.
Flammbaue, die lüüehte. Woför all dat Let?
Et Chreßkenk wel komme, brengt Jlöck os än Fred.

2.
Me rüücht at de Prente, de Böim stönt parat.
Janz Käjser Kaals Oche op et Chreßkengche wad.
Flammbaue, die lüüehte. Woför all dat Let?
Et Chreßkenk wel komme, brengt Jlöck os än Fred!

Text: Jupp Steinhauer

Von der Kraft des Wortes

Unterwegs in der Heimatstadt. So kurz vor dem Fest. Alles rennet, kaufet, flüchtet. Bekannte und noch viel, viel mehr unbekannte Gesichter eilen vorbei. Auch wenn du noch so lange schon durch deine Stadt läufst, stellst du an solchen Tagen fest, wie wenig du doch weißt von den anderen, die hier leben. Wie viele Aachener kenne ich wirklich? Sind es 300? 400? Wenn es hoch kommt, 500? Das fröhliche Gesellschaftsspiel „Wir ordnen Gesichtern passende Namen zu“ ist spätestens dann am Ende. Was ist also mit den übrigen grob geschätzt 249.500?

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Die Annastraße zu Weihnachten. Foto: Andreas Herrmann

Aus einem Schmuckgeschäft am Markt kommt ein Mann mittleren Alters und strahlt. Er ist mit sich und der kleinen Öcher Welt zufrieden. Offensichtlich ist das so. Wahrscheinlich hat er seiner Liebsten gerade ein schönes Stück gekauft, und er freut sich auf ihre Freude. Toitoitoi, denke ich.

*

Der Weihnachtsmarkt 2011 ist auf dem Weg in die Geschichtsbücher. Schluss, aus, vorbei. Schön ist er auf so vielen Bildern, etwa auf denen, die Andreas Herrmann den 7uhr15-Freunden vor ein paar Tagen geschenkt hat. Historische Stadt, Lichterglanz, das Quecksilber pegelt sich um die frostige Null ein, wärmend aber das Gold und Silber, wärmend der Glühwein. Eine Freude für Herz und Seele ist so manches Kunststückchen, das zum Kauf angeboten wird. Ich gebe es zu: Ich bin kein Weihnachtsmarktgänger, bin ich nie gewesen. Aber ich freue mich für alle, die es sind. Alle Jahre wieder.

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Der Adventskalender hier auf dem Heimatblog hat viel Spaß gemacht – macht Spaß, weil zwei Türchen kommen ja noch! Vor allem hat er viele Begegnungen ermöglicht, Momente der Ruhe, Momente der Freude, Momente des Wortes, ob gesprochen oder gesungen. Wie gewaltig ist ein Wort! Wie schön ist das: miteinander zu sprechen, Zeit zu haben, um zuzuhören und um zu erzählen. Wir dürfen uns das niemals nehmen lassen.

*

In der unteren Adalbertstraße, die gestraft ist von dieser gräßlichen Baulücke, von der in Wahrheit wohl niemand weiß, wie sie jemals sinnvoll gefüllt werden soll, kommt mir ein Mann meines Alters entgegen, der mir vor Tagen schon einmal aufgefallen ist. Gelbe Cordhose, gelbe Regenjacke, der ganze Kerl in Gelb. Man habe ihm diese wärmende Montur gegeben, sagt er, „ein guter Mensch war’s“. Jetzt bittet er um fünfzig Cent und ist ausgesprochen höflich. Er erzählt von seiner Unterkunft, einem möblierten Zimmer, das er täglich bezahlen muss. Hofft, dass sobald kein Schnee kommt und zeigt auf die Stofftüten mit den leeren Flaschen, die er sammelt, um sie in Centbeträge zu verwandeln.

*

Der freundliche Mann bedankt sich – nicht nur für eine kleine Gabe, sondern auch für das Gespräch. Für diese kurze Pause im hektischen Hin und Her dieser Tage. Diesen Dank möchte ich an dieser Stelle gerne erwidern.

Richard Wollgartens „Milchstraßen“-Werk, schön interpretiert von Karl Allgaier

„Lejß, een en steäreklor Naht, worp ich wier ens minge Bleck noh ovve än hong ming Jedankens noeh.“

Das ist feines Öcher Platt. „Leise, in einer sternklaren Nacht, warf ich wieder einmal meinen Blick nach oben und hing meinen Gedanken nach.“ Schön. Poetisch. Ja, unsere Heimatsprache ist eine reiche Sprache. Wer sie beherrscht, kann sich wunderbar in ihr ausdrücken.

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Richard Wollgarten kann das. Er beherrscht sein Öcher Platt. Und seine glitzernde Weihnachtsgeschichte, die mit dem oben erwähnten Satz anfängt und zu einem fulminanten Ritt mit dem Nikolaus vom Himmel über die Milchstraße direkt nach Burtscheid führt, erzählt Karl Allgaier (Foto), unser Platt-Lehrer dr Karl, im Folgenden.

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Ein Stück Heimatsprache, eine schöne Geschichte, für ein Tässchen Kaffee und ein Printchen und ein knisterndes Feuer.

:DD Und hier geht es zum Audiopodcast „De Melichstroeß öm Kloes“ – jetzt klicken!

Wenn et net wohr wür, mer küüent et koum jlöüve! Genau, wenn die Story nicht wahr wäre, man könnte sie kaum glauben!

Wer die Geschichte mitlesen möchte, findet sie auf Seite 2

Chressfess Der ultimative Geschenktipp: Für alle Freunde der Aachener Mundart hat der Verein Öcher Platt noch eine kleine Gabe, die unter keinem Tannenbaum in dieser herrlichen Stadt fehlen sollte.
Weihnachtliches Aachen. Chressfess een Oche – Prosa, Gedichte und Lieder in Aachener Mundart. Ein soeben erschienenes schönes Büchlein mit wunderbaren Texten auf Öcher Platt. Und damit man hört, wie es klingt, hat der Verein Öcher Platt auch gleich an die Doppel-CD gedacht.

Wie Printen gebacken werden? Kommt mit in die Öcher Backstube und staunt!

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So, Freundinnen und Freunde des Heimatfunks, der langgezogene Öcheradventskalenderendspurt hat begonnen. Heute erweitern wir unser Wissen um das zuckersüße Brot des Kaiserstädtchens.

Die Geschichte der Aachener Printe ist lang. Um es kurz zu machen: Sie schmeckt auch heute noch – und wie!

Im heutigen 7uhr15-Video nimmt uns der Aachener Bäckermeister Michael Nobis frühmorgens mit in seine Backstube. Adventszeit, kurz vor dem Fest, klar, da geht’s beeindruckend zur Sache.

🙄 Alle Videos des Heimatblogs gibt es hier im 7uhr15ac-Kanal auf Youtube

Aus feinsten Zutaten und Gewürzen machen hier flinke Hände nach einem Geheimrezept die wunderbarste aller Aachener Backwaren: die Printe. In gut sechs Minuten kommt das Aachen-Blog seinem heimatkundlichen Auftrag nach und erzählt eine Geschichte, bei der jedem Zuschauer das Wasser im Munde zusammenläuft.

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Schade nur, dass man den Duft, der durch die Backstube schwebt, (noch) nicht mitschicken kann…

In diesem Sinne: Viel Spaß – und guten Appetit! Ich mach‘ mir jetzt ein Öcher Böhnchen und ess‘ – genau, es fängt mit Schoko-Nuss-… an.

Und noch ein zuckersüßer Ohrenschmaus als Nachtisch
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Und weil es so wunderschön ist – und so rührend und dazu auch noch wahr! – gibt es als Nachtisch das wunderbare Stück Öcher Prosa „Wie et Chresskenk os Öcher Prente kennelieret“. Geschrieben und unnachahmlich schön erzählt von Hein Engelhardt.
In dieser Geschichte bringt der Nikolaus von seinem Arbeitsaufenthalt in Aachen der himmlischen Besatzung das vorzüglichste aller Öcher Geschenke mit: Printen!
Das Christkind ist so entzückt, dass es von nun an täglich Printen zum Kaffee haben will, oder auf Öcher Platt: „Suejät wel ich van nu aan jedder Nommedaag op minge Kaffiedösch stooeh han.“
Als die Idee aufkommt, die Printen in der Himmelsbäckerei zu backen, taucht schnell ein Problem auf: Das Geheimrezept kennen nur die Öcher Bäcker – und sie verraten es nicht! So ist die Schlusspointe das Zückerchen für alle Liebhaber unserer Sprache – und natürlich der Printen!

:DD So, genug geschrieben, jetzt solltet Ihr hören – hier klicken!

Zeit, auch mal danke zu sagen. Oder wie das in Aachen heißt: merssi!

Der Adventskranz strahlt, vier Kerzen brennen seit gestern – und wir freuen uns so aufs Fest!

Die Zeit schreitet voran, unaufhaltsam, und die Zeit ist reif, mal merssi zu sagen. Wem? Das sei einem jeden selbst überlassen, Gründe gibt es bei genauer Betrachtung ja zuhauf.

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Ja, man kann das gar nicht laut genug sagen: Merssi oder noch prononcierter: völmoels merssi – wie der Öcher sätt.

Weil’s ja sonst zu kurz kommt und weil es ja auch – außer ein bisschen Überwindung – nicht viel kostet.

Der Vorteil am Öcher Danke ist zudem sein deftiger, von Herzen kommender Klang: Nicht merci, wie de Freunde von Ostbeljien mit e chpitz Müllchen sagen, sondern eher kernig: merssi. Mehr ä als e, mehr Betonung auf der ersten als der zweiten Silbe, auch gerne jovial eingeleitet mit „hür,…“ – und einem kleinen Päuschen: „…merssi, Aue!“

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In diesem Sinne: Merssi, lieber Michael Cosler, für das schmucke Adventsbild aus Kornelimünster!

Et Chresskenk hat Hölp – und andere Geschenke für das Heimatblog!

Hoppla, mit einem Mal hagelt es hier Geschenke für 7uhr15! Dankedanke. Für alle, die neugierig sind:

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Sylvi schickt mir ein Foto von einer Fornöis, wie ich sie meinte, als ich den Text über ebenjenen Küchenherd schrieb, der im Haus meiner Großeltern stand. Danke, Sylvi, das macht die Erinnerungen noch ein bisschen frischer. Und die Wehmut ein bisschen größer.

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Sehr freue ich mich auch darüber, dass Heike und Marco nicht nur Omas Spritzgebäckrezept aus dem guten alten Dr. Oetker-Backbuch aus den Fünfzigern haben, sondern auch den Buchstaben Taten folgen lassen. So wurde mir ein Beutelchen frischgeschossener Spritzguss-, pardon Spritzgebäckköstlichkeiten an Zartbitterkappe überreicht. Muss sagen: Oes! Lecker! Saukäs! Danke!

Richtig Gas gegeben hat auch et Fing. In diesen Tagen mit dem Zusatz versehen „Im Schweiße meines Angesichts gedichtet und aufgeschrieben“ flattert dem Heimatblog noch ein Gedicht zu Weihnachten ins Haus.
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Und auch Josefine erzählt eine wunderbare Geschichte aus Aachen, nämlich davon, wie dem Christkind eine ungeahnte Hilfe zuteil wurde. Wer der Helfer ist, lest ihr selbst auf Seite 2.
Lejjv Fing, dat es dich hiel jot jelonge, Mäddche! Merssi doför.

Gedicht auf Seite 2

Heinz Grosjean und Willi Hermanns trinken eine Tasse Kaffee – exklusiv hier!

Sie waren Mitte, Ende der 80er Jahre des vorigen Jahrhunderts auf Aachener Bühnen das, was „Klaus und Klaus“ für die Nordseeküste oder „Jitti und Erika“ für den linken Teil der Schwäbischen Alb waren: Götter der Unterhaltungsbranche. Wo sie auftraten, fielen junge Frauen in Ohnmacht, strömten und jubelten die Massen, brach der Verkehr zusammen, kurzum, Heinz Grosjean und Willi Hermanns waren wer auf Aachens Bühnen.

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Lange haben wir nichts mehr vom Alleinunterhalter-Duo „Grosjean und Hermanns“ gehört, der eher stille Abschied von den Brettern ist ja auch schon ein paar Tage her. Gut zu wissen, dass sie nach wie vor in unserer Mitte sind – und sich tatsächlich auch noch in unserer Stadt bewegen. Zumeist unerkannt.

Das ändert sich nun, da unser 7uhr15-Chefreporter die Beiden in einem Café in der Aachener Innenstadt entdeckte, wo sie sich wohl eher zufällig trafen und über dies und das redeten. Ganz privat, ganz diskret, ganz persönlich.

Unser Reporter ließ unbemerkt sein Band mitlaufen, das Gespräch der alten Bühnenveteranen hören Sie exklusiv nur hier. Schön zu wissen, dass auch die Helden unserer Jugend vor dem Fest janz normale Gespräche führen und janz normale Probleme wälzen mit Baum, Lametta und Bollen…

:DD Bitte jetzt ein Tässchen Kaffee und ein Printchen holen, dann hier klicken und zuhören: Heinz Grosjean und Willi Hermanns gestern Nachmittag im Café

Über das Duo „Grosjean und Hermanns“

Was waren das für Legenden! Für die Jüngeren unter den 7uhr15-Freunden, aber auch für die Zeitzeugen sei an das Duo „Grosjean und Hermanns“ kurz erinnert:

Von der großen Karriere zeugen Bilder aus jenen Tagen, die wir aus den Kellergewölben des 7uhr15-Archivs ans Licht holten.

Hier auf dem Höhepunkt ihrer Karriere bei der Nikolausfeier der Talbot-Belegschaft 1984 im Sängerheim in Haaren kurz vor dem Auftritt der „Vier fröhlichen Eisenbieger“:
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Auftritte auf den großen Bühnen der Stadt gehörten zum Butterbrotgeschäft der Herren. Hier 1986 bei der Seniorensitzung „Singendes, lachendes Jeulen-Theater“ (Originalausriss aus dem Fotoalbum von Heinz Grosjean)
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Später wurde es dann ruhiger um die beiden Öcher Künstler. Zuletzt gesehen wurden sie bei einem Chorauftritt (Cäcilienchor Hauset), wo sie als leidenschaftliche Sänger noch diverse Solopassagen bestritten haben sollen. Auf unserem Bild (siehe Pfeile) Grosjean oben verdeckt, Hermanns unten verdeckt.)
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Heinz und Willi, dankedanke, Jonge! Wir verjessen euch nie!

Oes noch, es gibt sie also doch: die wahren Dichter im schönen 7uhr15-Land

Ende November rief ich an dieser Stelle die Freundinnen und Freunde des Heimatblogs dazu auf, Adventsgedichte zu schreiben. Ab in den Hobbykeller, vier, fünf Jläschen Jlühwein, de Weihnachtsedition von de Liedertafel – dann klappt dat schon.

Und das, obwohl die Bedingungen wahrlich nicht leicht waren. Denn folgende Wörter mussten im Gedicht vorkommen: dr Boum, dr Hantiir, dr Kreppeeäsel, et Chresskenk än de Keäze…

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Heute kann ich stolz drei wunderbare Gedichte vorstellen, die eingeschickt wurden und die alle von einer großen Vorfreude auf das Fest zeugen. Und die mich wirklich tief erfreuen. Merssi, Jonge!

Und jetzt geht es los:

Wenn de Keäze lüehte

Wenn de Keäze lüehte, än dr Boum es jeschmöckt,
wenn de Modder van dr janze Hantiir et hat baschtisch at ejjene Röck.
Wenn de Oue vajjen Kenger lüehte, än der Kreppeeäsel,
et Marie än der Jupp ejjene Stall at stönd,
dann könt et Chresskenk –
än dan es jedderenge met dr angere Frönd.

Jürgen Vreydal

Das nächste Gedicht auf Seite 2

Ode an Aachen und die Öcher: „Et tröckt mich noh heäm noh ming Käjserstadt“

Wenn es eine emotionale Ode an die Heimatstadt gibt, dann diese. Und wenn das edle Stück Heimatmusik herzergreifend interpretiert werden soll, dann nur von diesen Männern.

🙄 Alle Videos des Heimatblogs gibt es hier im 7uhr15ac-Kanal auf Youtube

„Et tröckt mich noh heäm noh ming Käjserstadt“, dargebracht von Ägid Lennartz (am Quetschbüll) und Jupp Ebert (mit dieser unfassbaren Stimme).

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Mit einigem Stolz stellen wir hier auf dem Heimatblog dieses Video ins Netz – frisch aufgenommen im Werkmeistergericht des Aachener Rathauses. Ohne Schnitt, ohne Hantiir, so wie es ist, ein Stück, das von Herzen kommt und ans Herz geht.

De Fornöis: Das prasselnde Feuer, die warme Stube und der Rosenkranz

Immer wenn unser Opa mit dem frisch gehackten Holz – alles möngchensmoeß, also passgenau – de Trapp eropjeschravelt koem, dann wussten wir Kinder, dass es gleich gemütlich wird.

„Oes, wat e schönn Füür“, zollte meine Oma ihrem Mann, den sie ebenso kurz wie liebevoll Vadder nannte, wenig später ein Kompliment für das prasselnde Feuer. Ja, unser Opa beherrschte viele Disziplinen, de Fornöis ze stouche war eine seiner vornehmsten.

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De Fornöis. Heute wird’s im Adventskalender hier im Heimatblog also warm, vor allem warm ums Herz, heute reden wir über diesen stattlichen Herd, der sicherlich seinen Anteil daran hatte, dass die Küche unserer Großeltern die zentrale Versammlungs- und Kundgebungsstätte unserer Familie war.

Ein stolzes, gußeisernes Teil, gefühlte hundert Jahre alt, mit einem doppelgeringten Feuerloch, mit einem eisernen, stets fein gewienerten Handlauf, einem Backofen und einem Kohlekasten auf Rädern, den wir Kinder stets elegant in die dafür vorgesehene „Ofen-Garage“ einparkten.

De Fornöis. Wenn unser Opa et jot drophau, dann befeuerte er das Teil, dass die Herdplatte rotglühend schien und das „leckere Temperatürschen“ aus der Küche das ganze Haus heizte. Eine Attacke gegen den Frost, der die großen Eisblumen ans Fenster gemalt hatte, ein feiner Konter gegen den Schnee, der den großen – heute würde man sagen: naturbelassenen – Garten weiß zuckerte.

Oma än Opa aan de Fornöis, en Keäz op dr Dösch, dr Ruesekranz ejjen Häng.

Meine Großeltern beteten jeden Tag im späten Nachmittag – vor dem Abendbrot, vor einer Runde „Sechsundsechzig“ und vor den Fernsehnachrichten – den Rosenkranz.

Oma thronte dabei in ihrem gewaltigen Ohrensessel direkt neben dem Herd, Opa saß auf dem Holzstuhl rechts neben dem Fenster. Und so ging das Gebet, gemeinsam, im Wechselgesang, hin und her, unaufgeregt die ganze Litanei rauf und runter, das dauerte lange, sehr lange. Wunderbar lange.

Wir Kinder liebten es, saßen versunken auf dem dickgepolsterten Sofa, beteten mit oder hörten einfach nur zu.

Hätte ich einen Wunsch frei, dann würde ich einen solchen Nachmittag im Advent in der Küche von Oma und Opa, einen solchen Nachmittag aan de Fornöis, gerne noch einmal erleben.