Heute Morgen 7uhr15 in Schleckheim. So kann der September losgehen.
Der Spätsommer beginnt. Schönes Wochenende!
Das Aachen-Blog
Jüngst stand ich mit ein paar Kollegen aus anderen Städten unseres schönen Landes zusammen, man sprach über dieses und jenes und kam auf die jeweiligen Heimatorte zu sprechen. Worüber ich ja gerne rede. Da sagt am Ende doch einer, als wollte er mir fünf Euro schenken, dass „Aachen ja auch ein paar ganz nette Ecken hat“.
„Nett“ ist schon dämlich, und nur „ein paar“ geht gar nicht. Ich bin der Verpflichtung, die Heimatstadt, wann und wo auch immer es nötig ist, hochzuhalten, sofort nachgekommen und habe die „vielen schönen Ecken“ unseres Städtchens beschrieben. So elegant, dass der kantigen Runde schwindelig wurde.
Einige Tage später fielen mir nun Bilder in die Hände, die ein paar ganz nette Ecken (ups, jetzt hab‘ ich’s selbst geschrieben!) van os Oche zeigen. Ich musste selbst ein bisschen kramen, um sie zuzuordnen. Wo ist was? Und da dachte ich: was für ein Spaß für das Heimatblog!
Deshalb nun hier drei Ecken zum Mitraten. Wer es zu wissen glaubt: Bitteschön, das Kommentarfeld wartet.
Ansonsten hoffe ich, dass heute bei Euch alles rund läuft!
*** Nächste Ecke auf Seite 2
Es war – dem Regen zum Trotz – ein schöner Morgen im Kurpark. Gut, man wäre bei diesem Öcher Regen nicht einfach so auf die Idee gekommen, die ganze Familie an die frische Luft zu jagen, aber bei dem Angebot!
Der wunderbare Entertainer und Moderator Malte Arkona, den die Kinder auch noch aus dem Fernsehen kennen, hat einmal mehr bei den Kurpark Classix bewiesen, dass es sich durchaus lohnt, für ihn und für das nicht weniger famose Sinfonieorchester Aachen mal so richtig nass zu werden.
Musikalische Ferienreise mit Malte und den Öcher Sinfonikern, da lachte die Sonne – im Herzen.
Interessanter Aspekt am Rande: Dieser Besuch gehört ab sofort zur Grundausbildung gestandener Öcher Kenger. Vorgesehen war im Curriculum Vitae des Öchers bisher, mindestens zwei bis drei Mal pitschenass zu werden auf: Bend, Tivoli, Reitturnier und im Kinderzug. Wir nehmen gerne die Kurpark Classix als weiteren Ausbildungsschritt dazu.
Am Ende war es der Paul. Er hat die Zigaretten geklaut. Tausendprozentig, „dat war der Nico nich'“, sagt seine Mutter, wie Mütter eben über ihre Kinder reden. Der Nico war’s auf keinen Fall, aber sein Freund Paul, klar.
Die Mutter, so erzählt sie das einer Bekannten im Bus, hat den Nico „morjens bei de Omma abjeholt, krepierde Ferien, man weiß ja jar nich‘, wohin mit de Kinder!“ Auf alle Fälle ist sie rein ins Zimmer, der Nico und Kumpel Paul (der auch mit zur Omma durfte) schliefen noch, da lagen doch Zigaretten neben Nicos Bett! „Ich denk‘, ich seh nich‘ richtig! Hab ich denen jeweckt: Wo kommen die Kippen her???“
Zuerst hat sich wohl die Oma noch schützend vor die Jungs geschmissen und behauptet, die Zigaretten wären von ihr. „Aber meine Mutter hat noch nie jequalmt, verstehste, dat war also Quatsch.“
Die Mutter redet sich in Rage, im Bus wird es still und stiller. Und spätestens als sie von „der polnischen Banderole um die Dose“ erzählt, hätte man eine Stecknadel fallen hören. „Ich hab se direkt erkannt. Dat waren die Kippen, die der Diddi damals vor zehn Jahren anjeschleppt hat, wie’e die Autos da rüberjebracht hat – erinnerstedichnochdranwa!“
Nun lagen die Kippen, die „zum Kotzen schmeckten“ und „die ich aber immer noch in der Küchenschrank hatte“, bleischwer neben Nicos Bett bei de Omma. Um es kurz zu machen: Nico ist sofort eingeknickt, hat Paul ans Messer geliefert: „Deä war et, Mama!“ Worauf Paul aufgesprungen ist und Hals über Kopf Omas Wohnung verlassen hat.
Paul lebt nun mit einem Ultimatum. „So einem kannste ja nich‘ trauen“, sagt die Mutter, und alle im Bus nicken. „Ich hab’n Pöttchen mit Kleinjeld in de Küche. Weißte, dann is dat auch bald weg!“
Ach ja, das Ultimatum: Nico muss Paul simsen, dass er bis abends um 8 nun Zeit hat, sich zu entschuldigen. Ansonsten: „Bin ich morjen früh bei dem seine Mutter!“
Stille, weil die Geschichte zu Ende ist. Eine Form von Betroffenheit macht sich im roten Aseag-Bus breit. Eine ältere Frau stellt schließlich die Frage, die eigentlich alle bewegt: „Wie alt sind de Jungens denn?“
Worauf die Mutter sagt: „Dr Nico is‘ neun, un dr Paul, jlaub ich, zehn.“
Das wiederum bringt die Gespräche unter den Busgästen wieder in Fahrt.
Im Hintergrund säuseln die Autos auf der Hollandlinie ihr monotones Lied. Und im Videointerview, das gerade für das Aachen-Blog aufgenommen wird, geht es um Windradmusik. Nein, es ist kein neuer Song, den Tom Thelen, der vielen Aachenern als Zeitungsredakteur ein Begriff ist, hier präsentiert. Vielmehr handelt es sich bei dieser „Windradmusik“ um einen Roman, einen Erstling – und Thelen ist der Autor.
In diesen Tagen hat er den großen Befreiungsschlag gelandet. Der mitreißende Roman, dem man die Liebe des Autors für die großen Amerikaner, vor allem für John Irving in Geschichte und Stil anmerkt, ist endlich auf dem Markt. Über Jahre hat der Autor – brav neben der Arbeit, meistens in aller Herrgottsfrühe – an diesem prallen, lebendigen Buch geschrieben. Eine Leidenschaft, ein Muss, eine wunderbare Form von Besessenheit.
Seit 2007 lag das Werk dann ungebunden auf dem Schreibtisch, bis ein guter Freund vor Wochen fragte: Was ist eigentlich mit deinem Roman?!
Im 7uhr15-Interview schildert Tom Thelen (Foto: Marco Rose) auf seine sympathische Art, wie es ihn packte, wie der Wunsch wieder wach wurde, „das Buch gebunden im Regal zu sehen“. Beim Self-Publishing-Internetportal www.epubli.de landete der 38-jährige Autor mit seinem Werk – doch es blieb nicht nur bei einem gebundenen Exemplar. Schließlich veranstaltet epubli mit illustren Partnern den Wettbewerb www.derneuebuchpreis.de – und da hat Tom Thelen mal einfach mitgemacht.
Bis zum 5. September können wir alle – und viele von uns haben es ja schon getan – Tom und seinem mitreißenden Projekt die Sympathie bekunden, via Facebook (auch wenn dieser Weg nicht jedem schmeckt, aber so ist es nun mal). Und wenn Tom so viele Likes bekommt, dass er in der Belletristik-Abteilung des Buchpreises unter den ersten Fünf landet, dann wird sich die prominent besetzte Jury mit seinem Roman befassen. Derzeit läuft alles perfekt.
Preisverleihung am 10. Oktober um 18 Uhr auf der Frankfurter Buchmesse! Da fahren wir dann alle mit.
Aber auch ganz unabhängig vom Preis – die Geschichte von Tom Thelen und seiner „Windradmusik“ muss erzählt werden. Autobahngesäusel im Hintergrund. Aber nicht nur das. Auch die leibhaftigen Windmühlen von Vetschau!
MEHR ZUM BUCH AUF SEITE 2
Wir sprechen zuhause immer noch über Olympia, die Kraft dieser wundervollen Tage von London wirkt ordentlich nach.
Wir haben im Garten schon die Beachvolleyball-Entscheidung nachgespielt. Aufm Rasen! Ach, hätten wir doch den Sandkasten noch! Wir haben das Badminton-Turnier mit ein paar alten Schlägern vom Nachbarn rekonstruiert, und wir waren echt gut. Und wir wären sehr dafür, dass Wikingerschach olympisch wird.
Und jetzt warten wir nur darauf, dass die Spiele nach Aachen kommen. Unser Achtjähriger brachte uns drauf. Wir Erwachsenen sind doch viel zu realistisch. Solch sprühende Ideen begraben wir schon in dem Moment, in dem wir sie denken. Die Kinder aber entwickeln sie weiter.
Olympia in Aachen, warum nicht? Beachvolleyball auf dem Katschhof, das wäre ein Pendant zu Horse Guards Parade! Alles, was mit Pferden zu tun hat, kommt in die Soers, das ist getestet, begutachtet und mit fünf goldenen Sternen versehen. Und Fußball spielen wir auf dem Tivoli, vormittags auch Tennis, spätabends Bogenschießen.
Was fehlt noch? Genau, ein Dach überm Hangeweiher für die deutschen Medaillenhoffnungen im Schwimmen, kein Problem!
Triathlon: Kraulen im Rursee, mit dem Rad ab Woffelsbach nach Lammersdorf, Hahner Straße runter, ab Kornelimünster laufen: Trierer Straße, Adalbertsteinweg, entlang der VIP-Tribüne vor der Kaiserplatz-Galerie die Adalbertstraße erav, Buchkremerstraße, Büchel erop, Ankunft Markt.
Gut, in Sachen Olympiastadion müssten wir noch ein bisschen investieren, das Waldstadion ist aber zumindest schon mal eine Art Grundstein. Ansonsten: Neubau auf Merzbrück oder Avantis. Da müssen noch ein paar alte Pläne im Rathaus rumliegen.
Das Feuer wiederum könnte auf dem Drehturm brennen.
Rudern werden wir beim Holländer auf der Maas, den Wildwasserkanal legen wir an der Pionierquelle an, Basketball, Volleyball, Handball gibt es in der Dreifachturnhalle vom Inda-Gymnasium. Und gefochten wird (verkürzte Planche) auf der Bühne vom Eurogress, wo auch das Pressezentrum für die 22.000 Journalisten (Brüsselsaal) eingerichtet wird.
Die Athleten werden, das liegt nahe, im olympischen (Eilen)-Dorf wohnen, die Einwohner ziehen vorübergehend zur Verwandtschaft nach Forst, Kohlscheid und Krauthausen.
Ich sag mal so: Unwahrscheinlich ist dieser olympische Traum „Aachen 2020“ nicht! Und wir alle werden freiwillige Helfer, Volunteers. Kartenabreißer, Öchergrinsebärchen, Wasserträgerundregenschirmhalter, Wegweiser, Müllaufheberundwegbringer, Freundlichgutenmorgensager, halt perfekte Gastgeber.
Wer macht mit? Wer hat weitere Ideen? Und noch wichtiger: Wer kennt einen beim IOC? Der Rogge hat doch bestimmt Familie in Kelmis.
So, da sind wir wieder! Los geht’s, Bernd hat die Ferien verschnützt, war mit der Familie unterwegs, schön war’s, gut, zwei schwere Abende gab es dann doch: die Heimspielabende der Alemannia – so fern der Heimat… Aber wer hat schon bei der Urlaubsplanung den Drittligafall ernsthaft mitgedacht?
Den Schmerz gelindert hat Oli, der tollkühne Vollstrecker im Magischen Zweieck, im privaten Live-Ticker aus dem Stadion entging Bernd nix – die Herren überlegen derzeit, ob ein solcher Liveticker nicht auch mal einer Veröffentlichung unter weltöffentlichen Wettkampfbedingungen standhalten könnte.
Ejal, die Alemannia hat Fahrt aufgenommen, Zeit also für das Comeback des Magischen Zweiecks in der Rubrik #nurkurzmaldritteliga! Die Stimmung ist wie das Wetter, formidabel. Die Kickers aus Offenbach sind ein gern gesehener Gast an solchen Tagen.
Über 1000 Fans beim Trainingsauftakt, 10.000 Schwarz-Gelbe beim Testspiel gegen den FC Köln, 17.000 Enthusiasten bei der Saisoneröffnung – das gibt es nur bei Alemannia Aachen!
Dritte Liga, na und? Ist für ein kurzes Gastspiel doch auch mal ganz okay. Das Magische Zweieck hier auf dem Heimatblog setzt natürlich traditionsbewusst die Betrachtungen vor den wichtigen Spielen der Schwarz-Gelben fort, so auch vor dem ersten Spiel, dem Knaller bei Arminia Bielefeld am Freitagabend (20.15 Uhr/WDR-Fernsehen live!).
7uhr15, wo der Frohsinn und der Optimismus ein Zuhause hat, bedeutet früh aufzustehen. So soll es denn auch in dieser Saison am Tivoli sein: ausgeschlafen den gar nicht so leichten Aufgaben entgegentreten!
Im ersten Zweieck der Saison wird es eher jovial grundsätzlich, abgehakt ist die Grottensaison 2011/12, es gibt schließlich neue Hoffnungsträger: Uwe Scherr, Thimmy Thiele, Sascha Rösler, Ralf Aussem oder auch Timo Brauer. Und Florian Müller ist wieder da. Und Gladbach kommt im Pokal.
:DD Und überhaupt wird es eine Bombensaison. Sagt das Magische Zweieck, nur hier!
Schon komisch, dieses Foto auf dem Foto zu sehen. So lange her, die letzten Besenstriche im damals neuen Haus an der Liebigstraße. In schwarz-weißer Optik festgehalten: ein Meilenstein in der nun 25-jährigen DAS DA Theater-Geschichte. 1993 haben wir das Megaprojekt „eigenes Theater“ geschultert, nach sechs wilden Lehr- und Wanderjahren in und rund um Aachen. Und von da an nahm das Projekt DAS DA Theater rasant an Fahrt auf.

Foto aus der AZ: Andreas Herrmann. Von links: Ina Pappert, Bernd Büttgens, Anja Mathar und ihr Sohn Nick und Tom Hirtz. In der Mitte das Foto von damals.
Gestern nun die 25-Jahr-Feier. Ein gebührend rührender Blick zurück – wie die AZ heute titelt – und ein optimistischer Blick nach vorne.
Schön war’s, die alten Mitstreiterinnen und Mitstreiter – zum Teil auch auf der Bühne – noch mal zu sehen. 25 Jahre DAS DA Theater, ein markanter Spieler im Aachener Kulturleben, von den vielen, vielen Freunden des Hauses heißgeliebt. Tom Hirtz und seine Mannschaft strahlten gestern Morgen. Auch das: ein schönes Bild.
Ad multos annos!