Unser Leben hat sich verändert. Von jetzt auf gleich. Binnen Wochen sind wir in ein Szenario eingestiegen, das sich keiner jemals hätte träumen lassen.

Dass wir die engsten Freunde nicht mehr sehen. Dass wir auf Abstand gehen. Keine Umarmung, kein Kuss auf die Wange, keine Nähe. Dass die Läden geschlossen sind, dass wir nicht mehr ins Theater oder zum Sport gehen können. Weil es einfach nicht mehr stattfindet. Dass auch die Arbeit für viele von uns anders wird. Home-Office oder Kurzarbeit.

Und dass für andere Berufsgruppen sieben Tage die Woche das volle Programm läuft. Unablässig, in nie gekannter Intensität, eine ungewisse Perspektive vor Augen: in den Krankenhäusern, in Arztpraxen, in Laboren, in Krisenstäben, in Ämtern, bei Feuerwehr und Polizei. In allen Betrieben, die die Grundversorgung stabil halten. Wir reden viel über die Kassiererin im Supermarkt und von der Bäckereiverkäuferin. Hoffentlich vergessen wir sie nicht, wenn die Krise mal vorbei ist.

Wenn die Corona-Krise mal vorbei ist. Wann ist das? Die Ersten werden ungeduldig nach zwei Wochen ernster Maßnahmen und Regeln. Wir müssen sie noch eine Weile aushalten. Nein, nicht aushalten, sondern akzeptieren, gestalten und verteidigen. Das Kontaktverbot macht Sinn, die übrigen Maßnahmen auch. So seltsam und unwirklich sie sich auch anfühlen. Wir werden das zusammen überstehen, wir müssen diszipliniert sein, um all jenen Leuten, die von der Krankheit übel getroffen werden – und davon gibt es leider schon etliche in unseren Krankenhäusern – die bestmögliche Behandlung zu ermöglichen. Werden zu viele gleichzeitig schwer krank, werden die Kapazitäten in den Krankenhäusern knapp. Denkt bitte an alle, die es heftig trifft. Ein stiller Moment. Ein Gebet. Ein Kerzchen im Dom.

Was wir gerade alle gemeinsam angehen, hat nichts mit der Einschränkung unserer demokratischen Grundrechte zu tun. Es ist schlicht und ergreifend richtig. Und es ist ein solidarischer Akt, ein Hinweis darauf, dass wir das hinkriegen: zusammen.