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Category: Ameröllchen (page 2 of 5)

Unser Sohn (9) zieht aus. Will ausziehen. Wollte eigentlich ausziehen.

(Auch in der Rückschau drei Jahre später noch eine herzergreifende Story. Kleiner Zwischenstand: Bis jetzt  ist das Mietverhältnis noch stabil…)

Nein, absolut keinen Bock mehr, immer nur Ärger mit den Alten. Unser Sohn will ausziehen. Er ist schon neun, da muss man als Eltern täglich mit solchen Nachrichten rechnen.

Wutentbrannt hat er das jetzt angekündigt, nachdem wir – „total doof“, „super ungerecht“ – etwas verboten haben. Für uns war es banal, ein Allerweltsgefecht, wir versuchen uns seitdem daran zu erinnern, worum es denn noch mal genau ging. Egal, er packt auf jeden Fall im Kinderzimmer seine Sachen.

FotoWohin er denn zieht, fragt die große Schwester voller Interesse, gerade so, als würde sie prompt mitkommen wollen, wenn die neue Adresse denn nur stimmt. Aber die Antwort „zu Oma“ ist dann für die Große doch nicht so prickelnd. Sie bleibt fürs Erste daheim.

Er aber packt, immer noch schnaubend. Er hat die stattliche Plastikkiste aus dem Regal gezogen, hat ihren kleinteiligen Inhalt ausgekippt und wirft seine wichtigsten Habseligkeiten für die große Reise hinein.
Er plant wohl ein Langzeitprojekt, das ist zumindest der wohldurchdachten Utensilienauswahl zu entnehmen: Torwarttrikot und Torwarthandschuhe, eine Jeans, ein paar Socken, der Anführer seiner Teddy-Mannschaft und das Alemannia-Trikot mit dem schönsten und zutreffendsten aller Namen: Klömpchensclub!

Wir sitzen am Abendbrottisch, als der Reisende, den man ja bekanntlich nicht aufhalten soll, die Treppe hinunterkommt. Förmliche Verabschiedung, die kurze Nachfrage unsererseits, ob die Oma denn auch wisse, dass schon bald ein neuer Mieter für längere Zeit bei ihr Einzug halten würde. Es ist so herzerweichend.
Und wie schön ist es, als der junge Mann mit einem lauten Schluchzer seiner Mama um den Hals fällt und nach langem Heulen erklärt, dass er es sich überlegt hat. Und dass er uns noch einmal eine Chance geben möchte.

Wir sind noch einmal davongekommen, weil einer da bleibt. Wie beruhigend.

„Ich mach‘ ers‘ noch deä Herr fertisch!“

Wir sprachen dieser Tage unter Kollegen über die mitunter erfrischend direkte Art der Öcher Kommunikation. Was dem Zugereisten in unserer Runde aufgefallen ist – ganz Mann des Wortes – und was er nun zum Besten gab, ist die Gabe der Aachener, „komplexe Zusammenhänge verkürzend, aber treffsicher darzustellen“, wie er sich ausdrückte.

Und ich dachte sofort, wie viel Poesie und Worte in anderen Regionen wohl darauf verwendet werden müssen, wenn einem etwas unsagbar leid tut, wenn also das Mitgefühl kaum zu beschreiben ist. Der Öcher sagt dann „Och härrm“ und erschließt sich mit diesen zwei Worten den ganzen Kosmos der Anteilnahme.

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Mittags gingen wir mit den Kollegen „’n Tässjen Kaffee trinken“, also essen. Wir verfolgten zielstrebig die Absicht, die ungeahnten Möglichkeiten des neuen Bäcker-Edelimbisses um die Ecke zu testen und standen nun in der Schlange. Genau, jene Schlange, die in neuen Gaststätten, wenn sie denn attraktiv aufgemöbelt sind und gute Ware im Angebot haben, durchaus üblich ist. Wir standen eine Weile, und dann bestellten wir. Die junge Frau hinter der Theke sagte, was man auch ohne diesen Hinweis gesehen hätten, „tut mir leid, ich mach‘ das noch nich‘ lange!“ Und kurz darauf türmten sich vor uns jede Menge Speisen, allein der Verkäuferin fehlte die Zuordnung: welches Leckerchen für welchen Kunden?

Sie kramte es sich, und irgendwann war ich an der Reihe. Sie guckte kurz auf und sagte den phantastisch ökonomischen Satz, der keiner Erklärung bedurfte, weil er so wahr war: „Ach so, und dann sind Sie dr Tschickenbörjer!“ Genauso war es: ich, dr Tschickenbörjer. Alles war gesagt.

Abschließend nur das: Am Nachmittag holte ich mir im Supermarkt ein wenig Obst, Joghurt und – okay – Schokolade. An der Kasse angekommen, wurde mitten im Einscannundbezahlvorgang – wenn ich das so sagen darf – meine Kassiererin von einer Kundin angemault, was für leichte Irritation auf allen Seiten sorgte. Da sagte die Kassiererin den um Klarstellung angesetzten Satz, der mir im laufenden Kassiergeschäft tatsächlich die Vorfahrt einräumte und alles klar regelte: „Moment! Ich mach ers‘ noch deä Herr fertisch!“ Und genau so kam es dann auch.

 

Wenn „alte Leute“ megapeinlich sind

Es hätte schlimmer kommen können. Für meinen Freund Chris, der natürlich – wie Alex, der gleich noch Erwähnung findet – in Wirklichkeit ganz anders heißt. Ich würde sogar sagen, Chris hätte es viel, viel heftiger treffen können. Denn während mein Kumpel Alex jüngst von seiner pubertierenden Tochter als „megapeinlich“ bezeichnet wurde, ist Chris noch glimpflich davongekommen. Aber der Reihe nach.

Alex findet alles „geil“

Alex ist megapeinlich, weil er sich in seinem doch schon fortgeschrittenen Alter, also Mitte 40, eine jugendliche Ader bewahrt hat. Man erkennt das an seiner Kleidung, an seiner Frisur, seinem Gang – und an seiner Wortwahl. Alex findet alles Schöne seit einiger Zeit „geil“. Er fremdelt mit dem Wort, das hört man, aber er findet trotzdem alles „irgendwie geil“. Und das killt seine Tochter, wie sie sagt. Weil es eben „megapeinlich ist, wenn alte Leute cool quatschen wollen“. Echt blöd jelaufen, Alter, ey, Alex.

Gutes Stichwort. Denn Chris nun wiederum, Öcher Jong von feinstem Schrot und vor allem Korn, kann es absolut nicht leiden, dass seine Tochter, auch so 14, 15, ihn immer „Alter“ nennt. Würde sie „Aue“ sagen, käme er damit klar, weil unser gemeinsamer Freund Wolfgang (heißt auch anders, klar), immer im Freundeskreis jeden Satz mit, „verstehste, Aue?!“ beendet. Aue – das ist korrekt. Aber „Alter“ oder „ey, Alter“ findet Chris voll Kacke.

Der „Vollburner“

Als Wolfgang nun wiederum kürzlich die Töchter von Chris und Alex, die mit seiner Tochter im Kino waren, nach Hause fuhr, wurde er zwangsläufig Ohrenzeuge einer Unterhaltung über die anderen Väter. Wolfgang selbst war null Thema, weil er ja im Auto saß. Alex wurde von seiner Tochter – wie oben erwähnt – als „megapeinlich“ bezeichnet, und Chris kam – wie gesagt – mit einem blauen Auge davon. Er ist nämlich nach einhelligem Votum der Damen „zwar kein Vollburner, aber auch kein No-Go“.

Alter, geil ey, das sind so Momente, in denen auch steinalte Männer sich von innen Schrott lachen!

Komm, wir jehen uns einen Puffel essen!

Bisweilen fragen Gäste, mit denen man so durchs Städtchen läuft, was denn wohl das Geheimnis der Öcher Jemütlichkeit ist. Merke: Sie haben schon nach kurzer Zeit festgestellt, dass dem Aachener eine gewisse Geselligkeit, Heiterkeit, Zufriedenheit, ja, ein spürbarer Hier-is-et-schön-hier-bleib-ich-Faktor innewohnt. Und das kommt an.

Ja, was ist das? Es gibt fraglos Erklärungen: die internationale Talkesselrandlage sei da genannt, die Nähe zur Maasregion, zum Laissez-Faire der Holländer oder zur sympathisch alltagsanarchistischen Haltung des Ostbelgiers, keine Ahnung. Vielleicht liegt es ja auch tatsächlich am heißen Wasser oder am alten Kaiser, ejal.

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Komm, wir essen uns jetz‘ emal janz jemütlich ene Puffel!

Mir fällt nur immer wieder auf – und das belegt vor allem die Art, wie wir sprechen -, dass der Öcher ene joue Vermaach vor allem auf sich selbst bezogen zu schätzen weiß, also quasi selbstreflexiv jemütlich ist. Wo sonst geh‘ ich mich ein Bierchen kriejen oder mich der Küll biene oder mich was auf dr Sofa lejen?

Sich vermaache, sich verlöstiere, sich verjönne.

Meine Oma sagte immer, auf Jutdeutsch, weil sonntags: „So, jetz muss ich mich noch rejiere (parat machen), tu mich der Schal in dr Hals, dann kriej’ich mich dr Opa än dann jehen wir uns ’n jutes Tässchen Bohnenkaffee trinken!

Für um sich kaputt zu lachen, wa?

Und Du stehst in diesem Tor…

Fotoalbum, Erinnerungen: ein Bolzplatz mitten in Aachen – und tausend Bilder im Kopf.

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Drei Stücke Holz, intelligent zusammengenagelt ergeben sie ein Fußballtor. Das steht auf einer holprigen Wiese, und doch ist es in der Phantasie der Jungs, die auf diesem Stück Erde dem Ball hinterherrennen und ihn in das simple Viereck zu dreschen versuchen, eine große Welt.

Ich war Norbert Nigbur, Schalke 04. Ich trug diesen himmelblauen Pullover im Tor, der seinen offiziellen Dienst am zweiten Tag meiner Kommillijonsfeierlichkeiten getan hatte. Dazu ein paar Wollhandschuhe und damals trug ich – abgesehen von den Koteletten – exakt die Frisur des schönsten Fliegers, der jemals von Pfosten zu Pfosten gesegelt ist. Nigbur, Welz, Kleff, Scholz, Maier, Burdenski: die Torhüter waren die großen Helden der Kindheit.

So ein Bolzplatz, so ein Tor, so eine blühende Phantasie. Ach ja, schön war’s schon!

Übrigens: Norbert Nigbur hat tatsächlich mal den Wiederanpfiff zur zweiten Halbzeit im Bundesligaspiel der Schalker in Bochum verpasst. Das war 1974. Zu der Zeit, in der der Bolzplatz unsere Heimat war.

Leich’a’letikfes‘

Mein Freund R., der ein großer Verehrer der Leibesübungen ist und quasi täglich seinen Mitmenschen mit seiner Hyperaktivität ein schlechtes Gewissen macht, kann am Sonntag nicht.

Nein, sagt er, er würde ja sehr gerne mit zum Tivoli kommen, aber Sport, aktiv betrieben, sei ihm „wichtiger als der passiv konsumierte“. Auch da ist jeder Jeck anders.

Die Entschädigung für die Absage bekam ich allerdings, als er auf meine Frage: „Wat machste denn für’n Sport am Sonntag?“ die großartige Antwort gab: „Wir haben bei uns im Dorf ’n Leichaletikfes.“

Wir notieren: LEICH’A’LETIKFES‘!!!! Wahrscheinlich mit Wei’sprung und so…

Ja, so spricht der Öcher. Auch ohne den Genuss von vier Fläschchen Bi’burger. Wo immer ein lästiges stimmloses T sich einschleich‘: schlucken! Haup’sache.

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Zwischenzeitlich hatte sich auch die Bahn AG dem Öcher Gebrauch des stimmlosen T’s angepasst…

Nur das noch: Dass mein Kumpel R. auf die Frage, welchen Klub er sich als nächstes für die Alemannia im Pokal wünscht, geantwortet hat „Jla’bach“, versteht sich ja wohl von selbs‘!

*** Im 7uhr15-Podcast-Archiv gekramt:

:DD Hür! Eine Sprache ohne t oder Treffpunk‘ Haup’bahnhof!

Warte, ich hol‘ mein Zeugnis!

Das eigentlich Schöne ist doch die Verklärung des Vergangenen. Und wie verblüffend es wirken kann, wenn wir auf einmal mit dem ungeschönten Damals konfrontiert werden.

Eine gute Freundin erzählte jetzt von einer Auseinandersetzung mit der heranwachsenden Tochter über das schöne Thema Schule, schulische Leistungen, solche Sachen – und dass früher die Paukerei auch kein Zuckerschlecken war. Damals, in der schweren Zeit.

Man zoffte, man stritt, die Mutter lief zu Höchstform auf, weil sie sich doch arg von ihrer Tochter provoziert fühlte. Von wegen: als ob Du besser in der Schule warst!

Und dann stapfte sie los…

Wart’s ab, Kind! Und in tiefster Überzeugung stieß die Mutter dann diesen bedeutungsschweren Satz heraus, der ungefähr so ging: „Warte, ich hol‘ mein Zeugnis!“ Und stapfte los.

Wer sie kennt, hat noch mehr Spaß an der Geschichte, weil sie – tausendprozentig! – komplett zielstrebig die Treppen hochgerannt ist, die Schublade auf- und die sauber abgelegte Mappe, die das Vergangene in sich barg, herausgerissen hat. „Und dann hab ich geguckt“, erzählte unsere Freundin am Wochenende, „und dann hab ich noch mal geguckt, dann habe ich die Mappe zugeschlagen, zurück in die Schublade gelegt und bin runtergegangen. Ich hab‘ mein Mädchen umarmt und gesagt: Alles ist gut, mein Schatz. Du bist mein Kind!“

In diesem Sinne: Schöne Ferien zusammen!

Mit dem Bus durch Aachen. Raemonn sagt am Jason: „Alter, ich auch!“

Neuerdings fahre ich mehr Bus. Morgens zur Arbeit, abends zurück. Das ist entspannter, als mit dem Auto in die Stadt zu stoppandgoen. Gerade jetzt, wo Weihnachtsmarkt ist. Und es ist auch noch deutlich kommunikativer.

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Der Typ, der im Gelenkbus verzweifelt an der Haltestelle auf den Türöffner drückt – ohne Erfolg – brüllt durch den Bus in Richtung Fahrer: „Hey, mach mal auf hier!“ Und dann flucht er und motzt. Sagt am Ende, als all das keinen Effekt hat, weil die Tür nicht auf-, dafür aber die Reise weitergeht: „De Asejag is‘ unfreundlich jeworden!“ Klar, meldet sich eine Frau, „et is ja auch Weihnachtsmarkt.“ Die Umstehenden nicken. Klar.

Großartig die jungen Mütter, die mit ihren Kindern kurz darauf einsteigen und sich in einem geradezu unbarmherzigen Dialog bis zum Bushof ohne Pause beballern. Am Anfang stellt sich bei den zum Zuhören Verdammten das Gefühl ein, sie besprächen eine der vielen amerikanischen Serien nach, die im Fernsehen Sendezeit verdampfen.

Irgendwann wird klar, sie sprechen von daheim. Geoffrey, Raemonn, Jason, Susann, Leeroy – das sind ihre Kinder. Geoffrey hat am Samstag Fußball jespielt, erfahren wir – „un da hat deä Doof ene Ball voll auf et Jesich‘ jekrisch'“.

Zwischenzeitlich keäkt dr Raemonn, der gerade laufen kann, ohne Gnade und Unterlass durch den Bus. Ein witziges Kerlchen, das plötzlich schweigt, weil er aus einer Limopulle große Züge nimmt, und dem der ebenfalls mitreisende und nicht viel ältere Jason jetzt zuruft: „Hey Alter, ich auch!“

Busfahren in Aachen – daraus könnte hier an dieser Stelle ein Fortsetzungsroman werden. Vermute ich mal so, Alter!

Kaiser Karl auf dem Weg Richtung Friedhof! Müssen wir uns Sorgen machen?

Nun hat ja die Aussendung der roten und güldenen Kaiser begonnen. Was noch vor Wochenfrist so wohlgeordnet in Reih und Glied zwischen Münster und Stadthaus stand, ist nunmehr auf Wanderschaft. Nun weiß man ja vom alten Karl, dass er im Innersten ein reisender Herrscher war, und so würde es ihm selbst am Ende gefallen, was sich zurzeit in seiner Lieblingspfalz ereignet.

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Samstag also nun dies. Auf der Theaterstraße ist das Foto entstanden: Karl huckepack und unbedacht auf der Ladefläche, erstaunlich standhaft auf dem Weg Richtung Friedhof! Jow, richtig gelesen. Denn das Fahrzeug gehört wohl einem wackeren Gärtner mit Gräberbepflanzungskompetenz, der mit dem flotten Spruch „Es lebe der Friedhof“ (siehe Foto) auf die vitalen Seiten des Jenseitigen hinzuweisen weiß.

Deshalb also nun die ebenso interessierte wie besorgte Frage: Was wird aus diesem Karl, wenn er sich Richtung Friedhof bewegt? Soll er Schwung in den Laden bringen, weil er das Sterben ja nachweislich vor 1200 Jahren hinter sich gebracht hat, und immer noch – ja, man darf sagen lebendiger denn je – durch die Stadt turnt?

Wo stecken all die Kärle?

Was wird eigentlich aus all den anderen Kärlen (rund 500 sind es ja!), die nun von allen Öcher Winden in die unterschiedlichsten Ecken der Stadt geweht wurden? Wo sind sie gelandet? Wie sehen sie aus, die schönen Orte für all die statsen Kaisere?

* Antworten gerne hier!

Die späte Genugtuung: Ein Bagger dort, wo einst das Finanzamt stand

Als ich gestern durch die Beverstraße (hintenrum am Bahnhof Rothe Erde) fuhr, fiel mir der alte Spruch meines Vaters ein. „Achtung, jefährliche Ecke, da isset Finanzamt!“

Mein Vater war immer ein selbstständiger Mann, hatte de Hände raus, wie man in Aachen sagt, verdiente sein Geld, war bei allem stets großzügig, konnte nur eins nicht leiden: et Finanzamt. Jeder Pfennig tat ihm weh, wenn er in Richtung Beverstraße floss. Und ich werde es nie vergessen, da mussten wir mal wieder den Umschlag mit der Gott-weiß-was-Steuererklärung abgeben, dass mein Vater den großen Satz sprach: „In deä Putick müsste man mit ene Bagger fahren!“ Was so viel hieß wie: abreißen, die Hütte!

Nun ist es interessant, wie das Verhalten der Eltern sich auf ihre Kinder auswirkt. Die Beverstraße habe ich nur selten in den zurückliegenden Jahrzehnten befahren. Es lag ja immer noch quasi der Warnhinweis auf dem Pflaster.

Gestern nun, so viele Lenze später, biege ich rechts von der Bismarckstraße ab und finde mich in der Beverstraße wieder, fahre sie ein Stückchen weiter durch – und entdecke das:

bagger

Ein Bagger und weitere Baumaschinen wüten dort, wo einst das Finanzamt stand. Es entsteht dort das Kronprinzen-Quartier, wovon ein freundliches Bild auf einem Plakat erzählt.

In kleinste Teile wird der wehrhafte Finanzamtsbeton von einst zermahlen, der Bagger räumt auf, Lkw um Lkw, schwer mit Schutt beladen, rollt in Richtung Trierer Straße.

Nun hat mein Vater das leider um eine ganze Reihe von Jahren verpasst. Das Bild hätte ihm aber sehr gefallen, ganz bestimmt. Er hätte sicher was von „später Jerechtigkeit“ oder so gesagt.

Und weil das so ist, steht das jetzt hier.

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