Das Aachen-Blog

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Heinz und Willi trinken eine Tasse Kaffee, essen Printen und lesen sich Jedichte vor

Sie hatten es sich vor gut einem Jahr, als sie „jemeinsam de Kurelen an dr Baum jehängt haben“, in die Hand versprochen: Nächstes Jahr sehen wir uns wohl wat döcker! Also öfter; für die Zugereisten.

Gesagt, getan, tatsächlich werden Heinz Grosjean und Willi Hermanns nun – so der Plan – als echte Öcher Kameraden die Azvenzsonntagsnachmittage jemeinsam verbringen.

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Heinz (rechts) und Willi trinken eine Tasse Kaffee, essen eine (orjinal Öcher) Printe – und erzählen sich was.

Nun leben die Öcher Jonge, die sich kürzlich erst als Zeichen ihrer innigen Freundschaft vom niederländischen Existenzialisten Rick van de Punte in Öl haben malen lassen, eijentlich ja sehr zurückgezogen: der eine in der Sedanstraße 14, der andere in der Steinkaulstraße 33.

Und noch eijentlicher ist ihr Leben nicht wirklich aufrejend: Heinz arbeitet im Katasteramt der Stadt Aachen (Buchstabe K) und Willi bei der Friedhofsgärtnerei Jilleßen, Inhaber Hans-Dieter Jilleßen. Es lohnt sich dennoch, mal kurz reinzuhören!

Dem Heimatblog ist es nun in einer tollkühnen Aktion gelungen, Ohrenzeuge dieser Begegnung zu sein. Jeheim! Zu hören sind nun die neuesten schönen Azvenz-Ameröllchen (NSA) von Heinz und Willi.

:DD UND WER DIE ERSTE FOLGE HÖREN WILL, DER KLICKT JETZ‘ EINFACH HIER DRAUF! ALLEDA!

Das sind alle Folgen – zum Nachhören:

1. Azvenzkerzjen: :DD Heinz und Willi trinken eine Tasse Kaffee und lesen sich Gedichte vor.

2. Azvenzkerzjen: :DD Heinz und Willi zünden die zweite Kerze an und sprechen überm Weihnachtsmark‘

3. Azvenzkerzjen: :DD Heinz und Willi schmücken dr Baum – und dann jeht et auf einmal um et Sijrid

4. Azvenzkerzjen: :DD Heinz und Willi zünden et vierte Kerzjen an, dann kommt dr Paul. Jesang!

Und diesmal spielt „Knolliwood“ London. „Saphirblau“ kommt im August ins Kino.

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Kornelimünster ist immer eine Reise wert, auch an schmuddeligen Novembersonntagen. Doch wird zurzeit noch ein bisschen mehr geboten von Historie, Histörchen und prächtiger Kulisse.
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Und das ist im Wortsinn zu verstehen, denn Kornelimünster ist in diesen Tagen mal wieder „Knolliwood“! „Achtung, Filmarbeiten“ heißt es am Benediktusplatz und Korneliusmarkt, der Clou: „Knolle“ bietet die perfekte Kulisse für das London des Jahres 1912, inklusive der englischen Reklame und detailgetreuen Requisiten und Kostüme. Gestern waren rund 60 Komparsen bei einer großen Marktszene auszustatten.
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Schon der erste Teil der „Liebe geht durch alle Zeiten“-Kino-Trilogie („Rubinrot“) hatte im Winter 2012 wesentliche Spielszenen in Aachen. „Die Stadt bietet sich als Drehort wunderbar an, da wir hier die richtigen Kulissen für unsere Zeitreise haben“, sagte Philipp Bundweg, einer der Produzenten, vor Tagen meinen Kollegen von AZ und AN.

So auch diesmal. Am „Franz“, direkt im Schatten des Marschiertors, wurde schon eine London-Szene aus dem Jahr 1955 abgedreht, jetzt dreht sich alles bei den „Saphirblau“-Aufnahmen um Kornelimünster, beziehungsweise in Kornelimünster.

Zum Film

In dem Film ist Gwendolyn (Maria Ehrich) mit einem Zeitreise-Gen ausgestattet und unternimmt gemeinsam mit dem attraktiven Gideon (Jannis Niewöhner) Reisen quer durch die Jahrhunderte. Die jungen Kinogänger sind hin und weg! Der zweite Teil, der nicht nur in Aachen, sondern auch in Thüringen in Mühlhausen, Waltershausen und auf der Wartburg, in Köln, in Bayern sowie in Berlin, Potsdam und London gedreht wird, soll im August in die Kinos kommen. Auch Veronika Ferres ist mit von der Partie.

In Kornelimünster wird noch die ganze Woche (bis 29. November) gedreht.

Sascha Theisen geht auf den alten Tivoli und schenkt uns ein schönes Buch.

Mit Sascha Theisen auf dem Alten Tivoli. Oder was davon übrig geblieben ist. Der Treppenaufgang zum Stadion ist noch da. Die Stufen hoch, der Schritt auf den Würselener Wall. Gänsehaut pur.

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Und Sascha sagt, „wir hatten etwas ganz Besonderes. Und das ist jetzt weg.“ Der Blick vom Wall in die Vergangenheit. Da, wo jetzt Häuser gebaut werden, holte Oliver Kahn die Granate von Stefan Blank aus den Maschen. Block K, unvergessene Spiele, die schönsten davon in der Pratsch.

Sascha Theisen ist ein stolz bekennender Fußball-Nostalgiker. Er sieht die Alemannia heute kritisch. Der 7uhr15-Film erzählt davon.

Und hätte es noch eines Beweises bedurft, dass die These vom Nostalgiker stimmt, so blickt man nun gelassen auf Saschas neues Buch, auf die legendären WM-Helden.

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Nachdem er sich ja sonst in Sachen Alemannia Aachen eher immer mit den niederträchtigen Randaspekten des Spiels beschäftigt, dreht Theisen jetzt am ganz großen Rad – ein Buch über die deutschen WM-Helden ist es geworden – und kleiner geht es ja nun wirklich nicht. Von Toni Turek bis David Odonkor, von Erich Deuser bis Walter Eschweiler, von Kaiser Franz bis Hans-Peter Briegel. Flotte Texte, schöne Fotos: Sagen wir es ruhig, großes Kino für Fußball-Verrückte!

Ach so, das 170-seitige Werk hört auf den Namen „Helden – 50 deutsche WM-Legenden“, kostet 19,90 Euro und ist im Verlag „Die Werkstatt“ erschienen. ISBN: 978-3-7307-0063-1

Und hier noch der Links ins digitale Warenhaus.

Wir verlosen Saschas WM-Helden-Buch

andi*** Großartig für die 7uhr15-Freunde:
Sascha verlost hier und heute exklusiv ein Buch, das sich manch Fußball-Fan auch als hochwertiges Weihnachtspräsent wünschen würde.

Wenn Ihr die richtige Antwort auf die folgende Frage per Mail bis Sonntag, 24. November, 2013 an buettgens@gmx.de schickt, seid Ihr in der Verlosung!

In welchem Jahr schoss Andi Brehme (unser Foto) Deutschland zum WM-Titel?

*** Mehr zu und über und von Sascha Theisen auf www.torwort.de
Und ein sehr witziges und geistreiches Email-Interview mit Sascha auf www.na.de

Heini, adie! Ming Hazzenssproech

Am Montag verabschiedete sich Aachen von Heini Mercks. Der Altmeister der Öcher Büttenredner ist tot. Hier im Heimatblog gibt es aus dem reichen Fundus der Familie Cosler ein Gedicht von Heini Mercks, eine Liebeserklärung an Aachen, vor allem an das Öcher Platt. Unbeschreiblich schön.

Ming Hazzenssproech

De ieschte Wöet, die ich vernomme,
die uus der Moddermonk sönd komme,
wore – Frönnde, dat es wohr –
Wöet uus Öcher Moddersproech;
ich kuuent noch net richtig jooeh,
wahl at Öcher Platt verstooeh,
wenn de Modder saat: Kick an,
doe deä klenge Boxemann!
Ov se menket: Bes schönn brav
än weisch dich ens et Müllche av!

 

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Wie spieder es de Schuelzitt komme,
frueh woere de Jonge, luese än domme,
dr Jupp, dr Pitt, dr Nöll ov dr Klöß
der Liehrer dumoels, deä heisch „dr Vöß“ –
alles menket et wör doch net wohr,
mär deä Liehrer, deä sproech Öcher Sproech.

Wie de Schuel woer langs än de Liehr jeng an,
fong ich äls Meäster ‘ne joue Mann,
deä hau – wie mer sätt – Hor open Zong,
wor ävvel sööns ene echt Öcher Jong;
der hielen Dag woed lösteg jesonge,
än mänch Aventürche es zesaame jelonge.

Da ben ich ouch op der Danz ens jejange
än bleäv tereck pamp an e Mäddche hange:
et wor uus et Wiimelsjäißje et Neß,
mer weäß jo, wie dat dann esue es:
Vür hant os die Saach net lang övverlaat
än ope Standesamt jau „Jooe, jooe!“ jesaat.
Dat koem, weil bei os jät Merakel doeg:
Än dat wor os leiv Öcher Hazzens-Sproech.

Ich han se gesprauche äls Kenk, Jong än Mann
än spreich sue döcks platt, wie ich evvens mär kann.
Wenn mer mich at ens derför uusjelaaht,
da han an die Jrielächere ich jesaat:
Laacht mär, an die Sproech kann jenge kratze,
dat es ming Sproech, än die köönt va Hazze.

Än wenn ich mich spieder dernier ens moß leäje,
än der Duedemann mich op sing Schöpp hat kreäje,
da wöi ich et leivste för et leiste noch hüre
e paar Wöet Öcher Platt! – Jenge därf mich da stüre!
Ömjen Hazz hat ühr da vletz Leäd,
ühr leägt mich doch secher en Öcher Eäd,
stött al kriischens da an mi Jraav,
saat net: Heini, Adie! – Satt: Hei litt ene Öcher!
Än: Oche Alaaf!

„Et is nix mehr eso, wie et emal war.“ Oder: Wir proben den Martinszug

„Et is nix mehr eso, wie et emal war“, sagte mein Opa oft und schüttelte, von einer Spur Verzweiflung geplagt, den Kopf. Wir reden über die 70er und frühen 80er Jahre des vorigen Jahrhunderts. Und wir Kinder guckten uns an und lachten: dr Opa!

Mit fortschreitendem Alter stelle ich nun fest, dass sich die Anlässe, bei denen ich mich selbst kopfschüttelnd erlebe, häufen.

Als wir dieser Tage um die Mittagszeit im Nachbardorf mit ein paar ortsansässigen Menschen vor der Ladentheke des Bäckers unseres Vertrauens standen und gerade eh weder Printe noch Brot kaufen konnten, weil die Registrierkasse ausgefallen war und die Verkäuferin „deswejen mal mit Aachen telefonieren“ musste, kam das Gespräch – wohl durch ein Weggemännchen in der Auslage inspiriert – auf Bräuche. (Langer Satz, ich weiß, gehört aber alles irgendwie zusammen ;-))

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Und, Achtung, prompt sagte die Älteste: „Et is sowieso nix mehr eso, wie et emal war.“ Sie belegte die kühne These mit dem Hinweis auf den „Martinszug, der auch schon immer früher jeht“. Die überrascht Nachfragenden („Wie?“ „Wie jetz‘?“ „Wie kommste dadrauf?“) erfuhren, dass „jestern Abend bei uns der Martinszug jejangen is, jestern Abend! Datmusstedichemalüberlejen, zwei Tage nach Allerheilijen!“ Die Umstehenden staunten, lachten oder murmelten Worte wie „unwahrscheinlich“, „sehr unwahrscheinlich“ oder „totaler Quatsch“.

Der Witzigste in der Runde spekulierte, es habe sich möglicherweise um eine „öffentliche Probe für den Zug“ gehandelt, eine Art Vorglühen und gab pantomimisch einen kleinen Jungen mit Laterne. Ein anderer (Achtung, Insider, freiwillige Feuerwehr, also Martinsfeuer, Sturm, Funkenschlag, Großeinsatz und so!) wusste, dass der traditionsreiche Umzug „selbstverständlich auch in diesem Jahr am 11.11.“ stattfinde.

Wieder ein anderer rief – er konnte sich kaum halten vor Lachen, so lustig fand er schon jetzt, was er gleich sagen würde: „Vielleicht war es ja auch die Fronleichnamsprozession.“ Stille, was für ein Rohrkrepierer!

Zwischenzeitlich erkundigte sich ein junger Mann nach dem Zustand der Registrierkasse und was man „denn in Aachen dazu zu sagen“ hätte und verwies darauf, „dass ich nur Mittagspause und nicht Urlaub hab'“. Darüber wiederum konnten einige lachen.

Es half nichts, das Geschäft hinter der Theke stockte weiter, eine ältere Kundin betonte vor der Theke in gestochen scharfem Hochdeutsch, „dass es so etwas früher nicht gegeben hätte“, und der Komiker mit der Fronleichnamsprozession fing jetzt tatsächlich mit Alemannia Aachen an.

Im wahrsten Wortsinn kam mir schlagartig mein Opa wieder in den Sinn, dieses Kuddelmuddel aus Martinszug, Registrierkassenstau und Alemannia leitete die spontane Flucht aus der Bäckerei ein.

Die Welt ist aus den Fugen, dachte ich noch, schaltete das Autoradio ein und erfuhr dort, dass in einem Kindergarten in Ober-Eschbach das Martinsfest ab sofort „Sonne, Mond und Sterne“-Feier heißt.

Sag ich doch: „Et is nix mehr eso, wie et emal war.“ Rabimmelrabammelrabumm.

Von Bockwürs’jen und Bockwü’stchen – heute kommt es auf die Feinheiten an

In unserem Supermarkt oder präziser in dem Supermarkt, in dem wir immer einkaufen, gibt es auch eine Fleischtheke, die von einem leibhaftigen Metzger und seinen freundlichen Kolleginnen köstlich bespielt wird. Der Mann, seine Fachverkäuferinnen und ihre Ware – allesamt empfehlenswert, ein Fleisch gewordenes Gesamtkunstwerk sozusagen.

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„Un‘ der Kleine krisch‘ e Scheibchen Wurs‘, wa!?“ fragt der Chef unseren Sohn immer, der heftig bejaht, der um ehrlich zu sein, nur deswegen mitkommt – und fortan schmatzt. Da wäre man gerne noch mal Kind.
Auf alle Fälle ist der Metzger ein Mann von wuchtiger Statur, rosige Wangen, knubbelige Finger, eben genau so, wie Metzger aussehen müssen. Und unglaublich kommunikativ.

Was ich erzählen wollte: Vorige Woche stand nun eine junge Asiatin vor ihm, die er wohl kannte und deren Erscheinen, vor allem aber deren Erscheinung ihn sichtlich erfreute. „Un haben Se wat Deutsch jelernt diese Woche?“, hallte es durch den Lebensmittelsalon. Die junge Frau (eine Studentin, wie man später erfuhr) lächelte, nickte und sagte dann zum Beweis den unfassbaren Satz: „Bitte eine Bockwu’st!“ Der Fleischer klatschte vor Freude in die Hände und rief einer Kollegin zu: „Haste dat jehört, Frau Schmidt, wat et Fräuchen jrade jesagt hat, super, wa!“

Er frohlockte über Sauerbraten und Presskopf hinweg, dass es eine wahre Wonne war, amüsierte sich so gewinnend und sympathisch – vor allem darüber, „dat dr Schinese ja tatsächlich kein R sagen kann!“ Für den Öcher undenkbar, spricht er doch eine Sprache, in der jeder Konsonant noch seinen vollen Klang hat. Die Frau lächelte.

Zum Höhepunkt der Szene und zur Freude der Umstehenden, die zwischenzeitlich den eigentlichen Zweck ihres Hierseins, das Einkaufen nämlich, vergessen hatten, legte der Wonneproppen im Streifenhemd nach. „Passen Se auf“, sagte er der jungen Frau, „jetz‘ lernen wir noch wat: Wissen Se, wie wir hier daran sagen: nich‘ Bockwurs‘, sondern Bockwürs’jen!“ – „Bockwü’stjen“, sagte sie, und er strahlte: „Bockwü’s’jen hat se jesagt!“

Und spätestens jetzt hätten eigentlich alle klatschen müssen.

***Nachtrag: Interessant ist eigentlich, dass Würsjen in jeder Darreichungsform sowie die „Sprache ohne stimmloses T“ immer wiederkehrende Themen hier im Aachen-Blog sind. Ich sag’s nur, weil zurzeit unglaublich viele neue Besucher auf dieser Seite sind. Was ja wunderbar is‘. Un‘ die sollen hier ja auch was lernen. Es is‘ sogar ein Haup’anliegen von 7uhr15.

Im Garten geht es um den „Großen Preis von Schleckheim“. Ein heißer Kampf.

Das Reitturnier hat seine Spuren hinterlassen. In dem Fall sind es Hindernisse größerer und kleinerer Bauart und Strapazen für alle Mitwirkenden. Zumindest in unserem Garten und in unserer Familie. Gestern Abend, als die Sonne ihre intensive Einstrahlung einstellte, erlebten wir den „Großen Preis von Schleckheim“, nachdem bereits am Freitagabend der „Dreiländereck-Nationenpreis“ ein knappes und mitreißendes Finale gefunden hatte (mit Streichergebnis, mehreren Verweigerungen und Stechen zwischen Saudi-Arabien und Belgien).

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Beachtlich der Parcours, über den es nun gestern ging: zehn Hindernisse, das schwierigste war die verflixt eng gesteckte Dreifache Kombination, gesponsert von der Fassadenfarbenfirma Lotusan (unser Bild). Aber es gab noch andere knifflige Passagen. Wassergraben, Oxer, Trippelbarren oder wie die Dinger heißen und so weiter. Black Beauty lässt grüßen.

Wo andernorts und andernfamiliens an solchen Abenden gegrillt, getrunken und gelacht wird (in dieser oder wahlweise auch anderer Reihenfolge), wird bei uns also nun geritten. Unser Neunjähriger, Turnierveranstalter, Parcoursbauer, Stadionsprecher sowie Reitsportheld Ahlmann und dessen „Codex One“ in einer Person, reitet seit einer Woche und – man muss es so sagen – in einer Tour von Erfolg zu Erfolg. Wo früher Basti Schweinsteiger und Benni Auer Tore schossen und Blumen erschossen, galoppieren nun Nick Skelton, Ludger Beerbaum und eben Christian Ahlmann.

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Gestern Abend dann die nicht zu erwartende Steigerung: Der Rest der Familie musste auch ran. Zwei von uns streikten sehr schlagfertig wegen akuter Pferdehaarallergie. Was sich angesichts der Strapazen, die sich für die tatsächlich Mitwirkenden ergaben, als besonders schlau herausstellen sollte. Schaut Euch die Hindernisse an und seht, was passiert, wenn Meredith Michaels-Beerbaum die Kurve nicht bekommt…

Und deshalb hat der Spaß nun auch vorerst ein Ende. Unter dem Vorwand, dass der durch die Hufe arg lädierte Rasen mal ein paar Tage geschont werden muss, ist fürs Erste Turnierpause. Wir haben diese Nacht ein paar Fußbälle auf die Wiese gerollt – in der Hoffnung auf eine Art Rückbesinnung…

Die schönste Geschichte vom CHIO heißt: Jo fragt, und Sandra sagt Ja!

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Das ist die schönste Geschichte, die der CHIO in diesem Jahr bisher geschrieben hat. Jede Wette, ohne Frage. Schöner als diese Story geht es wirklich nicht. Es ist die Geschichte eines Heiratsantrags, sie ist voll romantisch, und deshalb rührte sie eine Menschenmenge zu Tränen.

jo3Sandra Römer und Johannes Meier sind seit 13 Jahren ein glückliches Paar. Tolle Leute, inzwischen mit einem süßen Töchterchen namens Frieda beschenkt, Öcher Menschen, wie man sie einfach gerne hat. Sie ist ruhig und zurückhaltend, er eigentlich auch, aber manchmal eben nicht. Und das erlebten am Dienstagabend im Soerser Winkel auf dem Turniergelände über 1000 Ureinwohner live und in Farbe.
Jo, ein Freund der vier besten Freunde der Stadt, also der Vier Amigos, ist ein bekannter Multimusikant, in der Tropi Garde weiß man ein schönes Lied davon zu singen.
jo4 Und Jo ist der weltbeste Udo-Lindenberg-Imitator. Groove, Gang, Stimme, Körperspannung, da stimmt alles, aber das Beste an diesem Udo ist: Er singt die Lieder auf Öcher Platt. Heimatgefühle werden wach, wenn es bei ihm nicht „hinterm Horizont“ weitergeht, sondern „henger dr Elsaßpleij“.
Beim CHIO-Konzert der Amigos ging er aber nun noch ein Stück weiter.
Filigran mit Uwe Brandt ausgetüftelt kam nach der ersten Udo-Nummer die Ansage, dass sich der Jo heute richtig was vorgenommen hat. Sandra, die Familie, die Freunde – allesamt zu diesem Konzert gelockt – stockte zum ersten Mal der Atem.
jo5Und am Ende schwante der jungen Frau an dieser Stelle schon, dass sie kürzlich ihrem Jo gesagt hatte, dass sie sich ja beizeiten schon über einen Antrag freuen würde – und er solle sich für diesen Zweck mal richtig was ausdenken!!!
Und Jo dachte und dachte und zog Uwe zurate, was in der Regel dann in Fulminantes aufgeht. Jo stand also nun als Udo auf der Bühne, Uwe sprach davon, dass jetzt ein Antrag mit Folgen folge, die Musik erklang, und Jo sang als Udo für Sandra „Bis ans Ende der Welt“. Was haben die Menschen im Soerser Winkel geweint, Freunde!
jo2Ach komm, wir machen es kurz, am Ende geht er auf die Knie, sie steht neben ihm auf der Bühne, er fragt, sie antwortet wahrheitsgemäß mit Ja. Was andernorts schon fies in de Boks gegangen ist, weil einfach nur peinlich, hier geht alles gut. Jubel, Menschen liegen sich in den Armen. Der CHIO 2013 wird nicht nur für Sandra und Jo unvergessen bleiben.
Das Aachen-Blog durfte diese Geschichte nacherzählen, weil Stefan Overath uns seine wundervollen Fotos zur Verfügung gestellt hat, merssi!

Das beste Pferd im Stall: Karli!

Es sei darauf hingewiesen, dass das mit Abstand beste Pferd im Stall auf den in Aachen wohlklingenden und beziehungsreichen Namen „Karli“ hört. Karli ist ein echter Volltreffer, keine peinliche Figur wie dieser „Goleo“ damals bei der Fußball-WM. Der hatte noch nicht einmal ne Hose an.

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Nein, unser Karli (Screenshot www.chioaachen.de) ist ein ganzer Kerl, jraue Boks, ein Schwanz in den Farben des Regenbogens und immer dieses freundliche, naturgemäß breite Lächeln. Zum Wiehern! Und wie es sich für einen statsen Öcher Jong gehört, der auch jerne mal ein Bierchen schlabbert und ein Kistchen Printen im Vorbeitraben verputzt: ein knappes weißes Shirt, das elegant den gemütlichen Bauch umspannt, der sogar ein bisschen herauslugt. Extrem sympathisch, und für manchen Mann ein Hoffnungsschimmer, wenn seine Frau derlei Erscheinung „kuckmalwiesüß“ findet…

Unter den Maskottchen, die im Spitzensport heutzutage dazu gehören, wie das Schängchen zu unserer Stadt, ist „Karli“ eine Klasse für sich. Er braucht keinen Vergleich zu scheuen mit Bayern-Bär Berni oder Schalkes Erwin oder mit dem Kölner Hai, auch wenn der – das sei dann doch hoch anerkannt – auf Schlittschuehen einen Salto rückwärts aufs Eis legt. Derlei Kram braucht Karli nicht. Er lächelt und winkt.

Verwiesen sei noch kurz auf eine Spox-Umfrage bezüglich der Fußball-Bundesliga-Maskottchen: interessant, wer da vorne liegt, ein Uralt-Fohlen vom Niederrhein (genauere Bezeichnung des Vereins hat in diesem Blog nichts zu suchen ;-)) soll auch dabei sein….

Karli wäre garantiert auf den vorderen Plätze, liefe er denn für einen Fußballklub auf. Tut er aber nicht, dem Himmel sei es gedankt, will man in diesen Zeiten in Aachen sagen. Denn Karli will ja weiter in der Champions League spielen.

In diesem Sinne: Freuen wir uns auf den Schio, auf Reiter, Regen und großen Sport. Wozu nun wiederum die Pferde gehören. Und Karli – vorneweg!

Zwei Köche, die wissen, wie es geht: Der FC Eintracht holt die Meisterschaft!

Es gilt noch flott, bevor diese Fußballsaison dann komplett abgehakt ist, diese eine Geschichte zu erzählen. Nein, nicht die, dass mein neunjähriger Sohn jetzt Post von Alemannia Aachen bekommen hat, weil er als Dauerkartenbesitzer und -nutzer und Mitglied auf die Gläubigerliste der Alemannia gerückt ist. Nein, es ist diesmal eine durch und durch schöne, weil gut gewürzte und folglich herzhafte Story, die dieser Fußballsaison eine letzte feine Note geben soll. marc

Genau, wir zoomen uns mal nach Kornelimünster, landen dortselbst im Schatten der Sporthalle, die dem Inda-Gymnasium zugerechnet wird, auf dem Sportplatz des FC Eintracht Kornelimünster von 1920. Und was jetzt kommt, ist getreu dem Motto der dort fußballenden Ersten Mannschaft „leider geil“. Achim „Jim“ Deserno (rechts) sagt das ein paar Mal während des Gesprächs über die soeben abgelaufene Spielzeit. Und es steht auch auf seinem Shirt: leider geil!

Die Eintracht ist Meister in der Kreisliga B, dortselbst in der Gruppe 4! Man hat das hier im Münsterländchen nicht alle Tage, aber jetzt, in diesem Jahr, an Tagen wie diesen ist es passiert. „Eine prächtige Saison“, sagt Deserno, und sucht den verbalen Doppelpass mit seinem kongenialen Partner im Trainerstab, mit Marc Hausmann. Der wiederum gibt zu, dass die Tage nach dem besiegelten Meisterschaftscoup, nach der dazugehörenden, inzwischen schon legendären Feier und dem zufällig sich anschließenden Historischen Jahrmarkt, dass also diese gesamte und geraume Zeit der fröhlichen Ausgelassenheit und Freude „auch ein bisschen anstrengend“ war. Aber leider auch… – Ihr wisst schon!

jimNun wird der Eintracht – und dort der jungen ersten Mannschaft – allenthalben bescheinigt, eine blitzsaubere Saison gespielt zu haben. Die Tabelle lügt nicht, sie belegt die These vielmehr: 25 Siege, neun Unentschieden, keine Niederlage, 134:46 Tore und mit 84 Punkten sieben Zähler vor dem Zweiten vom Burtscheider TV. Hallo! Das ist schon eine Hausnummer! Hausmann und Deserno grinsen. Sie schwärmen von den Jungs, von der Moral der Gruppe, von Perspektiven, die nun in der Kreisliga A („erst mal mitspielen und mal gucken“) warten und sagen tatsächlich Sätze, die auch von Jürgen Klopp kommen könnten: „Diese junge Mannschaft hat ein großartiges Potenzial, da ist noch viel zu heben, daran werden wir noch viel Freude haben“.

Man will zusammen bleiben, noch „zwei, drei Jungs holen, die für ne Currywurst hier kicken und in diese Truppe passen“, sagt Deserno.

Dem Meister widerspricht keiner. Die beiden Trainer, dem Verein aus Knolle von jung an verbunden, haben übrigens schon lange diese Meisterschaft bewiesen. Und als Deserno von der Currywurst spricht, fällt dem aufmerksamen Zuhörer, der auch ein Freund guter Lebensmittel ist, ein, dass hierin ein Stück des Erfolges begründet liegen könnte. Laufen, schießen und siegen für eine Currywurst von Meisterhänden! Denn in erster Linie sorgen die Trainer am Herd für Höchstleistungen, sind die beiden Hexer an der Seitenlinie doch im wahren Leben Köche: Jim im „Landhaus Solchbachtal“, und Marc im Restaurant „Red“.

Nun sind sie auch Meister im Fußball. Wie ihre gesamte Truppe vom FC Eintracht Kornelimünster. Es sei von Herzen gratuliert!

Und um alle die, die das naheliegende Wortspiel jetzt erwarten, nicht zu enttäuschen, das: Tatsächlich ist diese köstliche Geschichte der gut bekömmliche Beweis dafür, dass auch da, wo mehrere Köche einen Brei kochen, etwas Feines auf dem Tisch und in den Tellern landen kann.