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Das Aachen-Blog

Archiv (Seite 10 von 77)

Kaiser Karl auf dem Weg Richtung Friedhof! Müssen wir uns Sorgen machen?

Nun hat ja die Aussendung der roten und güldenen Kaiser begonnen. Was noch vor Wochenfrist so wohlgeordnet in Reih und Glied zwischen Münster und Stadthaus stand, ist nunmehr auf Wanderschaft. Nun weiß man ja vom alten Karl, dass er im Innersten ein reisender Herrscher war, und so würde es ihm selbst am Ende gefallen, was sich zurzeit in seiner Lieblingspfalz ereignet.

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Samstag also nun dies. Auf der Theaterstraße ist das Foto entstanden: Karl huckepack und unbedacht auf der Ladefläche, erstaunlich standhaft auf dem Weg Richtung Friedhof! Jow, richtig gelesen. Denn das Fahrzeug gehört wohl einem wackeren Gärtner mit Gräberbepflanzungskompetenz, der mit dem flotten Spruch „Es lebe der Friedhof“ (siehe Foto) auf die vitalen Seiten des Jenseitigen hinzuweisen weiß.

Deshalb also nun die ebenso interessierte wie besorgte Frage: Was wird aus diesem Karl, wenn er sich Richtung Friedhof bewegt? Soll er Schwung in den Laden bringen, weil er das Sterben ja nachweislich vor 1200 Jahren hinter sich gebracht hat, und immer noch – ja, man darf sagen lebendiger denn je – durch die Stadt turnt?

Wo stecken all die Kärle?

Was wird eigentlich aus all den anderen Kärlen (rund 500 sind es ja!), die nun von allen Öcher Winden in die unterschiedlichsten Ecken der Stadt geweht wurden? Wo sind sie gelandet? Wie sehen sie aus, die schönen Orte für all die statsen Kaisere?

* Antworten gerne hier!

Und dann haust Du die Blumen direkt in den Büll mit Erde – dat blüht!

Zugegeben, es ist nicht in Aachen entstanden, dieses Bild. Aber es weckt beim Öcher wegen seiner Ader, gewisse Aufgaben des Lebens pragmatisch zu lösen, gleich spontane und allerhöchste Sympathie. Deshalb taucht es also nun hier auf:

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Warum auch kompliziert, wenn es einfach geht?! Kaufste Dir nen Sack Blumenerde und ein paar Gartenkräuter, schmeißt den Sack auf die Terrasse, wahlweise Fensterbank oder ins Büro, machst mit der Bastelschere den Weg durch die Folie zur nährstoffreichen Muttererde frei, haust die Pflanze in den Büll: fertig! Und sieht auch noch gut aus. Und blüht wie Sau!

Nie wuchsen die Blümchen schöner! Nie gab es einen flotteren Gesprächseinstieg mit allen Gästen, die vorbeikommen. Nie zückten Freunde schneller das Handy, um derlei ungewöhnlichen und praktischen Blumenschmuck zu fotografieren.

Auflösung: Die Kanalschiffer auf dem Londoner Regent’s Canal nutzen auf ihren kleinen Booten diesen platz-, zeit- und topfsparenden Weg des Anbaus! Lazy und easy gardening. Kleine Randbemerkung: Die Engländer sind für ihre schönen Gärten ja auch weltweit bekannt.

Auch bei instagram sind die roten und die güldenen Kärle Blickfänge. Beispiele.

Der Endspurt für die Karlslegion auf dem Katschhof hat begonnen, bis Sonntag sind die roten und goldenen Kärle noch zu besichtigen, danach bleiben die Erinnerungen – etwa die fotografischen. Verbreitung hat die Aktion reichlich erfahren, hier eine kleine Auswahl von gelungenen Fotos auf der Foto-Plattform instagram, auf der auch das Aachen-Blog einen eigenen Kanal hat.

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Zwei Fotos von Metawiggum (Tom Kästner) auf Instagram

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acphoto (links), gophi

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hisch_hisch (links), lukas_aquisgrana

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jaxxo (links) und die Kartoffelkäfer

Wie es sich ohnedies lohnt, immer mal wieder mit dem Schlagwort Aachen bei instagram – die wunderbare Welt der Fotos – reinzuschauen!

Dom und Rathaus in HD. Prospekt produziert brillante Bilder zum Karlsjahr.

Das sind wirklich allerfeinste Filmaufnahmen – und sie zeigen den Stolz der Stadt im Karlsjahr, den Dom und das Rathaus, von den schönsten Seiten. Urheber dieses Materials ist die Aachener Firma „Prospekt Fernsehproduktion“ von Vera Misch und Thomas Göbbels, die schon lange für erste Qualität stehen. Den Appetithappen gibt es nun hier:

[vimeo 89415118 w=500 h=281]


Aachen: Neue Innenaufnahmen von Dom und Rathaus
from Prospekt Fernsehproduktion on Vimeo.

Die Stadt Aachen hält für Anfragen von TV- und Filmproduktionsfirmen stets Bildmaterial bereit. Prospekt produziert diese Bilder. Und da Dom und Rathaus in diesem Jahr natürlich besonders gefragt sind, haben sie jetzt ein schönes Update in HD-Qualität erhalten.

Nie gab es mehr Karle! Oder Karls? Und wie lautet der Plural von Fernseh?

Nun ist der Aachener an sich ja ein Original. Ein Individuum, andere sagen ein Unikum, eine Art Singular auf alle Fälle. Und deshalb tut er sich bisweilen schwer, den Plural zu bilden.

Nicht selten stellen sich dem Öcher dann – also wenn er die Mehrzahl ansteuert – auch noch die Tücken der deutschen Sprache in den Weg. Glück widerfährt nun dem, der genau in diesen Momenten zum Ohrenzeuge wird. Wie gestern auf dem Recyclinghof. Ein junger Mann öffnet seinen Kombi, vier Fernsehgeräte sind zu sehen, er schleppt das erste in Richtung Container, dann das zweite, will das dritte aufnehmen, als ihm der Öcher in Orange von hinten auf die Schulter klopft und sagt: „Hör emal, wo hast Du die janzen Fernsehs her?“

Der Fernseh, die Fernsehs. Sind das Momente, für die ich dankbar bin!

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Ich komme nur drauf, weil wir uns zurzeit in der Redaktion fragen, wie der Plural von Kaiser Karl lautet? Bis dato war das kein Thema, es gab ja nur den einen. Den Großen halt.

Aber man muss sich das natürlich in diesen Tagen rein professionell fragen, weil so viel Karl ja noch nie war! Karl überall, alleine auf dem Katschhof steht er handgestoppte 520 Mal! Stoppelhopserklein, der multiplizierte große Kaiser. Der Karl, die Karle? Die Karls? Ein besonders witziger Kollege sprach von Kärlen, eine Kollegin schlug Karlemännchen, die Frankophilen unter uns warfen Charlemannis in die Runde. Hilfe!

Rote Kaiser Karlis, güldene Charlis – keiner hat darüber nachgedacht, dass es bei so viel Marketing im Karlsjahr ein Kommunikationsproblem geben wird. Mit all den Karls, den Großen. Oder so.

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Also wie gesagt: Wer helfen kann, gerne…

Der SV Eilendorf wird 100 – und zeigt, wie eine moderner Klub tickt

Es ist natürlich nicht hoch genug zu besingen und zu loben, wenn ein Sportverein, der auch noch Sportverein heißt, 100 Jahre alt wird. Das Alter alleine erzählt die komplette Geschichte allerdings nicht. Gut, es weist darauf hin, dass der Verein sich über ein Jahrhundert gehalten hat. Dass es Gründer gab, dass es wohl eine Vereinshistorie gibt – und am Ende auch noch aktuelle Klubvertreter, die das Jubiläum zum Anlass nehmen, ein ordentliches Fest zu feiern.

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Unter die Lupe genommen, ist der SV Eilendorf – und um den geht es hier – in Wirklichkeit ein geschichtsträchtiger und hochmoderner Verein zugleich. Also auch ein Verein mit einer guten Perspektive. Vier Seniorenmannschaften kicken alleine im Männerfußball, es gibt eine schlagkräftige Frauenfußballabteilung und 25 (!) Jugend- und Kindermannschaften. Dazu kommt noch die stolze Handballabteilung. Das ist keine Selbstverständlichkeit.

Am Sonntag wurde deshalb im Ort gefeiert, die Aula der Kleebachschule war festlich geschmückt, dort traf sich die Festgemeinschaft nach der Messe – und dann ging es heiter und informativ zur Sache. Gemeinsam mit dem Ur-Eilendorfer Stephan Kaußen, der heute sein fußballerisches Fachwissen über WDR2 als Bundesliga-Reporter veräußert, hatte ich den Spaß, die Matinee zu moderieren, die eigentlich als Kommers angekündigt war, um schließlich eine heitere Sport-Revue zu werden (AZ-Homepage €).

Dass der SV sportlich erfolgreich ist, ist allenthalben bekannt, davon erzählen viele Zeitungsgeschichten, das ist dokumentiert in Chroniken, Pokalen, Anekdoten und Tabellen. Gestern kam dann – passend zum Fest – der Aufstieg der Handball-Frauen in die Landesliga dazu.

Dass der SV aber vor allem als Verein intakt ist, darauf können Präsident André Lütz und seine ganze Mannschaft stolz sein. Wer Ehrenamtler im allerbesten Sinne sucht, voilà, beim Sportverein findet er sie. Keine Soloshow, nein Mannschaftsgeist ist gefragt. Und nicht nur auf dem Platz. Jupp Nehl, der ehemalige Fußballprofi (Bochum, Leverkusen), kam mit Freude zum Fest des Heimatvereins und schwärmte vom Damals und vom Heute.

Es gab Mitglieder, die 78 Jahre lang schon dem Verein die Treue halten, für die sich die Gesellschaft erhob und applaudierte. Und es gab den 11-jährigen Henrik, der Nehl wie auch Ex-Alemannia-Star Günter Delzepich kecke Fragen stellte: Wie sie es denn wohl mit den bunten Fußballschuhen halten? Die Ex-Kickerhelden erinnerten sich an die alten Zeiten und schlussfolgerten trocken: Schwarz-Weiß bleibt unübertroffen.

Ach, es war ein schöner Morgen in Eilendorf. Gut zu wissen, dass Ehrenamt funktioniert, dass Menschen sich für eine gemeinsame Sache erwärmen und sie dann auch gemeinsam meistern. Das war eine perfekte Vorlage für alle, die sich engagieren möchten: Geht in die Vereine! Der SV Eilendorf macht es vor.

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chon lange für erste Qualität stehen. Den Appetithappen gibt es nun hier:

[vimeo 89415118 w=500 h=281]


Aachen: Neue Innenaufnahmen von Dom und Rathaus
from Prospekt Fernsehproduktion on Vimeo.

Die Stadt Aachen hält für Anfragen von TV- und Filmproduktionsfi

Die späte Genugtuung: Ein Bagger dort, wo einst das Finanzamt stand

Als ich gestern durch die Beverstraße (hintenrum am Bahnhof Rothe Erde) fuhr, fiel mir der alte Spruch meines Vaters ein. „Achtung, jefährliche Ecke, da isset Finanzamt!“

Mein Vater war immer ein selbstständiger Mann, hatte de Hände raus, wie man in Aachen sagt, verdiente sein Geld, war bei allem stets großzügig, konnte nur eins nicht leiden: et Finanzamt. Jeder Pfennig tat ihm weh, wenn er in Richtung Beverstraße floss. Und ich werde es nie vergessen, da mussten wir mal wieder den Umschlag mit der Gott-weiß-was-Steuererklärung abgeben, dass mein Vater den großen Satz sprach: „In deä Putick müsste man mit ene Bagger fahren!“ Was so viel hieß wie: abreißen, die Hütte!

Nun ist es interessant, wie das Verhalten der Eltern sich auf ihre Kinder auswirkt. Die Beverstraße habe ich nur selten in den zurückliegenden Jahrzehnten befahren. Es lag ja immer noch quasi der Warnhinweis auf dem Pflaster.

Gestern nun, so viele Lenze später, biege ich rechts von der Bismarckstraße ab und finde mich in der Beverstraße wieder, fahre sie ein Stückchen weiter durch – und entdecke das:

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Ein Bagger und weitere Baumaschinen wüten dort, wo einst das Finanzamt stand. Es entsteht dort das Kronprinzen-Quartier, wovon ein freundliches Bild auf einem Plakat erzählt.

In kleinste Teile wird der wehrhafte Finanzamtsbeton von einst zermahlen, der Bagger räumt auf, Lkw um Lkw, schwer mit Schutt beladen, rollt in Richtung Trierer Straße.

Nun hat mein Vater das leider um eine ganze Reihe von Jahren verpasst. Das Bild hätte ihm aber sehr gefallen, ganz bestimmt. Er hätte sicher was von „später Jerechtigkeit“ oder so gesagt.

Und weil das so ist, steht das jetzt hier.

„Come on, Aachen!“ – mitten in Irland. Christoph Löhr erzählt davon.

loehrDiese Geschichte spielt an einem Nachmittag im August 2005. In Irland. „An einem Nachmittag“, so schreibt es der Autor Christoph Löhr, „an dem plötzlich wildfremde Leute für meinen Verein sangen. Leute, die meinen Verein nicht einmal kannten.“ Löhr ist bekennender Alemannia-Liebhaber, ein durchaus kritischer Begleiter, aber lebenslänglich infiziert mit dem schwarz-gelben Fieber. Unheilbar.

Und Christoph Löhr ist ein brillanter Autor. Was er mit dem Blogbeitrag, auf den ich heute mit Freude und wärmsten Worten der Empfehlung hinweisen möchte, einmal mehr unter Beweis stellt.

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Also, aus dem stets lesenswerten Blog loehrzeichen.de ein aktueller Beitrag über eine längst verjährte Geschichte, die – wie Löhr berichtet – schon oft erzählt und jetzt endlich auch geschrieben wurde. Ich verspreche: Für Alemannia-Fans werden alte Zeiten wach, die Erinnerungen kehren zurück, und es wird ganz schön warm in der Herzgegend. Namen tauchen auf, die packende Szenen wieder vor das gesitige Auge des Alemannia-Fanatikers führen.  Fiel, Reghecampf, Rösler, Schlaudraff – die Älteren erinnern sich.
Und dann gelingt es Löhr, diese Alemannia-Sequenzen mit seinen irischen Erlebnissen in Einklang zu bringen. Ja, Einklang, das richtige Wort, denn am Ende singen die Menschen im Pub mit Löhr Alemannia-Lieder…

Viel Spaß beim Ausflug auf die grüne Insel, bei dem schwarz-gelbe Lebensgeister reichlich genährt werden. HIER KLICKEN

Die Blues-Stimme der Heimat

Seine Sprache ist die der Heimat – „weil ich mich darin einfach am besten ausdrücken kann!“

Und weil das erstens so ist, und weil Dieter Kaspari das zweitens so famos hinkriegt, wurde der Blues-Musiker, der sagt, dass Öcher Platt und Englisch die Sprachen sind, in denen der Blues am besten funktioniert, gestern Abend mit dem Thouet-Mundartpreis der Stadt Aachen ausgezeichnet. Vööl Jelöcks op deä schönne Priis, lejjve Dieter.

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Und man kann Dieter Kaspari nur zurufen: Dein Auftritt gestern Abend hatte Klasse! Vor allem „dr Dröümer“ von der CD „De Pau erav“ geht richtig unter die Haut.

Schön zu wissen, dass es in Aachen Leute wie Dieter Kaspari gibt, die die Heimatsprache tatsächlich auch beherrschen und auf ihre ganz eigene Art lebendig halten.

Aus dem 7uhr15-Archiv ist nicht nur das Foto – Kasparis Bart sieht heute eher drei Tage jünger aus -, sondern auch das kleine Interview-Podcast. Dieter Kaspari hatte 2010 seine CD „Blues mich jet“ vorgestellt, ein kerniges Blues-Album mitten aus dem prallen Öcher Leben. Absolut hörenswert! Und wie er in diesem Interview über seine Musik und seine Liebe zu Aachen erzählt – das spricht für den neuen Thouet-Preisträger.

7uhr15-Podcast: HIER GIBT’S DIE HÖRPROBE MIT KASPARI-INTERVIEW!