Im Großraumabteil herrscht seit Minuten Schweigen. Alle hören gebannt zu. Inzwischen sind zwei Zugbegleiter mit dem renitenten Paar aus der Kaiserstadt befasst, der Zugchef sei auch noch im Anmarsch, sagen sie. Dat is jut, erwidert der Öcher Oldie und spielt eine Trumpfkarte aus, er kramt in seiner Brieftasche: hier is de Nummer von et Monika, rufen Se doch da an, dann werden Se’t hören.
Die DB-Crew hat sich daraufhin eine zeitlang zur Beratung zurückgezogen. Da sollen se uns doch festnehmen, ich hab‘ nur deä eine Zettel, erklärt er in der Zwischenzeit den Mitreisenden am gemeinsamen Vierertisch.
Alles bezahlt! Da können Se nachkucken: alles bezahlt!
Alles bezahlt, setzt er noch nach, da können Se nachkucken: alles bezahlt. Da geht ihm ein Licht auf: Ach, deä meint, wir hätten die Karten nich‘ bezahlt!? Ja, waat, Männche!
Eine wunderbare Unterhaltung war das, die für mich noch erquicklicher wäre, wenn ich denn wüsste, wie sie ausging. Denn als ich zum Zugwechsel am Frankfurter Flughafen aussteigen musste, war die Nummer noch nicht durch. Kein Ergebnis, also auch kein Schaffner mit einem weisen Rat, einem Kompromiss, einem Einigungsvorschlag oder mit einem knallharten Nein, mit einer Festnahme – oder so – in Sicht.
Das letzte Wort, das ich beim Rausgehen hörte, war – er zu ihr: Jetz‘ isset mich auch ejal, wat se sagen. Wir sind jleich da…
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Der Friedrich sagt:
Ja, waat, Männche!
Herrlich…
30. März 2010 — 9:52
Dagmar Wirtz sagt:
Hallo lieber Bernd,
herrlich deine ICE Geschichte!!! Ich begebe mich gleich selber auf Reisen und bin gespannt welche „Originale“ ich im Zug treffe.
Herzliche Grüße
Dagmar
30. März 2010 — 8:46