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Öcher Jong – ein Gedicht

Öcher Jong

(gesprochen von einem kleinen Öcher Jong, geschrieben von einem großen Öcher Jong, erstmalig hier veröffentlich im November 2011.)

Ich ben ene Öcher Jong,
än ich ben heij jebore.

Ich ben ene Öcher Jong,
än dat es net jeloege.

Ich speäl jeär Fußball,
freu mich övver minge Klub.

Dat stemmt, et es os Alemannia,
die kritt se och at ens jetuppt.

Doch kann ich üch sage,
än dat es jewiss:

Du bes än blivs ene Öcher Jong,
och wenn de at ens Pisele kriss.

:DD Das Gedicht gibt es auch als schönes kleines Audio-Podcast – hier klicken!

Frühling. Aachen erwacht.

Aus gegebenem Anlass heute mal Lyrik.

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Frühlingslied

Die Luft ist blau, das Tal ist grün,
die kleinen Maienglocken blühn
und Schlüsselblumen drunter;
der Wiesengrund ist schon so bunt
und malt sich täglich bunter.

Drum komme, wem der Mai gefällt,
und freue sich der schönen Welt
und Gottes Vatergüte,
die diese Pracht hervorgebracht,
den Baum und seine Blüte.

Ludwig Hölty (1748 – 1776, Dichter, möglicherweise ein Vorfahr von Lewis Holtby, Fußballer, der unsere Alemannia – hätten wir ihn denn noch! – vielleicht wieder im Frühling zum Erwachen führen könnte.)

Bethlehem – ein ganz besonderes Gedicht von Hein Engelhardt

heinDieses eine Gedicht von Hein Engelhardt noch, weil es mir am Herzen liegt. Die Geschichte vom Königskind, das nicht in Prunk und Reichtum hineingeboren wurde und das doch so nachhaltig wirkte. „Bethlehem“ heißt das Gedicht von Hein Engelhardt. Öcher Platt vom Feinsten.

Bethlehem – das Gedicht von Hein Engelhardt über das Kind in der Krippe – hier klicken!

*** Mehr hören – die anderen Engelhardt-Gedichte auf 7uhr15.ac:

Wie et Chresskenk os Öcher Prente kennelieret

Wat sall ich schenke?

Vöör die Daag

Von der Kraft des Wortes

Unterwegs in der Heimatstadt. So kurz vor dem Fest. Alles rennet, kaufet, flüchtet. Bekannte und noch viel, viel mehr unbekannte Gesichter eilen vorbei. Auch wenn du noch so lange schon durch deine Stadt läufst, stellst du an solchen Tagen fest, wie wenig du doch weißt von den anderen, die hier leben. Wie viele Aachener kenne ich wirklich? Sind es 300? 400? Wenn es hoch kommt, 500? Das fröhliche Gesellschaftsspiel „Wir ordnen Gesichtern passende Namen zu“ ist spätestens dann am Ende. Was ist also mit den übrigen grob geschätzt 249.500?

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Die Annastraße zu Weihnachten. Foto: Andreas Herrmann

Aus einem Schmuckgeschäft am Markt kommt ein Mann mittleren Alters und strahlt. Er ist mit sich und der kleinen Öcher Welt zufrieden. Offensichtlich ist das so. Wahrscheinlich hat er seiner Liebsten gerade ein schönes Stück gekauft, und er freut sich auf ihre Freude. Toitoitoi, denke ich.

*

Der Weihnachtsmarkt 2011 ist auf dem Weg in die Geschichtsbücher. Schluss, aus, vorbei. Schön ist er auf so vielen Bildern, etwa auf denen, die Andreas Herrmann den 7uhr15-Freunden vor ein paar Tagen geschenkt hat. Historische Stadt, Lichterglanz, das Quecksilber pegelt sich um die frostige Null ein, wärmend aber das Gold und Silber, wärmend der Glühwein. Eine Freude für Herz und Seele ist so manches Kunststückchen, das zum Kauf angeboten wird. Ich gebe es zu: Ich bin kein Weihnachtsmarktgänger, bin ich nie gewesen. Aber ich freue mich für alle, die es sind. Alle Jahre wieder.

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Der Adventskalender hier auf dem Heimatblog hat viel Spaß gemacht – macht Spaß, weil zwei Türchen kommen ja noch! Vor allem hat er viele Begegnungen ermöglicht, Momente der Ruhe, Momente der Freude, Momente des Wortes, ob gesprochen oder gesungen. Wie gewaltig ist ein Wort! Wie schön ist das: miteinander zu sprechen, Zeit zu haben, um zuzuhören und um zu erzählen. Wir dürfen uns das niemals nehmen lassen.

*

In der unteren Adalbertstraße, die gestraft ist von dieser gräßlichen Baulücke, von der in Wahrheit wohl niemand weiß, wie sie jemals sinnvoll gefüllt werden soll, kommt mir ein Mann meines Alters entgegen, der mir vor Tagen schon einmal aufgefallen ist. Gelbe Cordhose, gelbe Regenjacke, der ganze Kerl in Gelb. Man habe ihm diese wärmende Montur gegeben, sagt er, „ein guter Mensch war’s“. Jetzt bittet er um fünfzig Cent und ist ausgesprochen höflich. Er erzählt von seiner Unterkunft, einem möblierten Zimmer, das er täglich bezahlen muss. Hofft, dass sobald kein Schnee kommt und zeigt auf die Stofftüten mit den leeren Flaschen, die er sammelt, um sie in Centbeträge zu verwandeln.

*

Der freundliche Mann bedankt sich – nicht nur für eine kleine Gabe, sondern auch für das Gespräch. Für diese kurze Pause im hektischen Hin und Her dieser Tage. Diesen Dank möchte ich an dieser Stelle gerne erwidern.

Zeit, auch mal danke zu sagen. Oder wie das in Aachen heißt: merssi!

Der Adventskranz strahlt, vier Kerzen brennen seit gestern – und wir freuen uns so aufs Fest!

Die Zeit schreitet voran, unaufhaltsam, und die Zeit ist reif, mal merssi zu sagen. Wem? Das sei einem jeden selbst überlassen, Gründe gibt es bei genauer Betrachtung ja zuhauf.

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Ja, man kann das gar nicht laut genug sagen: Merssi oder noch prononcierter: völmoels merssi – wie der Öcher sätt.

Weil’s ja sonst zu kurz kommt und weil es ja auch – außer ein bisschen Überwindung – nicht viel kostet.

Der Vorteil am Öcher Danke ist zudem sein deftiger, von Herzen kommender Klang: Nicht merci, wie de Freunde von Ostbeljien mit e chpitz Müllchen sagen, sondern eher kernig: merssi. Mehr ä als e, mehr Betonung auf der ersten als der zweiten Silbe, auch gerne jovial eingeleitet mit „hür,…“ – und einem kleinen Päuschen: „…merssi, Aue!“

kornelius
In diesem Sinne: Merssi, lieber Michael Cosler, für das schmucke Adventsbild aus Kornelimünster!

Et Chresskenk hat Hölp – und andere Geschenke für das Heimatblog!

Hoppla, mit einem Mal hagelt es hier Geschenke für 7uhr15! Dankedanke. Für alle, die neugierig sind:

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Sylvi schickt mir ein Foto von einer Fornöis, wie ich sie meinte, als ich den Text über ebenjenen Küchenherd schrieb, der im Haus meiner Großeltern stand. Danke, Sylvi, das macht die Erinnerungen noch ein bisschen frischer. Und die Wehmut ein bisschen größer.

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Sehr freue ich mich auch darüber, dass Heike und Marco nicht nur Omas Spritzgebäckrezept aus dem guten alten Dr. Oetker-Backbuch aus den Fünfzigern haben, sondern auch den Buchstaben Taten folgen lassen. So wurde mir ein Beutelchen frischgeschossener Spritzguss-, pardon Spritzgebäckköstlichkeiten an Zartbitterkappe überreicht. Muss sagen: Oes! Lecker! Saukäs! Danke!

Richtig Gas gegeben hat auch et Fing. In diesen Tagen mit dem Zusatz versehen „Im Schweiße meines Angesichts gedichtet und aufgeschrieben“ flattert dem Heimatblog noch ein Gedicht zu Weihnachten ins Haus.
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Und auch Josefine erzählt eine wunderbare Geschichte aus Aachen, nämlich davon, wie dem Christkind eine ungeahnte Hilfe zuteil wurde. Wer der Helfer ist, lest ihr selbst auf Seite 2.
Lejjv Fing, dat es dich hiel jot jelonge, Mäddche! Merssi doför.

Gedicht auf Seite 2

Oes noch, es gibt sie also doch: die wahren Dichter im schönen 7uhr15-Land

Ende November rief ich an dieser Stelle die Freundinnen und Freunde des Heimatblogs dazu auf, Adventsgedichte zu schreiben. Ab in den Hobbykeller, vier, fünf Jläschen Jlühwein, de Weihnachtsedition von de Liedertafel – dann klappt dat schon.

Und das, obwohl die Bedingungen wahrlich nicht leicht waren. Denn folgende Wörter mussten im Gedicht vorkommen: dr Boum, dr Hantiir, dr Kreppeeäsel, et Chresskenk än de Keäze…

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Heute kann ich stolz drei wunderbare Gedichte vorstellen, die eingeschickt wurden und die alle von einer großen Vorfreude auf das Fest zeugen. Und die mich wirklich tief erfreuen. Merssi, Jonge!

Und jetzt geht es los:

Wenn de Keäze lüehte

Wenn de Keäze lüehte, än dr Boum es jeschmöckt,
wenn de Modder van dr janze Hantiir et hat baschtisch at ejjene Röck.
Wenn de Oue vajjen Kenger lüehte, än der Kreppeeäsel,
et Marie än der Jupp ejjene Stall at stönd,
dann könt et Chresskenk –
än dan es jedderenge met dr angere Frönd.

Jürgen Vreydal

Das nächste Gedicht auf Seite 2

Gedichte und Keksrezepte gesucht!

Heute also nun zwei kleine Bitten, die drei Tage nach dem ersten Kerzchen und einen Tag vor dem ersten Türchen hinausgehen ins beschauliche 7uhr15-Land.
Ich suche für den Heimatblog-Adventskalender:

1. die besten Weihnachtsplätzchen-Rezepte!

2. die begabtesten Dichter in der heimischen Sprache.
Und so seid ihr dabei:

ENTWEDER
1. Aufgabe
: Schickt mir einfach euer Lieblingsrezept für eine Kekssorte, Plätzjen, wie der Öcher sagt! Bitte die vollständige Rezeptur und Gebrauchsanleitung notieren. Wenn es eine nette Geschichte zum Plätzchen gibt: gerne! So was lesen wir hier auf „Viertel nach Sieben“, wie meine Mutter sagt, mit Begeisterung.
Also, meine Oma zum Beispiel buk (wie sie immer sagte), buk also so was von großartigen Butterkeksen. Also BUTTERkekse mit BUTTER drin. Ihr wisst, was ich meine…

ODER
2. Aufgabe:
Das ist eine kleine Herausforderung, aber ein Riesenspaß für alle, die in ihrer Heimatsprache auch dichten können. Geht in den Hobbykeller, reimt, leimt, sägt und fegt Worte zusammen und schickt sie mir. Aber: In dem Gedicht – und das ist der Schwierigkeitsgrad! – müssen die folgenden Wörter auftauchen:
et Chresskenk; Hantiir; dr Boum; de Keäze und dr Kreppeeäsel
Wenn’s Aachener Deutsch mit Streifen ist, spielt das auch keine Rolle.

*** Macht mit:
Eure Rezepte und/oder eure Gedichte schickt ihr bitte an buettgens@gmx.de – ihr werdet sie dann im Adventskalender hier auf 7uhr15.ac wiederfinden.
Aus allen Einsendungen losen wir zwei Gewinner aus, denen jeweils ein feines Tütchen Schoko-Nuss-Printen ins Haus segelt.

Ein Öcher Gedicht zum Öcher Wetter: Der Wassermensch!

Meine Frau stellte gestern fest, dass ihr ein verregneter April besser gefallen würde als ein nasser Juni. Stimmt. Nur in diesem Jahr scheint es eben andersherum zu laufen…

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Aber Wasser ist wichtig, haben wir gelernt, und unser Öcher-Platt-Lehrer, dr liebe Karl, unterstreicht mit einem wasserdicht getexteten Stück Heimat seines Großvaters Matthias Savelsbergh, dass wir doch alle nur Wassermenschen sind!

Vööl Pläsier, hürt jot zou, de niekste Dag jeäht dr Öcher Platt-Kursus heij op Sövve-Foffzeng wier!

Für Zugereiste: Der Öcher-Platt-Kurs wird in den nächsten Tagen hier im Heimatblog fortgesetzt, ich freu mich schon drauf.

:DD Aber zunächst HIER KLICKEN: „Der Wassermensch“ – ein Heimatgedicht mit einem H2O-Geräuschteppich…

Bisher erschienen in dieser Serie: eine ganze Menge schöner Podcasts – mehr dazu auf SEITE 2

Hür! Dr Karl spricht heute über den Öcher Imperativ. Paaßt jot op!

Hür! Es ist eins der schönsten Öcher Worte, ein Appell, ja, ein Befehl, hör mir zu, jetzt kommt was!

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Hür! Heute hat unser Öcher-Platt-Lehrer, dr Karl, die Imperative unter die Lupe genommen und wieder Raritäten aus dem schönen Öcher Sprachschatz gehoben.

:DD Hür! Pass op! Komm! Bliv! Kick net esue! Hür mich op! Hau de Mull! Einfach hier klicken: Paaßt jot op!

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*** Bisher in dieser Serie erschienene Podcasts:

:DD Kleines Intermezzo, ein Gedicht: Oche, mi Oche!

:DD Öcher Platt Schnupperkurs (6): Die Lebensmittel

:DD Öcher Platt Schnupperkurs (5): Die Namen

:DD Öcher Platt Schnupperkurs (4): Die Schimpfworte, Grundausstattung

:DD Öcher Platt Schnupperkurs (3): Verben konjugieren

:DD Öcher Platt Schnupperkurs (2): die Familie.

:DD Öcher Platt Schnupperkurs (1): de Zahle, die Zahlen!

***Info: Dr. Karl Allgaier, dr Karl also, Sprachwissenschaftler durch und durch, ist im Brotberuf als Direktor der Bischöflichen Akademie schon ein gefragter Mann, ist so ganz nebenbei leidenschaftlicher, quasi examinierter und mit allen Tücken der Kunst beschlagener Öcher Platt-Experte. Und Mitherausgeber des Neuen Aachener Sprachschatzes.
Wir versuchen das einfach mal, vür liere Öcher Platt. Und wir haben vor ein paar Wochen den Startschuss gegeben.

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