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Tag: Alemannia (page 1 of 16)

Ich war nochmal da

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Ich war nochmal da. Es tat sich beim Eintritt in den Supermarkt auf einmal scharf rechts die Gasse auf. Es durchzuckte mich, einmal von oben bis in die Zehen: der gepflasterte, leicht ansteigende Weg, dahinter die breite Treppe, die Geländer, auf dem Treppenabsatz der alte Treffpunkt.

Wie oft, wie schön, wie schlimm, wie emotional, wie bewegend, wie stolz das war. Und wie normal und wie selbstverständlich  das alles war, der Verein, unsere Stadt, hier an diesem Ort.

Sofort hundert Gedanken, Bilder. Naja, da bleibt dir keine Wahl, da musst du nochmal hoch, durch Unkraut und Gestrüpp, und tatsächlich, es gibt sie noch, vom Treppenabsatz die letzten Stufen hoch auf den Wall, Augen zu.

Fahnenmeer, das Stimmengewirr, dann der Schlachtruf, olé Alemannia. Manni, RoDi, Uwe, Oli, Kalle, all die Jonge. Schal, Wurst, Bierchen. Block K. Wind und Wetter. Sonnenbrand und sickenass. Ejal.

Augen auf: Durch die Sträucher erkennt man Häuser. Schöne neue Häuser. Ein Quartier, das Alter Tivoli heißt und das mit ein paar lustigen Namen daran erinnert, was einst hier war.

Da, wo das erste Haus steht, quer, stand einst Olli Kahn, als Stefan Blank aus gefühlten 40 Metern schoss, ein Strahl, ein Treffer, ein Schrei aus 21400 Kehlen. Und da hinten links, Montanes, da vorne der Bübbes, überall Willi Landgraf… ach, komm. Ach, geh!

Erinnerungsanknipser. Nostalgieverstärker. Sehnsuchtsort.

 

„Wir sind am Absteijen, und du bis‘ in eine Tour Würs’jen am Fressen!“

(Diese Tivoli-Geschichte, die vom Leid der Alemannia-Fans in den zurückliegenden Jahren erzählt, gehört zu den am besten geklickten 7uhr15-Storys. Ich habe sie schon oft verschickt und vorgetragen. Deshalb steht sie hier vorne, auch wenn sie aus dem Oktober 2011 ist.)

Es ist wahrlich nicht zum Lachen mit dem örtlichen Fußballverein, aber so ist das Leben. Du gewinnst mit dem Club, du verlierst mit ihm. Und die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt. Und an Abstieg wollen wir aus unterschiedlichen Gründen gar nicht denken!

Nun wollen wir an dieser Stelle nicht in die Analyse des Grottenkicks gegen den FSV Frankfurt einsteigen, das sollen Leute tun, die mehr davon zu verstehen glauben.

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Nein, es gilt eine kleine Episode am Rande zu erzählen, eigentlich eine Art Fortsetzungsroman, weil ja schon in der Vorsaison das eine oder andere Schlaglicht auf den Opa und seinen Enkel, die eine Reihe vor uns auf dem Tivoli sitzen, gefallen ist.

Also von dem Opa, der mit seinen beiden gleichaltrigen Kumpels und seinem Marvin da hockt und philosophiert und schimpft und bökt und dem es anfangs noch egal war, dass sein kleiner Enkelknubbel auch während des Spiels ständig unterwegs war, um sich in einer bewundernswerten Ausdauer Lebensmittel in flüssiger, fester, frittierter und bepuderzuckerter Form zu besorgen. Und wenn Opas Kumpel fragte, wo denn der Marvin wäre, kam die großartige Antwort: „Deäissichenewursamholen!“ Wir erinnern uns.

Die Stimmung begann zu kippen – auch das wurde an dieser Stelle dokumentiert -, als nach ein paar erfolglosen Partien in der letzten Saison ausgerechnet nach dem Siegtor von Erzgebirge Aue auf dem Tivoli Marvin um die Karte bat, um sich die zweite Wurst zu organisieren. Da schnauzte ihn der Alte barsch an: „Wat? Schonwidderenewurs‘! Ichjlaubdatsdunurhierkommsfürzefressen!“

Am Freitag dann die Fortsetzung. Marvin war wie immer gut in Form, stapfte mehrfach die Stufen von und zu Reihe 20 rauf und runter, immer neu bepackt und mit dicken Backen, als sein Opa – völlig fertig nach dem gerade gefallenen 1:3 – dem quasi zeitgleich vom Versorgungsposten Heimkehrenden entgegen brüllte: „Wir sind hier am Absteijen – und du bis in eine Tour Würs’jen am Fressen!“

Auch für Marvin hoffen wir an dieser Stelle, dass unsere Alemannia nicht absteigt!

Und mit einem Mal ist sie da: die Frau des Trainers

Nur kurz und am Rande: Fußballplatz, Samstagmorgen, Kinderfußball, in gewisser Weise wiederholen sich die Erlebnisse mit den Eltern und den Trainern, die sich so liebevoll um die F-Jugendkicker dieser Region kümmern, doch diese Geschichte muss erzählt werden.

Lassen wir den Namen des gastgebenden Vereins mal außen vor, sagen wir im weitesten Sinne FC Städteregion: Wir fokussieren uns heute mal voll und ganz auf den Trainer, der eine mächtige Erscheinung mittleren Alters ist, ein Fünftagebartgesicht, ein Stuppikastenalleinetrinkerbauch, darüber spannt ein ärmelloses Shirt, doch dafür ist er vom Fach. Vom Rand feuert er die Acht- und Neunjährigen an, fordert sie auf, „gegen den Ball zu arbeiten“, „die Scheiß-8 zu doppeln“ oder aber „schneller zu verschieben“… Seinen Jungs ist das egal.

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Und so stehen sie dann auch in der Pause um den Vulkan von Trainer herum, schauen ihm dabei zu, wie er wild gestikulierend die Innenverteidigung umbaut und dem Torwart erklärt, dass er endlich mal wachwerden soll!

Womit keiner rechnen konnte – auch der Trainer nicht – ist der Auftritt seiner Frau, die so aussieht, wie man sie sich vorgestellt hat, so auftritt, wie man es vermutet hätte: laut, präzise, klar. Ratzfatz bahnt sie sich einen Weg durch die Spielerchentraube, baut sich vor dem Koloss auf und faucht ihn an. Aber in Worten, die niederzuschreiben sich eher keiner traut. Leider ist nicht alles zu verstehen, es geht auf alle Fälle nicht um die Jungs, nicht um den Fußball, es ist sehr privat.

Er schiebt sie beiseite, sie baut sich wieder vor ihm auf und was sie dann sagt, können alle auf dem Platz verstehen, weil es so scharf geschossen ist, wie er sich den nächsten Elfer seiner F-Jugend wünscht: „Und dat eine sag‘ ich Dich“, hebt sie an, und mit Zeige- und Mittelfinger der rechten Hand deutet sie zunächst auf die eigenen, dann auf seine Auge, „dat sag ich Dich: Kuck mich an, wenn ich mit Dich sprech!“

Sie entschwindet, die Jungs sind schockgefroren, der Trainer entthront, entmachtet, ermattet, erschlagen.

Ratet mal, wer dieses Spiel haushoch gewonnen hat?!

Unser Sohn (9) zieht aus. Will ausziehen. Wollte eigentlich ausziehen.

(Auch in der Rückschau drei Jahre später noch eine herzergreifende Story. Kleiner Zwischenstand: Bis jetzt  ist das Mietverhältnis noch stabil…)

Nein, absolut keinen Bock mehr, immer nur Ärger mit den Alten. Unser Sohn will ausziehen. Er ist schon neun, da muss man als Eltern täglich mit solchen Nachrichten rechnen.

Wutentbrannt hat er das jetzt angekündigt, nachdem wir – „total doof“, „super ungerecht“ – etwas verboten haben. Für uns war es banal, ein Allerweltsgefecht, wir versuchen uns seitdem daran zu erinnern, worum es denn noch mal genau ging. Egal, er packt auf jeden Fall im Kinderzimmer seine Sachen.

FotoWohin er denn zieht, fragt die große Schwester voller Interesse, gerade so, als würde sie prompt mitkommen wollen, wenn die neue Adresse denn nur stimmt. Aber die Antwort „zu Oma“ ist dann für die Große doch nicht so prickelnd. Sie bleibt fürs Erste daheim.

Er aber packt, immer noch schnaubend. Er hat die stattliche Plastikkiste aus dem Regal gezogen, hat ihren kleinteiligen Inhalt ausgekippt und wirft seine wichtigsten Habseligkeiten für die große Reise hinein.
Er plant wohl ein Langzeitprojekt, das ist zumindest der wohldurchdachten Utensilienauswahl zu entnehmen: Torwarttrikot und Torwarthandschuhe, eine Jeans, ein paar Socken, der Anführer seiner Teddy-Mannschaft und das Alemannia-Trikot mit dem schönsten und zutreffendsten aller Namen: Klömpchensclub!

Wir sitzen am Abendbrottisch, als der Reisende, den man ja bekanntlich nicht aufhalten soll, die Treppe hinunterkommt. Förmliche Verabschiedung, die kurze Nachfrage unsererseits, ob die Oma denn auch wisse, dass schon bald ein neuer Mieter für längere Zeit bei ihr Einzug halten würde. Es ist so herzerweichend.
Und wie schön ist es, als der junge Mann mit einem lauten Schluchzer seiner Mama um den Hals fällt und nach langem Heulen erklärt, dass er es sich überlegt hat. Und dass er uns noch einmal eine Chance geben möchte.

Wir sind noch einmal davongekommen, weil einer da bleibt. Wie beruhigend.

Leich’a’letikfes‘

Mein Freund R., der ein großer Verehrer der Leibesübungen ist und quasi täglich seinen Mitmenschen mit seiner Hyperaktivität ein schlechtes Gewissen macht, kann am Sonntag nicht.

Nein, sagt er, er würde ja sehr gerne mit zum Tivoli kommen, aber Sport, aktiv betrieben, sei ihm „wichtiger als der passiv konsumierte“. Auch da ist jeder Jeck anders.

Die Entschädigung für die Absage bekam ich allerdings, als er auf meine Frage: „Wat machste denn für’n Sport am Sonntag?“ die großartige Antwort gab: „Wir haben bei uns im Dorf ’n Leichaletikfes.“

Wir notieren: LEICH’A’LETIKFES‘!!!! Wahrscheinlich mit Wei’sprung und so…

Ja, so spricht der Öcher. Auch ohne den Genuss von vier Fläschchen Bi’burger. Wo immer ein lästiges stimmloses T sich einschleich‘: schlucken! Haup’sache.

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Zwischenzeitlich hatte sich auch die Bahn AG dem Öcher Gebrauch des stimmlosen T’s angepasst…

Nur das noch: Dass mein Kumpel R. auf die Frage, welchen Klub er sich als nächstes für die Alemannia im Pokal wünscht, geantwortet hat „Jla’bach“, versteht sich ja wohl von selbs‘!

*** Im 7uhr15-Podcast-Archiv gekramt:

:DD Hür! Eine Sprache ohne t oder Treffpunk‘ Haup’bahnhof!

Meine Alemannia-Elf bei derfriedri.ch – das war ein großer Spaß!

Der Fritz hat eine großartige Idee umgesetzt. Der Aachen-Blogger und unerbittliche Alemannia-Fan fragt sich gerade durch – immer auf der Suche nach der ganz persönlichen Tivoli-Elf des jeweils Befragten.

Ich durfte mitmachen, danke, lieber Friedrich Jeschke, für den Spaß und die Ehre. Ja, ein Spaß war es wirklich, im privaten Alemannia-Erinnerungskästchen zu kramen. Elf schwarz-gelbe Helden – bei dem Angebot eher die berühmte Qual der Wahl. Und das ist mein Team. Und warum das so ist, habe ich auf www.derfriedri.ch erklärt. Auch, warum Marius Ebbers dabei ist…

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Mein Team: Lenz – Kucharski, Sichone, Klitzpera, Montanes – Rolfes, Grlic, Clute-Simon – Meijer, Ebbers, Kehr.

Der SV Eilendorf wird 100 – und zeigt, wie eine moderner Klub tickt

Es ist natürlich nicht hoch genug zu besingen und zu loben, wenn ein Sportverein, der auch noch Sportverein heißt, 100 Jahre alt wird. Das Alter alleine erzählt die komplette Geschichte allerdings nicht. Gut, es weist darauf hin, dass der Verein sich über ein Jahrhundert gehalten hat. Dass es Gründer gab, dass es wohl eine Vereinshistorie gibt – und am Ende auch noch aktuelle Klubvertreter, die das Jubiläum zum Anlass nehmen, ein ordentliches Fest zu feiern.

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Unter die Lupe genommen, ist der SV Eilendorf – und um den geht es hier – in Wirklichkeit ein geschichtsträchtiger und hochmoderner Verein zugleich. Also auch ein Verein mit einer guten Perspektive. Vier Seniorenmannschaften kicken alleine im Männerfußball, es gibt eine schlagkräftige Frauenfußballabteilung und 25 (!) Jugend- und Kindermannschaften. Dazu kommt noch die stolze Handballabteilung. Das ist keine Selbstverständlichkeit.

Am Sonntag wurde deshalb im Ort gefeiert, die Aula der Kleebachschule war festlich geschmückt, dort traf sich die Festgemeinschaft nach der Messe – und dann ging es heiter und informativ zur Sache. Gemeinsam mit dem Ur-Eilendorfer Stephan Kaußen, der heute sein fußballerisches Fachwissen über WDR2 als Bundesliga-Reporter veräußert, hatte ich den Spaß, die Matinee zu moderieren, die eigentlich als Kommers angekündigt war, um schließlich eine heitere Sport-Revue zu werden (AZ-Homepage €).

Dass der SV sportlich erfolgreich ist, ist allenthalben bekannt, davon erzählen viele Zeitungsgeschichten, das ist dokumentiert in Chroniken, Pokalen, Anekdoten und Tabellen. Gestern kam dann – passend zum Fest – der Aufstieg der Handball-Frauen in die Landesliga dazu.

Dass der SV aber vor allem als Verein intakt ist, darauf können Präsident André Lütz und seine ganze Mannschaft stolz sein. Wer Ehrenamtler im allerbesten Sinne sucht, voilà, beim Sportverein findet er sie. Keine Soloshow, nein Mannschaftsgeist ist gefragt. Und nicht nur auf dem Platz. Jupp Nehl, der ehemalige Fußballprofi (Bochum, Leverkusen), kam mit Freude zum Fest des Heimatvereins und schwärmte vom Damals und vom Heute.

Es gab Mitglieder, die 78 Jahre lang schon dem Verein die Treue halten, für die sich die Gesellschaft erhob und applaudierte. Und es gab den 11-jährigen Henrik, der Nehl wie auch Ex-Alemannia-Star Günter Delzepich kecke Fragen stellte: Wie sie es denn wohl mit den bunten Fußballschuhen halten? Die Ex-Kickerhelden erinnerten sich an die alten Zeiten und schlussfolgerten trocken: Schwarz-Weiß bleibt unübertroffen.

Ach, es war ein schöner Morgen in Eilendorf. Gut zu wissen, dass Ehrenamt funktioniert, dass Menschen sich für eine gemeinsame Sache erwärmen und sie dann auch gemeinsam meistern. Das war eine perfekte Vorlage für alle, die sich engagieren möchten: Geht in die Vereine! Der SV Eilendorf macht es vor.

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chon lange für erste Qualität stehen. Den Appetithappen gibt es nun hier:

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Aachen: Neue Innenaufnahmen von Dom und Rathaus
from Prospekt Fernsehproduktion on Vimeo.

Die Stadt Aachen hält für Anfragen von TV- und Filmproduktionsfi

„Come on, Aachen!“ – mitten in Irland. Christoph Löhr erzählt davon.

loehrDiese Geschichte spielt an einem Nachmittag im August 2005. In Irland. „An einem Nachmittag“, so schreibt es der Autor Christoph Löhr, „an dem plötzlich wildfremde Leute für meinen Verein sangen. Leute, die meinen Verein nicht einmal kannten.“ Löhr ist bekennender Alemannia-Liebhaber, ein durchaus kritischer Begleiter, aber lebenslänglich infiziert mit dem schwarz-gelben Fieber. Unheilbar.

Und Christoph Löhr ist ein brillanter Autor. Was er mit dem Blogbeitrag, auf den ich heute mit Freude und wärmsten Worten der Empfehlung hinweisen möchte, einmal mehr unter Beweis stellt.

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Also, aus dem stets lesenswerten Blog loehrzeichen.de ein aktueller Beitrag über eine längst verjährte Geschichte, die – wie Löhr berichtet – schon oft erzählt und jetzt endlich auch geschrieben wurde. Ich verspreche: Für Alemannia-Fans werden alte Zeiten wach, die Erinnerungen kehren zurück, und es wird ganz schön warm in der Herzgegend. Namen tauchen auf, die packende Szenen wieder vor das gesitige Auge des Alemannia-Fanatikers führen.  Fiel, Reghecampf, Rösler, Schlaudraff – die Älteren erinnern sich.
Und dann gelingt es Löhr, diese Alemannia-Sequenzen mit seinen irischen Erlebnissen in Einklang zu bringen. Ja, Einklang, das richtige Wort, denn am Ende singen die Menschen im Pub mit Löhr Alemannia-Lieder…

Viel Spaß beim Ausflug auf die grüne Insel, bei dem schwarz-gelbe Lebensgeister reichlich genährt werden. HIER KLICKEN

Sascha Theisen geht auf den alten Tivoli und schenkt uns ein schönes Buch.

Mit Sascha Theisen auf dem Alten Tivoli. Oder was davon übrig geblieben ist. Der Treppenaufgang zum Stadion ist noch da. Die Stufen hoch, der Schritt auf den Würselener Wall. Gänsehaut pur.

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Und Sascha sagt, „wir hatten etwas ganz Besonderes. Und das ist jetzt weg.“ Der Blick vom Wall in die Vergangenheit. Da, wo jetzt Häuser gebaut werden, holte Oliver Kahn die Granate von Stefan Blank aus den Maschen. Block K, unvergessene Spiele, die schönsten davon in der Pratsch.

Sascha Theisen ist ein stolz bekennender Fußball-Nostalgiker. Er sieht die Alemannia heute kritisch. Der 7uhr15-Film erzählt davon.

Und hätte es noch eines Beweises bedurft, dass die These vom Nostalgiker stimmt, so blickt man nun gelassen auf Saschas neues Buch, auf die legendären WM-Helden.

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Nachdem er sich ja sonst in Sachen Alemannia Aachen eher immer mit den niederträchtigen Randaspekten des Spiels beschäftigt, dreht Theisen jetzt am ganz großen Rad – ein Buch über die deutschen WM-Helden ist es geworden – und kleiner geht es ja nun wirklich nicht. Von Toni Turek bis David Odonkor, von Erich Deuser bis Walter Eschweiler, von Kaiser Franz bis Hans-Peter Briegel. Flotte Texte, schöne Fotos: Sagen wir es ruhig, großes Kino für Fußball-Verrückte!

Ach so, das 170-seitige Werk hört auf den Namen „Helden – 50 deutsche WM-Legenden“, kostet 19,90 Euro und ist im Verlag „Die Werkstatt“ erschienen. ISBN: 978-3-7307-0063-1

Und hier noch der Links ins digitale Warenhaus.

Wir verlosen Saschas WM-Helden-Buch

andi*** Großartig für die 7uhr15-Freunde:
Sascha verlost hier und heute exklusiv ein Buch, das sich manch Fußball-Fan auch als hochwertiges Weihnachtspräsent wünschen würde.

Wenn Ihr die richtige Antwort auf die folgende Frage per Mail bis Sonntag, 24. November, 2013 an buettgens@gmx.de schickt, seid Ihr in der Verlosung!

In welchem Jahr schoss Andi Brehme (unser Foto) Deutschland zum WM-Titel?

*** Mehr zu und über und von Sascha Theisen auf www.torwort.de
Und ein sehr witziges und geistreiches Email-Interview mit Sascha auf www.na.de

Das noch: eine leise Liebeserklärung

Was bleibt zu sagen? Vielleicht das: Der kleine dicke Marvin hat es gewusst. Hat sich immer Würstchen geholt. Und Chips. Und Cola. Und Snickers. Vor dem Anpfiff, mehrfach während des Spiels, in der Pause und nachher noch für den Heimweg. Und hat drauf gepfiffen, wenn sein Opa sich darüber aufregte und dann doch wieder – total konsequent – die Tivoli-Karte rausrückte. Marvin hat sich aufm Platz immer auf das Wesentliche konzentriert.

Leser dieses Blogs erinnern sich. „Wir sind hier am Absteijen und du bis‘ in eine Tour Würsjen am Fressen!“ Waren das noch Zeiten auf dem Tivoli! Damals in der Zweiten Liga.

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So ist also nun den Bach hinuntergegangen, was wir so gerne fest vertäut am Wurmufer gerettet hätten. Ach, die Welt ist ungerecht. Die einen gewinnen alles, die Bayern jetzt. Der Süden der Republik droht abzusaufen, doch sie feiern im Regen. Wahrscheinlich können sie sogar übers Wasser gehen. Und die anderen verlieren alles, die Alemannen, und ihnen steht das Wasser noch ein gutes Stück höher als nur bis zum Hals.

Der Verein, unser Verein, Alemannia Aachen! Ach ja, es ist nicht mehr zu ändern, wir könnten nachkarten und analysieren, wir könnten spitzfindig sein und platt draufhauen, sollen die anderen machen – „et nütz‘ ja nix“, sagte mein Opa immer, „kapott is kapott!“

tivoli Doch manchmal am frühen Morgen – so ist das in der letzten Zeit – schrecke ich aus dem Schlaf hoch, eigentlich ist es still, ein paar frühe Vögelchen pfeifen ihr erstes Lied – und im Hintergrund meine ich sie zu hören, die „Alemannia“-Sprechchöre, das „You’ll never walk alone“, sie schleichen sich an, die Erinnerungen an große Momente, stolzer Gesang, „die Kaiserstadt AC“, diese ewigen Schwüre vom „Ich werde immer bei Dir sein“. Und dann muss ich schlucken und summe leise mit.

Keiner, der mir lieb und teuer ist, ist so abgezockt, dass es ihm egal ist, was mit dem Klub passiert ist. Wie er in den Strudel geriet, der ihn in die Tiefe riss. Wie die Bodenhaftung flöten ging, wie sich alles drehte und drehte, immer schneller, bis kein Stein mehr auf dem anderen stand. Fast wie der alte Tivoli – weg, irgendwie verschwunden, ausradiert.
Und du hast immer noch das Gefühl, auf dem Würselener Wall zu stehen, bei Wind und Wetter, bei Sonne und Schnee. Wettergegerbte Gesichter hatten wir damals, nein, nicht vom Arbeiten an der frischen Luft, sondern vom Alemanniakucken. Und was haben wir beim Kucken zu sehen gekriegt!

tivoli3 Das ist nun nicht die Zeit und der Ort, unrealistische Szenarien zu entwerfen. Zu ungewiss und zu undurchsichtig ist das, was mit unserem Klub passiert. Das ist aber die Zeit und der Ort, zumindest die Hoffnung auszudrücken, dass dieser wundervolle Verein tatsächlich niemals untergehen wird. Es darf nicht sein, was nicht sein darf.

So, Pause, ein Kerzchen im Dom anzünden und ein Lied singen, kommt, alle zusammen, die reinen Gewissens und optimistischen Sinnes sind!

Schrecklich pathetisch, ich weiß. Aber das musste jetzt mal sein.

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